Eisscheide

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Am Kesselwandjoch unterhalb des Brandenburger Hauses bilden Kesselwandferner (links) und Gepatschferner (rechts) eine Gletscherscheide

Eine Eisscheide oder auch Gletscherscheide ist ähnlich einer Wasserscheide die Stelle eines Eisschilds, einer Eiskappe oder eines Gletschers, an der das Eis in unterschiedliche Richtungen abfließt. Solche Eisscheiden haben eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die an Eisschilden mittels Bohrungen durchgeführte Forschung, denn solche Bohrungen werden meist auf dem Scheitel solcher Eisschilde durchgeführt um möglichst nur vertikale Bewegungen des Eises ohne Störungen durch seitliche Fließbewegungen anzutreffen.[1]

Gletscherstromscheiden werden oft auch als Eisscheiden bezeichnet. Dabei handelt es sich aber im Unterschied zu obiger Bedeutung um eine Verzweigung eines auf ein Hindernis treffenden Gletschers.

Auch in den Alpen sind beide Formen der Eisscheiden anzutreffen. Gepatsch- und Kesselwandferner bilden am Kesselwandjoch in den Ötztaler Alpen beispielsweise eine Eisscheide im Sinne einer Wasserscheide. Ein Beispiel für eine Gletscherstromscheide findet sich in den Walliser Alpen mit dem Brunegggletscher, bei dem ein Teil des Gletschers in den Turtmanngletscher mündet, ein anderer Teil aber in einer separaten Gletscherzunge ausläuft.

Ein vorgeschichtliches bedeutendes Beispiel einer Gletscherstromscheide ist die im Nordosten Rügens gelegene Halbinsel Jasmund. Diese teilte während der letzten Phase der Weichseleiszeit den Strom des nordischen Inlandeises in den Belt- und den Oder-Eisstrom.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Universität Jena; M. Pirrung, M. Kunz-Pirrung, L. Viereck-Götte; Eisschilde und Eiskernarchive
  2. Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM); Daniel Koch; Rügen