Alpen

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Dieser Artikel behandelt das höchste Gebirge Europas. Zu weiteren Bedeutungen siehe Alpen (Begriffsklärung).
Alpen
Satellitenaufnahme der Alpen

Satellitenaufnahme der Alpen

Höchster Gipfel Mont Blanc (4810 m)
Lage Frankreich, Monaco, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Slowenien
Region in Europa
Alpen (Europa)
Alpen
Koordinaten, (CH) 47° N, 10° O (796589 / 153063)46.5104810Koordinaten: 47° N, 10° O; CH1903: 796589 / 153063
Typ Decken-/Faltengebirge
Alter des Gesteins 290–35 Mio. Jahre, stellenweise deutlich älter (Protolithe bis ca. 1.750 Mio. Jahre)
Fläche 200.000 km²
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Die Alpen sind das höchste Gebirge im Inneren Europas. Es erstreckt sich in einem 1200 Kilometer langen und zwischen 150 und 250 Kilometer[1] breiten Bogen vom Ligurischen Meer bis zum Pannonischen Becken.

Überblick

Die Alpen mit den Grenzen der Staaten
Mont Blanc, 4810 m

Die gesamte Alpenregion nimmt eine Fläche von etwa 200.000 Quadratkilometern[2] ein. Sie dehnt sich etwa 750 km von West nach Ost und ca. 400 km von Süd nach Nord aus und wird vom Rhônetal, dem Schweizer Mittelland, dem Oberlauf der Donau, der Kleinen Ungarischen Tiefebene, der Poebene und dem Golf von Genua umgrenzt.

Der Alpenbogen schließt im Südwesten am Golf von Genua an den Apennin an, umfasst die Poebene, verzweigt sich zum Französischen und Schweizer Jura und endet fächerförmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und Hügelland. Im Nordosten an der Donau bei Wien sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im Südosten gehen sie in das stark verkarstete Dinarische Gebirge über. Im Norden fallen die Alpen allmählich zum österreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im Süden ist der Abfall zur Poebene steiler. Der Gebirgszug, zu dem die Alpen gehören, erstreckt sich vom afrikanischen Atlas bis nach Südostasien.[3]

Die Gipfelhöhen in den westlichen Gebirgsstöcken liegen meist zwischen 3000 und 4300 Meter über dem Meeresspiegel, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist der Mont Blanc mit 4810 Metern. 128 Berge der Alpen sind Viertausender, etliche Berge mehr oder weniger vergletschert. Die Alpen sind in zahlreiche Berggruppen und -ketten gegliedert.

Die Alpen bilden im „Herzen Europas“[4] eine wichtige Klima- und Wasserscheide. Sie trennen den zentralen Mittelmeerraum mit dem Etesienklima vom atlantisch beeinflussten nördlichen Mitteleuropa und stehen am Ostrand unter kontinentalem Einfluss. Auch die Entwässerung folgt diesen Großrichtungen zu Mittelmeer, Nordsee und Schwarzem Meer.

Der Alpenraum umfasst Gebiete der acht Alpenstaaten Frankreich, Monaco, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich und Slowenien. Er bildet den Lebensraum von 13 Millionen Menschen und genießt europäische Bedeutung als Erholungsraum.[4] Ungarn hat Anteile an Mittelgebirgen, die zu den Alpen gezählt werden, beispielsweise an Günser und Ödenburger Gebirge, wird in der Regel jedoch nicht zum Alpenraum gezählt. Seit der Frühgeschichte stellen Alpentäler und -pässe auch wichtige transeuropäische Verkehrsverbindungen dar.

Wortgeschichte

Der Name Alpen ist eigentlich eine Pluralform des alemannischen Wortes Alp oder Alpe für Alm (Bergweide). Dieses Wort wird heute meist als Zusammensetzung aus al („hoch“) und -pe („nährend“) gedeutet. Die italienische und rätoromanische Bezeichnung alpina für einen Hochwald aus Arve und Legföhre entspricht ebenfalls diesem Konzept, wird aber nicht zur Deutung herangezogen. Die früher oft angenommene Verbindung mit dem indogermanischen Adjektiv *albhos „weiß“ ist wenig wahrscheinlich.[5]

Die Alpen werden in der Literatur relativ spät als Gebirge benannt. Erst Hannibals Zug durch die Alpen 218 v. Chr. brachte sie zur Kenntnis. Eine klare Definition gibt Polybios († um 120 v. Chr.), der zuverlässige Angaben zu Alpenpässen macht.[6] Die Bezeichnungen Alpeis (Singular) und Alpes (Plural) treten ca. 150 n. Chr in der griechisch geschriebenen Geographie des Ptolemäus auf (z. B. Alpes Poeninae/Summo Poenius für Grosser Sankt Bernhard; siehe auch Peutingersche Tafel). Isidor von Sevilla bestätigt in Etymologiarum sive originum libri XX, dass die römischen Eroberer das Wort alp mit der Bedeutung „hoch“, „Berg“ sowie „Bergweide“ von der ligurisch-keltischen Gebirgsbevölkerung übernommen haben.

Im Mittelalter wurde das Wort alp wie auch das lateinische mons gleichermaßen für Pässe, Passhöhen, Übergänge und Einzelerhebungen verwendet und dann allmählich durch das alemannische berg ersetzt. Davon zeugen noch die Endungen -berg in Passnamen. Ab dem 18. Jahrhundert wird Berg zunehmend für einzelne Gipfel und Erhebungen verwendet, und Alpen bezeichnet das ganze Gebirge.

Die heutige Wortfamilie ist vielfältig:

  • Die ursprüngliche Bedeutung von Alpe ist heute noch im alemannischen Sprachraum lebendig: in Vorarlberg und Tirol als Alpe, in der Schweiz seit dem Mittelalter zu Alp verkürzt, im Schwäbisch als Alb; im Bairischen mit der Bedeutung „Bergweide“ zu Alm verschliffen.
  • Reste der Bedeutung „Weide“ finden sich noch vielerorts (und nicht auf die Alpen beschränkt) auch in Flurnamen wie Alpe, Alpe oder Aelpli.
  • Alpid bezeichnet eine erdgeschichtliche Gebirgsbildungsphase. Der alpidische Gebirgsgürtel erstreckt sich von Europa bis Ostasien.

Gliederung

Versuche zur Gliederung der Alpen wurden seit Jahrhunderten auf verschiedenen Grundlagen unternommen.[7][8][9] Grundlage solcher Gliederungen sind kulturelle und humangeografische Merkmale oder natürliche Bestandteile und Strukturen wie Orografie, Geomorphologie, Geologie, Hydrologie, Klima oder Flora und Fauna. Diese Gliederungssysteme haben zu kleinräumigen Gliederungen geführt, die in ihrer Vielfalt kaum zu überblicken sind und zahlreiche, lokal und regional unterschiedliche Bezeichnungen umfassen, die sich zum Teil überschneiden und widersprechen.

Im Laufe der Zeit haben sich vor allem in Bezug auf die geografische Gliederung des Gesamtgebirges zwei Systeme herausgebildet, die sich nur teilweise miteinander vereinbaren lassen und weiten Raum für grundlegende Missverständnisse offenlassen. Eine wesentliche Gemeinsamkeit beider Systeme ist allerdings die Dreiteilung entlang der gesamten Alpenkette in einen zentralen Teil sowie einen am Bogen äußeren (im Norden und Westen) und inneren Teil (Süden).

Zweiteilung der Alpen

In Österreich, Südtirol und Deutschland werden die Alpen in die Haupteinheiten West- und Ostalpen unterteilt. Diese Gliederung greift die geologischen und die davon abgeleiteten geomorphologischen Unterschiede auf, die sich im Übergang von der Schweiz zu Österreich etwa an der Linie RheintalComer See vor allem in Bezug auf die nördliche Hälfte der Alpenkette ergeben. Verbreitet ist diese Zweiteilung sowohl im wissenschaftlichen und legislativen Kontext wie auch in der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (Moriggl 1924, Rev. 1984), oder der SOIUSA (Suddivisione Orografica Internazionale Unificata del Sistema Alpino, Marazzi 2005)

Dreiteilung der Alpen

Erste italienische und französische Aufteilung der Alpen von 1924
36 Gebiete der Einteilung nach SOIUSA, 2005

In Italien und Frankreich gibt es eine traditionelle einheitliche Dreigliederung der Alpen in West-, Zentral- und Ostalpen, die Partizione delle Alpi (1924), die weniger auf geologischen Kriterien, sondern auf historischer geografischer Übereinkunft beruht.[7] Nach der in Frankreich, Italien[10] angewandten geografischen Gliederung beginnen die Westalpen am Mittelmeer und reichen bis zur Linie Aostatal – Mont Blanc, die Zentralalpen liegen zwischen Aostatal / Mont Blanc und Brennerpass und die Ostalpen ziehen vom Brennerpass bis nach Slowenien.

Diese Dreiteilung findet sich auch in der Einteilung der Schweizer Alpen nach SAC, die die Zentralalpen in diesem Sinne großteils abdeckt.

Andere Gliederungen

Genauso vielfältig sind die Gliederungen, die auf Klima, Vegetation oder die Besiedelung der Alpen eingehen:

  • von außen nach innen drei Regionen: Alpenvorland, Voralpen und inneralpine Region
  • die topografische Grobgliederung in mittelgebirgige Randzonen und die Hochalpen mit Gipfelhöhen über 1500 m
  • die biogeografisch definierten Höhengürtel der Alpen: die alpinen Tallagen einschließlich der Hügellandstufe (bis etwa 700–900 m), die Gebirgsstufe bis zur oberen Waldgrenze (1500–2000 m), die Hochgebirgsstufe oder Alpinstufe bis zur Schneegrenze (2000–3100 m) und darüber in die Nivalstufe mit den Gletscherregionen.

Gebirgszüge und Gebirgsgruppen

Ostalpen

Hauptartikel: Ostalpen

Die Ostalpen erstrecken sich von schweizerischem Gebiet über ganz Österreich (von Vorarlberg bis zum Burgenland) und italienische Alpenprovinzen (von der Provinz Sondrio über das Trentino und Südtirol bis Friaul) bis nach Slowenien. Die Alpengebiete Deutschlands und das Staatsgebiet Liechtensteins gehören zu den Ostalpen. Höchster Gipfel der Ostalpen und ihr einziger Viertausender ist der Piz Bernina (4049 m) im Schweizer Kanton Graubünden.

Sie werden durch die großen Längstalfurchen in drei Einheiten zerlegt:

Westalpen

Luftaufnahme der Westalpen kurz vor Zürich
Westalpen in Blickrichtung Westen.

Die Westalpen sind der Teil der Alpen, der westlich der Linie BodenseeRheinSplügenpassComer See liegt. Sie schließen nördlich des Golfs von Genua an den Apennin an und umfassen in weitem Bogen nach Westen die Po-Ebene.

Folgende Länder haben Anteil an den Westalpen:

Die Westalpen sind höher als die Ostalpen, ihre zentrale Kette ist kürzer und stark gebogen. Die Westalpen weisen 81 Viertausender auf (laut Definition der UIAA). Hier finden sich auch die höchsten Pässe der Alpen, unter ihnen der Col de l’Iseran in Savoyen, mit 2764 m der höchste Alpenpass.

Einheiten der Westalpen

Italienische/Französische Alpengliederung

Eine Reihe kristalliner Zentralmassive wird durch im Streichen des Gebirges teils langanhaltende Täler mehr oder weniger scharf von einer Gneiszone im Süden sowie einer Kalkzone im Westen und Norden abgetrennt. Ebenso wie in den Ostalpen lässt sich somit eine grobe Dreigliederung der Westalpen in Nord-Süd- oder Nordwest-Südost-Richtung vornehmen. Nach Westen und Norden bildet eine Kalkzone schroffe Wände und Zinnen gegen das jeweilige Vorland. Die Kette der voneinander isolierten Zentralmassive weist die höchsten Berge der Alpen auf, hier sind weite Berggewölbe und hohe Stöcke von oft bizarrer Form ausgebildet. Aufgrund ihrer Höhe sind viele Massive vergletschert, mit dem Aletschgletscher in den Berner Alpen ist hier der längste Gletscher der Alpen. Die Gebirge der Gneiszone fallen mit großen Höhenunterschieden zur Po-Ebene ab. Nach Norden fallen die zentralen Westalpen zum Schweizer Mittelland ab, im Westen sinken die provencalischen Ketten unter die jungen Ablagerungen des Rhônetals.

Folgende Großeinheiten der Westalpen lassen sich unterscheiden:

Kalkzone

Zentralmassive

Gneiszone

In der Schweiz werden die im Landesgebiet liegenden Alpen auch in Alpennordflanke, westliche und östliche Zentralalpen sowie die im Tessin liegenden Südalpen unterteilt (→ Schweizer Alpen).

Geologie

Die Alpen sind ein geologisch junges Faltengebirge mit entsprechend charakteristischem Deckenbau.[3]

Geologische Großeinheiten

Im Laufe der geologischen Erforschung hat sich eine Einteilung der Alpen in mehrere Großeinheiten eingebürgert, welche sich durch jeweils eigene Gesteinsabfolgen und Herkunftsgebiete auszeichnen. Von Norden nach Süden werden folgende Einheiten unterschieden:

  • Das Helvetikum (in der Karte  ) ist vor allem im Westalpenbogen aufgeschlossen. An der Nordgrenze der Ostalpen sind Gesteine des Helvetikums nur in schmalen und begrenzten Vorkommen zu finden.
  • Das Penninikum ( ) ist in den Westalpen weit verbreitet. In den Ostalpen tritt es nur räumlich begrenzt in tektonischen Fenstern (z. B. Engadiner Fenster, Tauernfenster ) und als schmaler Streifen (Flyschzone), nördlich der Nördlichen Kalkalpen, zu Tage.
  • Das Ostalpin (Austroalpin  ) bildet, wie der Name verrät, den überwiegenden Teil des östlichen Alpenbogens. Es gliedert sich in das nur an einigen Stellen zutage tretende Unterostalpin mit u. a. Teilen der Zentralalpen und das flächenanteilig dominierende Oberostalpin mit u. a. den Nördlichen Kalkalpen, der Grauwackenzone und dem Drauzug. Das Kristallin des Zentralalpins, ebenfalls dem Oberostalpin zugerechnet, wird durch die Grauwackenzone von den Nördlichen Kalkalpen und durch die periadriatischen Naht, eine Hauptstörung der Alpen, vom überwiegenden Teil der „Südlichen Kalkalpen“ getrennt. Im Gegensatz zu den Westalpen enthalten die Ostalpen keine autochthonen Kristallinmassive – das Kristallin des Ostalpins ist durchweg ortsfremd. In den Westalpen sind an verschiedenen Stellen nur eng begrenzte Reste von ostalpinen Gesteinen aufgeschlossen (Vareser Alpen und als Deckenreste in der Umgebung des Matterhorns).
  • Das Südalpin ( ) findet sich südlich der Periadriatischen Naht als Bergamasker Alpen, Dolomiten usw. bis zu den dinarischen Decken.
Geologische Skizze der Alpen mit den Bezeichnungen der größeren Untereinheiten.

Die großen Einheiten werden in eine Vielzahl von Untereinheiten gegliedert. Die geologischen Zuordnungen weichen mancherorts von den primär orographischen Gebirgsgruppen ab, da die großen Längstalzüge der Alpen zwar vorrangig den Gesteinsgrenzen oder den tektonischen Bruch- und Verwerfungslinien folgen, aber stellenweise diese Zonen auch durchschneiden.

Entstehung der Alpen

Die geologische Auffaltung[3] der Alpen als mehrstufiger Prozess begann vor etwa 135 Millionen Jahren an der Wende von der Jura- zur Kreidezeit, hatte die letzte wichtige Phase vor etwa 30 bis 35 Millionen Jahren im Tertiär, hält aber in abgemildeter Form noch weiter an. Aus plattentektonischer Sicht gehören die Alpen zu den jungen Deckengebirgen der alpidischen Gebirgsbildung, zu denen auch der Kaukasus und der Himalaya gezählt werden. Die intensive geologische Forschung des vergangenen Jahrhunderts führte zur Vorstellung einer Einengung eines ehemals über 1000 km breiten Ozeans mit Kontinentalrändern, Tiefseebecken und mittelozeanischem Rücken auf die weniger als 100 km Breite der heutigen Alpen.

Plattentektonische Abläufe

Plattentektonische Rekonstruktion vor etwa 230 Mio. Jahre: Der spätere Alpenraum etwas links oberhalb der Mitte

Im Mittelmeerraum kann die Gebirgsbildung auf die stetige Öffnung des Atlantiks zurückgeführt werden. Dadurch wurde der afrikanische Kontinent aus Pangaea herausgebrochen und in einer Drehbewegung gegen Europa gedrückt. Dazwischen befand sich die Adriatische Platte, die von zwei Ozeanarmen, die vom Atlantik bis zur Tethys reichten, umschlossen wurde. Am Südrand der kontinentalen Kruste Europas entstanden die Gesteine des Helvetikums. Südlich davon entstanden das Nord- und Mittelpenninikum im nördlichen der beiden Meeresarme um die Adriatische Platte. Noch weiter südlich davon befand sich die Adriatische Platte mit dem Ost- und Südalpin.

Mit der Öffnung des Nordatlantik im mittleren Dogger nach paläomagnetischen Daten vor etwa 170 Millionen Jahren begann in der Paratethys nördlich der adriatischen Platte die Bildung des Südpenninikums aus ozeanischer Kruste. Zur selben Zeit fanden im Ablagerungsbereich des Ostalpins die ersten gebirgsbildenden Prozesse statt, die schließlich zur Stapelung der oberostalpinen Decken führten. Während der Kreide setzte sich durch die Öffnung des Südatlantiks (vor etwa 125 Millionen Jahren) die Subduktion und Akkretion des Südpenninikums an das Ostalpin in Gang. Der penninische Ozean begann sich durch diese Prozesse wieder zu schließen.

Ab dem Eozän vor etwa 53 Millionen Jahren führte Afrika eine direkt nordgerichtete Bewegung aus und trieb so die adriatische Platte wie einen Sporn in den südlichen Bereich von Europa hinein.[11] Die Kollision und damit die erste große kompressive Gebirgsbildungsphase dauerte nur etwa 5 Millionen Jahre vom Obereozän bis zum Unteroligozän. Dabei wurde das Ost- und Südalpin in der jungalpidischen (pyrenäischen) Faltungsphase auf das Mittelpenninikum überschoben, und Bereiche verdünnter Kruste wurden unterschoben. Mit der weiteren Kollision wurden das Nordpenninikum und schließlich das Helvetikum überfahren, bis die Struktur des alpinen Deckengebäudes im Pliozän vollendet war. Diese Einengung führte mit Überschiebungsweiten von mehreren hundert Kilometern zum heutigen Deckenbau der Alpen. Im Maximum der alpidischen Orogenese wuchs das Gebirge um etwa 5 mm pro Jahr in die Höhe. Sie ist auch heute noch nicht zum Stillstand gekommen, da die Kontinentalplatten sich weiterhin mit etwa 5 cm pro Jahr aufeinander zubewegen.

Sedimentationsgeschichte

Gebankter Dachsteinkalk des Ramesch, Warscheneckgruppe

Im Paläozoikum entstand durch die Bildung von Pangaea ein gefalteter Sockel aus Graniten, Gneisen und anderen Gesteinsarten; zum Teil wurden diese in den Alpenfaltungen später wieder mit in die gebirgsbildenden Prozesse einbezogen. Seit der Trias brach der Superkontinent auseinander, und an den Kontinentalrändern der Adriatischen Platte im Süden und der europäischen Platte im Norden begann eine marine Sedimentation. In der Untertrias entstanden im Ablagerungsraum der Ostalpen am Nord- und Ostrand der Adriatischen Platte salzführende Schichten (Werfener Schichten), die auf arides Klima schließen lassen. Im weiteren Verlauf der Trias lagerten sich hier die Kalksteine der ostalpinen Decken ab (Alpine Trias), die im Wesentlichen die heutigen Kalkalpen ausmachen. Im Gebiet der späteren helvetischen Decken wurden am Südrand der europäischen Platte in dieser Zeit vor allem Sand- und Tonsteine abgelagert (Germanische Trias).

In der Jura- und Kreidezeit kamen im Raum der Tethys an den Rändern des europäischen Kontinents und der Adriatischen Platte vielfach Kalke und Dolomite zur Ablagerung. In den sich dazwischen bildenden Meeresräumen kam es zur Bildung von tonigen Tiefseesedimenten, die mit untermeerischem Vulkanismus vergesellschaftet waren. Die Sedimentmächtigkeiten aus dieser Zeit sind sehr unterschiedlich und wechselten oft abrupt über kurze Entfernungen. Nach dem Beginn der Subduktion des Mittelpenninikums unter das Ostalpin begann vor dem Akkretionskeil die Bildung von Flysch. Auf dem Rücken des nach Norden wandernden Deckenstapels drang das „Gosaumeer“ in Becken der entstehenden Ostalpen ein und lagerte fossilreiche Mergel und Sandsteine der Gosauschichten (Kreidezeit) ab.

Blick nach Norden auf die schmale Zone der Flyschberge um den Mondsee und das Alpenvorland

Mit dem Einsetzen der Kollision mit dem europäischen Kontinent und der darauf folgenden vollständigen Heraushebung des Gebirgskörpers über den Meeresspiegel unterlagen Teile davon verstärkt der Abtragung. Eine Sedimentation fand nur noch in den vorgelagerten Randzonen statt. Hier entstanden weiterhin Flyschablagerungen (Kreide – Alttertiär), die im weiteren Verlauf in zunehmendem Maße vom Gebirgskörper überfahren wurden. Nach der Ausbildung eines nur noch schmalen Randmeeres ging die Flyschsedimentation in die Ablagerung der Molasse über, tonig-sandige Sedimente aus dem Alpenkörper, die später vom Flysch randlich überschoben und zum Teil in Faltung mit einbezogen werden.

Anhaltende Hebung und Ausformung

Zum Hochgebirge wurden die Alpen durch Hebung des gefalteten Gebirgskörpers, die bis in die Gegenwart anhält. Durch den isostatischen Ausgleich in der Kruste hob sich das Gebirge, dessen Erosion ab dem Unter-Oligozän das nördlich gelegene Molassebecken füllte. Der gebirgsbildende Druck dauert bis heute an, der Wuchs in die Höhe beträgt jedoch nur etwa 1 mm pro Jahr. Horizontale Erdkrustenbewegungen können jedoch regional etwas größer sein, etwa in Bebengebieten.

Die heutige Gebirgsform erhielten die Alpen durch Erosion, vor allem durch die abtragende Tätigkeit der Gletscher während der Eiszeiten.

Das erdgeschichtlich jugendliche Alter der Alpen wird sichtbar an den schroffen Felswänden, den scharfen Graten und an den tiefen und steilen Tälern mit unausgeglichenem Gefälle. Das Wechselspiel von Hebung und Abtragung (durch Gletscher, Flüsse, Frost, Sonne) mit der Lagerung und Widerstandsfähigkeit der Schichten formt bis heute die Alpen. Durch die Modellierung (modellierende Überformung) in der Eiszeit prägten die Gletscher das Bild und schufen neue Oberflächenstrukturen, wie Grate und Kare durch periglaziale Verwitterungen und Glazialerosion; nach Zurückweichen des Eises bildeten sich Seen und Endmoränen.

Gesteinsabhängige Oberflächenformen

Karrenfelder auf der Silberen (Kanton Schwyz)

Die Oberflächenform und andere geomorphologische Gegebenheiten sind von den Gesteinen der jeweiligen Gebirgseinheiten abhängig. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen. Wasserundurchlässiger Dolomit ist stark zertalt, mit brüchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus. In den harten Gneisen und Granitgneisen bildet sich wegen der großen Abstände der Klüftung bei der Verwitterung meist grobes Blockwerk, das ausgedehnte Blockschutthalden bilden kann. Aufgrund der für Granit charakteristischen Wollsackverwitterung sind an vielen Stellen bizarre Felsbildungen zu beobachten.

Die Schichtenfolge der Gesteinseinheiten bedingt das Auftreten weiterer geomorphologischer Erscheinungen. An der Basis der mächtigen Kalkabfolgen wie etwa der der Nördlichen Kalkalpen und der helvetischen Gebirge befinden sich oft Quellhorizonte (Karstquellen) über undurchlässigen Schiefern. Auch Bereiche mit undurchlässigen Glimmerschiefern unter Granit und Gneis mit ihren meist großen, gut wasserdurchlässigen Spalten sind reich an Quellen, Bächen und Karseen. Die in den Nördlichen Kalkalpen vorhandenen Salz- und Gipslager machen sich in der Oberflächengestaltung ähnlich wie bei Kalkgesteinen durch Karstphänomene bemerkbar.

Klima

Merkmale

Die Alpen sind eine der wichtigsten Klimascheiden Europas, und trennen die Atlantische Klimaprovinz, die Pannonische Klimaprovinz und das mediterrane Klima. Generell sind die Alpen aufgrund des starken Reliefs durch ein sehr kleinräumiges Klima und Wettergeschehen ausgezeichnet.

Die wichtigsten klimatischen Einflüsse sind Westwinde mit milden, feuchten Luftmassen vom Atlantik, kalte Polarluft von Norden, trockene kontinentale Luftmassen aus Osten (kalt im Winter, heiß im Sommer) und warme mediterrane Luft von Süden, die jeweils typische Staulagen ausbilden.

Besondere Winde sind der Föhn, ein warmer Fallwind, primär bei einer Südstaulage als Südföhn, seltener auch in der anderen Richtung als Nordföhn, sowie der Mistral Frankreichs.

Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosphäre in den Höhenlagen höher, zugleich die diffuse Strahlung geringer. Das erhöht den Unterschied zwischen sonn- und schattseitigen Hängen.

Klimaregionen

  • Weite Teile der Nordalpen ähneln in ihrem thermischen Jahresgang dem angrenzenden Flachland, mit Ausnahme der Abnahme der mittleren Jahrestemperatur (um 0,50 bis 0,65 °C je 100 m Höhenzunahme). Die Niederschlagsmaxima werden im Sommer erreicht. Die den Westwinden ausgesetzten Randzonen der Alpen erhalten vielfach 2000 bis 3000 mm Niederschlag pro Jahr (Mitteleuropäisches Übergangsklima).
  • Die südlichen Alpenteile sind vom mediterranen Klima beeinflusst. Dies führt im Vergleich zu Mitteleuropa zu milden Wintern und heißen Sommern und zu einer Verlagerung der Niederschlagsmaxima Richtung Frühjahr und Sommer; mit den charakteristischen, nur bei Starkregenereignissen wasserführenden Trockenflusstälern (Torrentes der Italienischen Tiefebene) und ausgeprägter Schluchtenbildung (Gorges Südfrankreichs, Sočatal mit 2500 m Profil).
  • Der Ostrand der Alpen hat sommertrockenes kontinental-pannonisches Weinbauklima, gegen Süden zunehmend wieder feuchter (Illyrische Klimaprovinz)
  • Die inneralpinen Täler und Becken (Wallis, Vinschgau, Kärnten) liegen im Regenschatten und sind daher trocken (oft unter 800 mm pro Jahr). Im Winter stellt sich besonders in Beckenlagen (Lungau, Klagenfurter Becken) die Temperaturumkehr ein (Inversionswetterlage): in tiefen Lagen bilden sich durch Windstille Kaltluftseen, so dass es hier kälter ist als in mittleren Höhenlagen.

Klimawandel in Verbindung mit den Alpen

Gletscher im Rückzug
Der Große Aletschgletscher 1979 (links), 1991 (Mitte) und 2002 (rechts)

Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Gletscher drastisch ab. Klimaschwankungen sind nicht unbekannt, und Gletscher sind ein Klimaarchiv. Gletscher ziehen sich heute schneller zurück, als es früher der Fall war. Laut Messungen verloren die Gletscher seit Beginn der Industrialisierung bis 1980 ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse. Seit 1980 sind zusätzliche 20 bis 30 Prozent des Eisvolumens abgetaut. Jedoch belegen neueste Untersuchungen, dass das Gletschereis vor Tausenden von Jahren einmal komplett abgeschmolzen sein muss.[12]

Zentrale Aspekte, die mit dem Phänomen Klimawandel in Zusammenhang gebracht werden, sind:

Auftauen des Permafrosts, höhere Niederschlagsmengen

Vordergründig ist zwar die auffallende Gletscherschmelze, die durch Abschmelzen von Gletschern und Schneefeldern Felsen weniger abstützt. Bei der Destabilisierung des Bodens spielen aber zwei andere Punkte eine wesentlichere Rolle. Zum einen kommt es durch erhöhte Niederschlagsneigungen vermehrt zu einem Aufschwimmen von Erdschichten und vermehrt zu Erdrutschen unterhalb der Permafrostgrenze, zum anderen verlagert sich die Permafrostgrenze in höhere Bergregionen. Ehemalige durch den Dauerfrost stabilisierte Gebiete werden nun dem Wechsel von gefrierendem und wiederauftauendem Eis ausgesetzt und dadurch destabilisiert, zum einen weil Eis als Kitt entfällt, zum anderen weil durch die Anomalie des Wassers bei Gefrieren der Fels zertrieben wird.

In Gefahr sind zahlreiche Dörfer durch Felsstürze, Schutt- und Gerölllawinen, aber auch Straßen und Wanderwege. Mit Hilfe von Schutzdämmen können Täler und Infrastruktur geschützt werden.

Rolle für den Wasserhaushalt

Gletscher reduzieren mikroklimatisch durch ihr Reflexionsvermögen die Temperatur. Sie fördern damit den Austritt von Luftfeuchtigkeit durch Schneefall. Für die Wasserbilanz großer Flüsse spielen sie dagegen so gut wie keine Rolle. Gletscher sind zum einen nur Wasserspeicher (es entsteht in ihnen kein Wasser, eher im Gegenteil: sie verdunsten verglichen mit Bächen und Flüssen erhebliche Mengen an Wasser), zum anderen sind die spezifischen Wassermengen (Wasser pro Zeiteinheit) trotz ihrer gewaltigen Größe gering, da die Speicherzeiten ebenso gewaltig sind.

Verlust der Artenvielfalt

Es wird heute davon ausgegangen, dass die Klimaveränderung bewirkt, dass viele Pflanzenarten in höhere Lagen umsiedeln. Da pro 100 m Höhendifferenz ein Temperaturunterschied von 0,6 K besteht und die Temperatur in den Alpen in den letzten hundert Jahren um durchschnittlich 1,5 K zugenommen hat, müsste rein rechnerisch deswegen eine Höhenverlagerung um rund 20 bis 25 m pro Jahrzehnt nachweisbar sein. Nach Untersuchungen im Jahre 1994 liegt diese aber bei rund 4 m pro Jahrzehnt, neuere Untersuchungen von 2005 sprechen dagegen von 28±14 m pro Jahrzehnt.

Unberücksichtigt bleibt bei dieser Rechnung, dass hochalpine Pflanzen sich an eine Vielzahl von Bedingungen angepasst haben, von denen die Temperatur zwar eine offensichtliche, aber nur eine von vielen Bedingungen ist. Ebenso zählen UV-Einstrahlung, Wind, Wassermangel, Bodenbeschaffenheit, Nahrungs- und Lichtkonkurrenten. Insbesondere die Konkurrenzsituation spielt eine große Rolle: Die hochalpinen Pflanzen wachsen in den meisten Fällen nicht deswegen in diesen unwirtlichen Regionen, weil sie mit besseren Bedingungen nicht zurechtkämen, sondern weil Gebiete mit besseren Bedingungen schon von anderen Pflanzen besetzt sind. Solange diese Konkurrenten nicht nachrücken, werden die hochalpinen Gewächse ihre Standorte nicht freiwillig verlassen. Langfristig wird es aber zu einem Nachrücken kommen, dieser Vorgang ist aber zum Teil an sehr langsame Prozesse (z. B. Bodenbildungsprozesse) gebunden, so dass er erst nach Jahrhunderten und teilweise Jahrtausenden abgeschlossen sein wird.

Heute leben deswegen mehr Arten in höheren Lagen, als dies noch vor 100 Jahren der Fall war. Diesem 'Aufrücken' ist aber mit der reinen Gipfelhöhe eine Grenze gesetzt. Im Moment sind aber keine Hinweise gegeben, dass die vorhandenen Pflanzen von den 'Aufrückern' verdrängt werden, da sie als Pioniere bei den starken Erosionen der Berggipfel eine solide ökologische Nische besetzen.

Einige Wissenschaftler schätzen dennoch, dass ein Viertel der 400 endemischen Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, weil es letztendlich zu einer Verdrängung in den Lebensräumen kommen wird. Die Temperaturproblematik ist allerdings nur eine, Erosion durch Tourismus und Bautätigkeiten eine weitere.

Biogeografie

Die Alpen sind ein interzonales Gebirge, sie liegen zwischen dem Zonobiom VI (Winterkalte Gebirge mit laubwerfenden Wäldern) im Norden und dem Zonobiom IV (mediterranes Zonobiom) im Süden. Daher unterscheiden sich die Nord- und Südseite recht stark. Hinzu kommt die stark kontinental geprägte Vegetation der inneralpinen Täler. In den Alpen reicht die colline Höhenstufe bis etwa 400 m, die submontane Stufe von 400 bis 700 m. Neben der Exposition und der Höhenlage spielt auch die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle für die Ausprägung der Vegetation. Hier sind vor allem verschiedene Kalk- und Silikatstandorte zu nennen. Hinzu kommen Faktoren wie die Dauer der Schneebedeckung und die Wasserversorgung.

Flora

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Hauptartikel: Alpenflora
Alpennelke (Dianthus alpinus)

In den Alpen haben etwa 650 Blütenpflanzenarten ihren Verbreitungsschwerpunkt, insgesamt kommen im Alpenraum rund 4500 Arten vor.

Die Alpenflora enthält viele arktisch-alpine Elemente, etwa den Steinbrech Saxifraga aizoon. Sie sind Relikte der Eiszeiten, als in Mitteleuropa Tundren herrschten. Es bestehen auch Verbindungen zu den nordasiatischen Gebirgen (beispielsweise Gentiana verna). Die Alpenflora enthält – bedingt durch die Vergletscherung – relativ wenige endemische Arten, lediglich in den eisfrei gebliebenen Südalpen sind Endemiten häufiger.

Auffallend ist in den Alpen der Unterschied in der Artenzusammensetzung zwischen Kalkalpen und den silikatischen Gesteinen. Darauf hat bereits Franz Unger 1836 hingewiesen .[13] Ursache ist neben dem unterschiedlichen Bodenchemismus die Tatsache, dass Kalkböden wärmer und trockener sind. Vielfach sind Gattungen durch nahe verwandte Arten vertreten (ökologische Vikarianz). Als Beispiel seien neben den bereits erwähnten Rhododendren erwähnt (Kalk – Silikat): die Farne Asplenium ruta-muraria und A. septentrionale; die Polsterpflanzen Sedum album und S. annuum; die Polster-Segge (Carex firma) und die Krumm-Segge (C. curvula).

Die Vegetation ist somit abhängig von den jeweils vorherrschenden Gesteinen, die verschiedenen Einheiten tragen eine jeweils typische regionale Vegetation. In den Ostalpen sind die Nordalpen vorwiegend von Fichtenmischwäldern bedeckt; in den Zentralalpen finden sich ausgedehnte Bergmatten, Lärchen- und Fichtenwälder.

Typischerweise mit den Alpen identifizierte Pflanzenarten sind oft Arten mit auffälligen Blüten: allen voran das Alpen-Edelweiß (Leontopodium alpinum), die Rhododendren und die blauen Enzian-Arten (Gentiana spp.).

Montane Stufe

In der montanen Waldstufe ergibt sich folgende Stufenfolge der dominierenden Baumarten:

  • Helvetische Höhenstufenfolge: Im gemäßigt mitteleuropäischen Klima am Nordrand ist die Reihenfolge von unten nach oben: EicheRotbucheFichte.
  • Penninische Höhenstufenfolge: In den kontinental trockenen Innentälern der Zentralalpen ist die Reihenfolge Kiefer – Fichte – Arve/Lärche. Hier liegt die Waldgrenze 400 bis 600 m höher als am Alpenrand.
  • Insubrische Höhenstufenfolge: Am submediterranen Südrand ist die Abfolge immergrüne Stein-EicheKastanie/Flaum-Eiche – Stiel-Eiche – Rotbuche.

Die obere Waldgrenze ist heute weitgehend vom Menschen bestimmt und variiert stark (1400 bis 2000 m). Die seit Jahrhunderten bestehende Almwirtschaft hat die Waldgrenze nach unten gedrückt.

Für die montane Waldstufe sind außerdem folgende Bezeichnungen eingeführt:

Subalpine Stufe

Enzian mit Breithorn (4164 m)

Die subalpine Stufe (bis etwa 1900–2200 m) bildet den Übergang (Ökoton) von der Waldstufe zur baumlosen alpinen Stufe. Sie ist durch eine Strauchstufe gekennzeichnet. An trockenen Standorten, wie sie auf Karbonatgestein aber auch auf Silikat-Blockwerk vorherrschen, ist dies die Latschen-Kiefer (Pinus mugo), auf lehmigen Böden, die in Silikatgebieten großflächig auftreten, die Grün-Erle. Beide werden hier bis etwa mannshoch. In Lawinenrinnen steigen beide Arten auch wesentlich tiefer, da sie aufgrund ihrer Biegsamkeit den Schneedruck überstehen. Die hochsubalpine Stufe wird vom Zwergwacholder und den beiden Rhododendren (Almrausch) gebildet: Rhododendron hirsutum (auf Kalk) und Rh. ferrugineum (kalkarme Böden).

Weitere eingeführte Begriffe:

Alpine Stufe

Die alpine Stufe (bis etwa 2500–3000 m), nach J. J. Wagner Hochalpen, wird durch verschiedene Rasen gebildet, die den Boden noch weitgehend geschlossen bedecken. Bestimmend für die Vegetation ist besonders die „Aperzeit“, also die Zeit ohne Schneebedeckung. Weitere Faktoren sind die Windexponiertheit (besonders die dadurch bedingte Schneefreiheit im Winter), sowie der Gesteinsuntergrund. Bedingt durch diese Faktoren und das unruhige Relief ergibt sich ein sehr kleinräumiges Vegetations-Mosaik.

Nahaufnahme eines Blütenstands des Alpen-Mutterwurz

Die wichtigsten Rasengesellschaften sind in den Kalkalpen auf tiefgründigem Boden der Rostseggenrasen (Caricetum ferrugineae), auf flachgründigerem das Seslerio-Caricetum sempervirentis und auf Kalkfelsen das Caricetum firmae. Auf saurem Gestein ist der Krummseggenrasen (Caricetum curvulae) dominierend, auf überweideten Rasen der Borstgrasweide (Nardetum). Besonders die Kalkrasen zeichnen sich durch ihren Blumenreichtum aus.

Die Auswirkung der Aperzeit ist besonders deutlich in den Schneetälchen. Diese liegen meist am Fuß von Nordhängen der Silikatalpen in der oberen alpinen Stufe. Hier sammelt sich im Winter viel Schnee an, der im Sommer spät bis gar nicht abtaut, wodurch um den Schneerest verschiedene Zonen entstehen. Bei einer Aperzeit von über drei Monaten wächst der normale Krummseggenrasen, mit kürzerer Aperzeit wird die Kraut-Weide häufiger, die bald dominiert und das Salicetum herbaceae bildet. Charakteristische Arten sind Alpen-Mutterwurz und Alpenglöckchen. Bei einer durchschnittlichen Aperzeit von unter zwei Monaten dominieren Moose, vor allem Polytrichum sexangulare.

Im Bereich von Almhütten bilden sich Lägerfluren. Auf den vom Vieh gedüngten und verdichteten – und dadurch feuchten – Stellen wachsen nährstoffliebende Hochstauden.

Charakteristisch ist die Gesellschaft an den Windkanten mit der dominierenden Gamsheide (Loiseleuria procumbens).

Nivale Stufe

Die nivale Stufe (bzw. Region nach Oswald Heer 1838), nach Penk (1896) auch Schnee und Eisgebirge befindet sich über der klimatischen Schneegrenze. Pflanzen gedeihen nur dort, wo der Schnee nicht liegenbleibt oder im Sommer frühzeitig schmilzt. Eine Vegetationsdecke ist nur sehr kleinflächig ausgebildet, oft wachsen Pflanzen vereinzelt. Rund 150 Blütenpflanzen-Arten steigen über 3000 m, zudem viele Flechten. Zu den am höchsten steigenden Blütenpflanzen gehört der Gletscher-Hahnenfuß, den Höhenrekord hält jedoch der Steinbrech Saxifraga biflora mit 4450 m am Dom de Mischabel im Wallis.

Die Firnflächen der Gletscher werden unter anderem von Chlamydomonas nivalis, einer Grünalge, besiedelt, die den „roten Schnee“ oder Blutschnee verursacht.

Fauna

In den unteren Lagen entspricht die Tierwelt der Alpen der des umgebenden Flachlandes. In den Nadelwäldern finden sich etliche Arten des borealen Nadelwaldes. Sie sind an feucht-kühle Bedingungen gebunden, haben Europa nacheiszeitlich von Osten wiederbesiedelt und kommen heute in Mitteleuropa nur in den Hochlagen vor. Nur an wenigen in den pleistozänen Eiszeiten unvergletschert gebliebenen, räumlich isolierten Refugien konnten einige präglaziale Faunenelemente überdauern, beispielsweise bestimmte Schnecken und Käfer.

Viele charakteristische Alpentiere leben oberhalb der Baumgrenze, im Oreal. Bei einigen Arten ist dies wahrscheinlich als Ausweichen vor dem Menschen zu interpretieren. Viele sind verwandt mit Arten der Tundra und kommen dort ebenfalls vor. Ebenso bestehen enge Beziehungen zu anderen Hochgebirgen. Bei der Hochgebirgsfauna Europas handelt es sich oft um Überbleibsel (Reliktpopulationen) von eiszeitlicher Tierwelt, die postglazial in den tiefer liegenden Landschaften wieder verschwunden ist – ein Vorgang, der als Arealdisjunktion bezeichnet wird. Nach ihrem Ursprung werden arkto-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus Tundren) und boreo-alpine Verbreitungstypen (Herkunft aus der Taiga) unterschieden.

Typische Arten der Säugetiere sind unter anderen Gämse, Alpensteinbock, Murmeltier und Schneemaus, unter den Vögeln sind Alpendohle, Kolkrabe, Ringdrossel, Schneefink, Steinadler, Tannenhäher und Alpenschneehuhn zu nennen. In den slowenischen Alpen und im Naturpark Adamello im Trentino, Italien, gibt es noch heute Braunbären. Seit den 1990er Jahren gibt es durch Zuwanderung aus Slowenien und gezielte Auswilderungen wieder eine kleine Population dieser Raubtiere in den österreichischen Alpen. Die meisten davon leben im Gebiet des Naturparks Ötscher-Tormäuer. Wölfe wurden in den Alpen um 1900 ausgerottet, kehrten jedoch um 1990 von den Apenninen her kommend wieder zurück. Heute leben etwa 100 Wölfe in den italienischen und französischen Westalpen. Der Steinadler ist zwar in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, in Mitteleuropa ist er jedoch auf die Alpen und Karpaten beschränkt. Mehrere Großtiere wurden vom Menschen ausgerottet, darunter Luchs, Bart- und Gänsegeier, die sich durch Schutzmaßnahmen und Auswilderungsprojekte inzwischen wieder zu etablieren beginnen. Bei einigen Wirbeltieren ist ein saisonbezogener Dimorphismus zu beobachten: Ein dunkles Sommerhaar- oder -federkleid wird im Winter durch eine weiße Tarntracht ersetzt (vergleiche: Schneehase, Alpenschneehuhn). Unter den Amphibien hat der schwarz gefärbte Alpensalamander eine spezielle Anpassung an die alpinen Lebensräume entwickelt. Als einziger mitteleuropäischer Lurch ist der Alpensalamander lebendgebärend. Die Entwicklung der Larven im Uterus des Weibchens dauert je nach Höhenstufe zwei bis drei Jahre. Damit ist die Art unabhängig von Oberflächengewässern, in denen die Larven anderer Amphibienarten ihre Entwicklung vollenden. Der Alpensalamander kommt in Höhen von bis zu 2800 Metern (Österreich) vor.

Auch die Reptilienarten Waldeidechse und Kreuzotter – beide sind in den Alpen montan bis alpin verbreitet – haben sich mit der Umstellung von Eiablage auf das Lebendgebären an widrige äußere Bedingungen, hier insbesondere niedrige Temperaturen, angepasst. In der Schweiz wird die Aspisviper, eine weitere ovovivipare Schlangenart, bis in Höhen von 3000 Metern angetroffen. In den südlichen Kalkalpen sind auch die Sandviper, auch Europäische Hornotter genannt, und der Bergskorpion anzutreffen.

Unter den typischen Insekten der Alpen fallen beispielsweise „pelzige“ Vertreter der Hummeln auf (Alpenhummel, Bombus alpinus), während unter den Schmetterlingen besonders dunkle Formen zu finden sind, beispielsweise der Eismohrenfalter (Erebia pluto). Allerdings kommen auch helle Arten wie der Helle Alpenbläuling (Plebejus orbitulus) und der Alpenapollo (Parnassius phoebus) noch in Höhenlagen von 3000 Metern vor. Vermutlich aufgrund des zahlenmäßigen Zurücktretens von Fluginsekten sowie wegen der Windexposition sind dagegen Radnetzspinnen in höheren Regionen offenbar nicht vertreten.

Zu den wenigen Tieren der Nivalzone gehören der behaarte, schwarz gefärbte Gletscherfloh (Isotoma saltans), ein Ur-Insekt aus der Klasse der Springschwänze und der Gletscherflinkläufer (Trechus glacialis), eine Spezies der Laufkäfer.

Der Alpenraum im Europa der Regionen

Alpenländer und Alpenanrainerstaaten sind Österreich, Italien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Slowenien, Liechtenstein und Monaco (geordnet nach ihrem Anteil an der Gesamtfläche der Alpen).

Hauptartikel: Alpenländer

Nach den Grenzbildungen im Zuge der Nationalisierung im Alpenraum bildet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit seit etwa 1970, vor dem Hintergrund des europäischen Binnenmarkts, einen Gegentrend.[15][16] Mit der Alpenkonvention, der Arge Alp und der CIPRA sind wie in anderen Teilen Europas Gremien entstanden, die sich politisch mit den Problemen der Alpentäler sowie der alpennahen Zentren befassen.

Im modernen regionalbezogenen europäischen Raumentwicklungskonzepts (EUREK) eines Europa der Regionen wird auf den Alpenraum als länderübergreifende wirtschaftliche und kulturelle Einheit wieder vermehrtes Gewicht gelegt. So bilden die Alpen – mit den umliegenden Alpenvorländern und angrenzenden Regionen – eine der INTERREG IIIB-Gebiete. Die Fördermaßnahmen umfassen „die Ausarbeitung territorialer Entwicklungsstrategien auf transnationaler Ebene, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Städten bzw. Stadtgebieten und ländlichen Gebieten, die Förderung leistungsfähiger und nachhaltiger Transportsysteme und ein verbesserter Zugang zur Informationsgesellschaft – insbesondere in Inselgebieten und Gebieten in äußerster Randlage – sowie der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen, insbesondere der Wasserressourcen.“[17]

Besiedlung und Verkehr

Alpenrheintal vom Gebhardsberg aus nach Süden. Im Vordergrund die A14 sowie Lauterach. Im zentralen Hintergrund die Glarner Alpen.

Siedlungsräume

Besiedelt und wirtschaftlich erschlossen sind in den Alpen hauptsächlich die großen Alpentäler, insbesondere an den Achsen, die sich für den Durchzugsverkehr eignen, sowie in den sich zu Becken öffnenden Regionen. Daneben sind auch die Bergbauregionen erschlossen, und seit Beginn des 20. Jahrhunderts rein touristische Zentren (Kurzentren, Alpinzentren). Hauptsiedlungsraum sind aber trotzdem die Alpenrandlagen, und der Gutteil der großen Alpenstädte liegt an den Austritten der Flüsse in die Vorländer.

Während sich Handel, Gewerbe und Industrie in diesen Hauptsiedlungsräumen konzentrieren, ist der landwirtschaftliche Siedlungsraum weitläufig und dünn, und über 40 % der Alpenfläche sind überhaupt nicht ständig oder gar nicht bewohnt, sondern dienen als Sömmerungsgebiet (Alpen/Almen der Viehzucht), sind rein forstwirtschaftliche Region oder gänzlich unnutzbar.

Stadtflucht und Landflucht

Im Spannungsfeld zwischen den begrenzten Wirtschafts- und Siedlungsräumen ist das Phänomen der Stadtflucht zu sehen, das seit dem 16. Jahrhundert zu einer zunehmenden Entvölkerung der Alpen führte, und der späteren Bergflucht durch inneralpine Abwanderung in die Zentren. Der Trend ist erst im späten 20. Jahrhundert, und auch nur in gewissen Regionen gestoppt worden. Heute leben in den Alpen etwa 13,6 Millionen Menschen, 1950 waren es etwa 10,8 Millionen im selben Raum, 1870 7,8 Millionen, diese Zunahme liegt aber unter der Durchschnittszunahme der gesamten Alpenstaaten. Nur Österreich, Deutschland und Slowenien konnten ihren Bevölkerungsstand vermehren (mit einem extremen Fokus auf Bayern einschließlich der österreichischen Grenzgebiete), in der Schweiz und Frankreich ist er langfristig etwa stabil, wobei aber knapp 90 % aller Alpengemeinden Frankreichs einen Bevölkerungsschwund verzeichnen (Bergflucht), Italien hat aber knapp ein Viertel seiner Alpenbevölkerung in andere Regionen verloren (Stadtflucht, Extremgebiete: Friaul, Piemonteser Alpen).[18]

Zur Siedlungsgeschichte der Alpen gehören auch Lawinenkatastrophen (z. B. 1954 in Vorarlberg) sowie verheerende Murgänge und Überschwemmungen.

Städte

Die größte in den Alpen gelegene Stadt ist das französische Grenoble, gefolgt von Innsbruck in Österreich sowie Trient und Bozen in Italien. In der Schweiz liegen Chur, Thun und Lugano innerhalb der Alpen. Weitere Alpenstädte in Österreich sind Klagenfurt, Villach und Dornbirn. Ferner zu nennen ist Vaduz, die Hauptstadt Lichtensteins. Die höchste Stadt der Alpen (und Europas) ist das schweizerische Davos.

Die weitaus größte Stadt in direkter Alpenrandlage ist Wien, gefolgt von Genf (Schweiz) und Nizza (Frankreich). Weitere wichtige Städte sind – von Ost nach West – Maribor (Slowenien), Graz (Österreich), Ljubljana (Slowenien), Udine (Italien), Salzburg (Österreich), Vicenza (Italien), Verona (Italien), Brescia (Italien), Bergamo (Italien), St. Gallen (Schweiz), Lecco (Italien), Como (Italien), Varese (Italien), Luzern (Schweiz), Savona (Italien), Biella (Italien), San Remo (Italien), Cuneo (Italien), Bern (Schweiz) und Monaco.

Transitverkehr

Die römischen Provinzen und das Straßennetz 150 – 200 n. Chr.
Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard
Pilgerwege durch die Alpen auf der Romweg-Karte des Erhard Etzlaub aus dem Jahr 1500
Postkurse im Jahr 1563
Brennerautobahn bei Gries

Die Alpen stellen für den transeuropäischen Verkehr ein natürliches Hindernis dar. Sie können nur auf bestimmten Routen über Gebirgspässe oder Tunnel überquert werden. Besondere Bedeutung erlangten diejenigen Pässe, die über den Alpenhauptkamm direkt von Norden nach Süden oder umgekehrt in gut erschlossene Täler führen und somit eine zweite Passüberquerung ersparten oder die Routen, die wenig durch Hochwasser und Lawinen beeinträchtigt waren. Übergänge wie der Col de Montgenèvre und der Grosse Sankt Bernhard in den westlichen sowie der Septimer und Julierpass in den Zentralalpen wurden bereits von den Römern zu Verkehrswegen ausgebaut, ebenso der Reschenpass und Brenner im Osten. Andere legendäre Strecken wie der Weg Hannibals mit seinem Heer und Kriegselefanten – vermutlich über den Col de Clapier – entwickelten sich nicht zu Hauptverkehrswegen. Am Ende der Antike verzeichnen Itinerarium Antonini und Tabula Peutingeriana sieben Überquerungen des Alpenhauptkamms.[19] Im Mittelalter, als Zugangswege wie die Schöllenenschlucht und die Via Mala (1473) gangbar gemacht wurden, wurden der St. Gotthard und der Splügenpass sowie der San Bernardino stärker genutzt, während Septimer- und Lukmanierpass an Bedeutung verloren. Bereits um 1430 wurden über 90 Prozent des Fernhandelsverkehrs zwischen Augsburg und Venedig – 6500 Frachtwagen pro Jahr – über den Brenner abgewickelt.[20] Der 1480 erfolgte Ausbau des Kunterswegs zur Fahrstraße im Eisacktal zwischen Bozen und Klausen sowie der Kesselbergstraße oberhalb von Kochel am See 1495 machte den Brenner endgültig zum wichtigsten Übergang der Ostalpen.

Eine Auswahl der wichtigsten alpenquerenden Verbindungen (Alpentransversalen, von West nach Ost, der Hauptpass kursiv):

Die wichtigen inneralpinen Transitrouten, die auch die Verbindung zwischen den Alpenquerungen herstellen, im Besonderen die Längstalfurchen, sind:

Das Transitnetz durch die Alpen entwickelte sich im Laufe der Zeit immer rasanter: von schmalen Wegen für bepackte Maultiere und Pferde über frühe Passstraßen des 19. Jahrhunderts zu den mehrspurigen Autobahnen und Eisenbahnlinien des 20. Jahrhunderts. Die Eisenbahn hat im 19. Jahrhundert mit Pionierleistungen wie der Semmeringbahn als erster Passeisenbahn oder der Gotthardbahn mit ihren über 300 Brücken und 80 Tunnels zwischen Basel und Chiasso das moderne Transitzeitalter eingeläutet. Die erst später ausgebauten Pässe erhielten keine Schienen mehr, denn das Auto hatte inzwischen die Bahn verdrängt.

Verkehrsprojekte in den Alpen waren und sind wegen Naturgefahren und der Topografie stets mit hohen Kosten und Gefahren verbunden, was sich auch am aktuellen Bau der NEAT in der Schweiz zeigt. Die zunehmende Umweltbelastung durch den motorisierten Transitverkehr hat häufig zu Protesten der betroffenen Bevölkerung geführt (beispielsweise Straßenblockaden in Tirol, Savoyen, Piemont sowie Alpen-Initiative in der Schweiz). Derzeit wird die (wenn möglich alpenweite) Einführung einer Alpentransitbörse[21] diskutiert. Bätzing weist im Zusammenhang mit diesen Belastungen aber auch auf die Bedeutung der Veränderung der Infrastrukturen durch und für die „Einheimischen“ hin.

Siehe auch:

Frühere Passstaaten

Bäuerliche Zusammenschlüsse zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen führten im Spätmittelalter zur Herausbildung von politischen Gebilden, die man Passstaaten nennt, weil sie sich über beide Seiten des Alpenkammes erstreckten. Neben dem Bund von Briançon gehören die Alte Eidgenossenschaft, die Drei Bünde, die Grafschaft Tirol und das Erzbistum Salzburg dazu. Damit sollte alpines Freiheitsdenken analog den städtischen Freiheiten der Reichsstädte eingefordert werden. Diese Passstaaten kontrollierten durch ihre strategische Position den Transitverkehr und verlangten von Durchreisenden Zölle.

Spätestens die Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts trachteten jedoch danach, den aus ihrer Sicht peripheren alpinen Raum einzubinden, so dass beispielsweise Tirol zwischen Österreich und Italien geteilt werden musste. Die Schweiz ist der einzige der alpinen Passstaaten, der bis heute überlebt hat. Der Staatenbund der Eidgenossenschaft wurde 1848 durch die Gründung des Bundesstaates in einen modernen Nationalstaat überführt.

Kulturgeschichte

Berglandwirtschaft

Bergweide

In den Alpen verdrängte die neolithische Landwirtschaft um etwa 4500 v. Chr. die Jäger und Sammler der Mittelsteinzeit. Dichte Waldbedeckung erschwerte anfangs die Nutzung großer Weidegebiete, allmählich entwickelte sich jedoch die Transhumanz im Alpenraum, bei der die Tiere den Sommer in der Höhe und den Winter im Tal verbringen. Etwa gleichzeitig kam die alpine Autarkiewirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht in bereits gerodetem Gelände hinzu, welche ganzjährige Besiedlung ermöglichte.

Diese Autarkiewirtschaft entwickelte sich nördlich und südlich der Alpen unterschiedlich: Während im germanischen Raum die Viehzucht klar dominierte, war der Ackerbau im romanischen Raum gleich stark vertreten. Dies führte zu unterschiedlichen Ernährungsweisen sowie Unterschieden in der Familien- und Siedlungsstruktur.

Zwischen 1600 und 1850 entstand besonders im nördlichen Alpenraum eine selbstständige Bergbauernkultur, die sich etwa im Bau prächtiger Bauernhäuser aus Holz manifestierte und bei der die nachhaltige Naturnutzung als Schutz vor Naturgefahren im Vordergrund stand.

Im 19. Jahrhundert erreichte die Industrialisierung den Alpenraum. Es war weniger die Industrie als die Dienstleistungsgesellschaft des 20. Jahrhunderts, welche als Tourismus Geld in die Alpentäler brachte und die herausragende Stellung der Berglandwirtschaft beendete. Viele überflüssig gewordene landwirtschaftliche Arbeitskräfte wanderten daraufhin aus. Unter steigendem ökonomischem Druck schwindet seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Vielfalt der Land- und Forstwirtschaft in den Alpen, welche wegen der Maschinisierung zwar leichter zu betreiben ist, sich jedoch nicht mehr lohnt.

Kultur- und Sprachgruppen

Im frühen Mittelalter entwickelten sich die Alpen zur Sprach- und Kulturgrenze zwischen germanischen im Norden und romanischen Sprachgruppen im Süden und Westen, unter Berücksichtigung der südslawischen Slowenen am östlichen Alpenrand. Von der Vielfalt an Dialekten, die die ursprüngliche Abgeschiedenheit der Täler mit sich brachte, bleibt heute immer weniger übrig. Trotz der Konkurrenz durch die deutsche und die italienische Sprache konnten die alpinen Kleinsprachen Rätoromanisch, Ladinisch und Friaulisch überleben. Ein interessantes Phänomen in sprachgeschichtlicher Hinsicht stellt die Ausbreitung des alemannischen Walser-Dialekts vom Oberwallis bis an die Grenze Tirols dar, welche durch die Inbesitznahme und Bewirtschaftung hoch gelegener Weidegründe zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erfolgte.

Brauchtum

Steinmandl im Wilder-Kaiser-Gebiet in den österr. Alpen

Festlichkeiten und Bräuche im Alpenraum sind tief verwurzelt in Geschichte und Religion. Sie entstanden oft in Verbindung mit überlieferten Dichtungen, Sagen oder Erzählungen, die sich häufig mit Göttern und Dämonen befassten. Die Menschen wollten die Urgewalten der Natur beschwören und sich vor Naturgefahren schützen. Als das Christentum im Frühmittelalter in das Alpengebiet vordrang, vermischten sich heidnische Bräuche mit christlichen Feiern. Die verbreiteten Steinsetzungen (Steinmännchen) scheinen sowohl praktischen als auch kultischen Hintergrund zu haben. Das bäuerliche Element spielte im alpinen Brauchtum und der alpinen Volksmusik stets eine herausragende Rolle (siehe auch: Alpsegen, Almabtrieb, Jodeln, Alpenländische Volksmusik).

Alpenmythos

Die Rezeption des Alpenraumes schwankt – wie bei allen Landschaften der Extreme – in der Moderne zwischen zwei engverwobenen Polen, dem Mythos der Naturgewalt und der Reinheit der Natur. Was vorher für eine unwirtliche, von grobschlächtigen Bauern und gefährlichen Drachen bewohnte Wildnis gehalten wurde, begannen Maler, Reisende und Literaten als „Traumlandschaft“ zu schildern.

Alpenglühen bei Sonnenuntergang am Kehlstein, Hohen Göll und Hohem Brett

Ein bekannter Genfer Naturforscher, Horace-Bénédict de Saussure, verwob im späten 18. Jahrhundert in seinen Reisebeschreibungen wissenschaftliche Erkundung und ästhetisches Empfinden. Mit den Alpenreisen seines Zeitgenossen Goethe wurde das Gebirge auch im Norddeutschen erstmals als Phänomen wahrgenommen. E. T. Compton, der Alpenmaler, erfindet Ende des 19. Jahrhunderts die Bergmalerei als Sujet, die das Gebirge nicht zur Kulisse verwendet, sondern den Berg als „Persönlichkeit“ darzustellen versucht. Als Symbol der Mystifizierung der Alpen in ihrer „Reinheit und Erhabenheit“ von der Romantik bis ins 21. Jahrhundert wird das Alpenglühen – der Widerschein von Morgen- und Abendröte – in Bild und Literatur vielfach dargestellt.

Der Bergtourismus einer zunehmend bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts stellt die Alpen auch als Herausforderung an das Individuum dar, und der „Sieg am Berg“ wird zur Inszenierung, an der der Mensch sich bewähren kann, und Gott näher kommt. Das Gipfelkreuz symbolisiert dieses Spannungsfeld zwischen Ehrfurcht und Siegeswille. Darin ändert sich auch die Rezeption des Alpenbewohners, für den das zum täglichen Brot gehört. Gerade die früher als „Alpendemokratie“ verklärte Schweiz und das „freie Land Tirol“ zehren noch heute vom Alpenmythos der frühen Romantik, auch wenn etwa Max Frisch oder Paul Flora in ihren Werken dagegen ankämpften. In Frankreich und Italien fehlt aber die kulturelle Eigenständigkeit, hier bleiben die Alpenprovinzen bis heute in kultureller Randlage. Das moderne Slowenien in seiner Ablösung vom Balkan greift diese Mythen aber auf und integriert die Alpen in seine Identität als „Land der Vielfalt“.

Militärische Anlagen der Dolomitenfront

Der Erste Weltkrieg macht weite Bereiche der Ostalpen zur Alpenfront, aber die Verheerungen des Zweiten Weltkrieges lassen den Alpenraum relativ geschont. Sowohl durch die mythische Verklärung des Alpenbewohners als Kämpfer gegen Natur und Feind der Kriegs- und Zwischenkriegsjahrzehnte, von „Berge in Flammen“ über den „Bau der Glocknerstraße“ bis zur „Alpenfestung“, wie auch die in den Nachkriegsjahren im Vergleich zum restlichen Europa relativ intakte Wirtschaftslage lassen den Alpenraum vom ärmlichen und rückständigen „Entwicklungsraum“ der Aufklärung zum Inbegriff der „heilen Welt“ werden (dargestellt etwa im Heimatfilm).

Dieser Mythenkomplex hält ungebrochen bis heute an. Die Berge als Verkehrshindernis sind wohlerschlossen, als Kulturraum in ein gemeinsames Europa eingebunden, als Tourismusdestination frei verfügbar, und die Umweltschutzbewegung entdeckt den Alpenraum als „schützenswertes Allgemeingut“. Als neue Komponente tritt aber ein Überlegenheitsgefühl des modernen Menschen hinzu, in dem die spezifischen Unbilden einer montanen Umwelt als zu reparierendes Hindernis im reibungslosen Funktionieren von Zivilisation beurteilt wird.

Tourismus

Zermatt am Matterhorn

Die Alpen sind sehr intensiv touristisch erschlossen. Bereits im 19. Jahrhundert prägten die Engländer den Begriff von den Alpen als „playground of Europe“. Die landschaftliche Vielfalt, kulturelle Sehenswürdigkeiten sowie die besonderen klimatischen Verhältnisse bieten beinahe optimale Voraussetzungen für die touristische Nutzung der Alpen, da eine denkbar große Anzahl an touristischen Zielgruppen (beispielsweise Erholungssuchende, Aktivurlauber, Kurtouristen, Kulturbegeisterte etc.) mit entsprechenden Angeboten bedient werden kann.

Im Sommertourismus finden sich die diversen Spielarten des aktiven und passiven Erholungstourismus (Wandern, Badeurlaub an den randalpinen Seen) und vor allem der sportliche Urlaub in Form des Alpinismus. Dieser initiierte die touristische Entwicklung des Alpenraums. Im Wintertourismus sind die Alpen ein weltweit attraktives Ziel für den Wintersport, wobei diesbezüglich der Skisport und seine diversen Ausformungen dominieren. In den letzten Jahrzehnten hat in vielen Teilen der Alpen der Tourismus im Winter dem klassischen Sommertourismus den Rang abgelaufen.

Tourismusgeschichte

Erste am Vergnügen beziehungsweise an Ruhm ausgerichtete Ereignisse finden in den Alpen schon Ende des 18. Jahrhunderts mit frühen Erstbesteigungen statt, die noch im Sinne eines den Landesherren verherrlichenden Absolutismus stehen. Für die einheimische bäuerische Bevölkerung endete das Interesse an den Bergen bis dahin bei den Vegetationsgrenzen.

Insbesondere englische Touristen haben danach im und vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Alpentourismus als Individualtourismus entscheidend geprägt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden vom Engländer Thomas Cook organisierte Massenreisen von England in die Alpen durchgeführt. Während der ersten Jahre betraf dies die Sommersaison, doch schon 1864 wurde im Kulm-Hotel im bündnerischen St. Moritz eine winterliche Öffnung gewagt und damit der Wintertourismus „erfunden“.[22]

Die Belle Epoque erschließt die Alpen als Erholungsraum auch für die gehobenen Schichten des Landes, und etabliert den Begriff der Sommerfrische in den Alpen. Seit der damaligen Blütezeit der Hotels und Villen in den Kurorten hat sich der alpine Tourismus auch auf den Winter auszubreiten begonnen. In den traditionellen Kurorten blieb jedoch die Sommersaison noch bis in die 1970er-Jahre die Hauptsaison.

Die Nachkriegsjahrzehnte machen die Alpen zum Ziel einer urbanen Gesellschaft, erst als Erholungsraum der Strapazen einer wirtschaftlichen Zerrüttung, dann als Freizeitkulisse, als Statussymbol gehobenen Lebensstandards. Seit ungefähr 1965 konnte sich auch aufgrund besserer Verkehrsinfrastruktur der Massentourismus entwickeln. Der Wintersporttourismus mit seinen Bergbahnen und Liftanlagen bekam für die Alpenbewohner eine zunehmende Bedeutung bis hin zu reinen Retortenstädten in den Französischen Alpen.

Wanderurlaub wurde nach der Jahrtausendwende eindeutig wieder beliebter und gilt als Musterbeispiel für ökologisch verträglichen Tourismus (sanfter Tourismus); insbesondere, wenn er in abgelegene, von Abwanderung bedrohte Talregionen führt und dazu beiträgt, der einheimischen Bevölkerung eine Einkommensquelle zu sichern. Solchem Tourismus dienen verschiedene Weitwanderwege, zum Beispiel die Kulturwege Schweiz, oder gar Fernwanderwege wie der alle acht Alpenländer durchquerende Fernwanderweg Via Alpina. Der Weg wurde aus diesem Grund 2005 aus Anlass der Förderung von nachhaltiger Entwicklung als ein offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention anerkannt. Der italienische Weg Grande Traversata delle Alpi beschränkt sich im Gegensatz zu seinem Titel auf die Region Piemont. In der „Modellregion Göschenen“[23] werden in der Schweiz Konzepte für schwach erschlossene Gebiete entwickelt.

Siehe auch:

Nutzen und Gefahren

Verbier – Les quatre vallées – Ausbau von 2012

Für viele Alpengemeinden ist der Tourismus die einzige Einnahmequelle geworden. Durch den Massentourismus werden Arbeitsplätze geschaffen und regionale Einkommen generiert, wodurch die Gefahr einer Abwanderung verringert werden kann. Allerdings ist der Tourismus in den Alpen oft nur punktuell auf bestimmte Dörfer, Städte und Skiressorts konzentriert. In den flächig größeren Gebieten ohne Massentourismus kommt es erst recht zur Abwanderung. Tatsächlich findet sich oft ein Nebeneinander von touristisch intensiv erschlossenen Gebieten und touristischem Niemandsland. Dies trifft vor allem auf das italienische Alpengebiet zu, und wird als Phänomen der Bergflucht zusammengefasst.

Die Menschen in den Alpen sind vom Massentourismus stark abhängig, es entstehen touristische Monostrukturen. Dem Massentourismus werden sämtliche Lebensbereiche unterworfen. Regionale Eigenheiten oder Besonderheiten verkommen unter Umständen zu einem bloßen Klischee. Zudem sind die Arbeitsbedingungen im Tourismus oft wenig attraktiv (ungeregelte Arbeitszeiten, geringe Löhne, viele Saisonarbeitsplätze). Menschen, die sich diesen Arbeitsbedingungen nicht unterwerfen wollen, sind mangels alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten erst recht zum Abwandern (oder zum Auspendeln) gezwungen.

Umweltschützer ganz Europas und auch viele Einheimische bemängeln immer öfter die Schäden, die der Massentourismus in den Alpen hervorruft und weisen immer häufiger auf die Grenzen der touristischen Nutzung der Alpen hin. So werden immer mehr Verkehrswege durch die Alpen gebaut und Dorfstrukturen zugunsten der fortschreitenden Verstädterung zerstört (Beispiel: Garmisch-Partenkirchen). Hinzu kommt es auch zu ökologischen Problemen wie Müll- und Abwasserbelastung, Verkehrsproblematik und zu „optischer Umweltverschmutzung“ durch technische Infrastrukturen wie beispielsweise Seilbahnen. Der weitere Ausbau der touristischen Infrastrukturen stößt bereits in vielen Alpentälern an seine Grenzen, vor allem, da durch Naturgefahren (beispielsweise Lawinen, Muren) das Flächenangebot begrenzt ist. Einige tragische Unglücke wie beispielsweise im tirolerischen Galtür im Februar 1999 haben diese Problematik aufgezeigt. Um den Urlaubern entgegenzukommen, werden Hotels häufig unmittelbar vor die Skipisten gebaut. Löst sich an den Hängen einer Skipiste eine Lawine, trifft diese die Hotels besonders hart, da die Lawinen durch das Fehlen von Hindernissen ungebremst sind.

180°Panorama: Plattform der Seilbahnstation auf dem Mont Fort 3230 m.ü.M

Literatur

Allgemein

  • Jon Mathieu: Geschichte der Alpen 1500–1900. Umwelt, Entwicklung, Gesellschaft. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 1998, 2. Auflage: 2005. ISBN 978-3-205-99363-6.
  • Werner Bätzing: Die Alpen – Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. 1. TB-Ausgabe: C.H.Beck, München 1984, 3. Auflage: 2003. ISBN 3-406-50185-0.
  • Werner Bätzing: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Porträt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005. ISBN 3-89678-527-3.
  • Bernhard Edmaier und Angelika Jung-Hüttl: Kunstwerk Alpen. Bergverlag Rother, Unterhaching 2012, ISBN 978-3-7633-7060-3.
  • Hans Carl Heidrich: Die Alpen. Abenteuer der Jahrhunderte. Union Verlag, Stuttgart 1970.
  • Heinz Veit: Die Alpen – Geoökologie und Landschaftsentwicklung. UTB Ulmer, Stuttgart. 2. Auflage, 2002.
  • Katharina Winckler: Die Alpen im Frühmittelalter. Die Geschichte eines Raumes in den Jahren 500 bis 800. Böhlau, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78769-3.

Schwerpunktthemen

Periodika

  • Internationale Alpenschutzkommission CIPRA (Hrsg.): Alpenreport: Daten, Fakten, Probleme, Lösungsansätze. Paul Haupt Verlag, Bern/Stuttgart/Wien, dnb 952550334 (Weblink, CIPRA alpMedia)

Ältere Literatur

  • Albrecht von Haller: Die Alpen. Gedicht von 1729 – über die Alpen und ihre Bewohner.
  • Eugen von Hartwig: Brief aus über Tirol geschrieben in den Jahren 1843 bis 1845., 650 S. Google Books, online
  • Fritz Machatschek: Die Alpen. 3. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig 1929.

Medien

  • Herbert Habersack, Hartmut Schwenk: Messners Alpen. Schwenk Film, SWR/ARD, France 5, S4C, WEGA Film, 2006-2007, Erstausstrahlung: 30. Dezember 2007, 31. Dezember 2007, 1. Januar 2008, HDTV 16:9, 3 × 52 Minuten – Dokumentarfilmreihe über den alpinen Lebensraum in all seinen Facetten (Weblink, Schwenk Film)

Weblinks

 Commons: Alpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Alpen – Reiseführer
 Wiktionary: Alpen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Alpen – Zitate

Einzelnachweise

  1. Eintrag zu Alpen in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  2. Fläche der Alpen: 220.000 km2 nach AEIOU, 190.912 km2 nach CIPRA/Alpenkonvention
  3. a b c RockyAustria
  4. a b Die Alpen, Internationale Alpenschutzkommission CIPRA
  5. W. Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. München 2005, ISBN 3-423-32511-9, Seite 30
  6. O. Cuntz: Die Geographie des Ptolemäus. Berlin 1923
  7. a b Différenciation et désignation géographique des objets alpins, Debarbieux 2001 (Webdokument, pdf)
  8.  Werner Bätzing: Kleines Alpen-Lexikon: Umwelt, Wirtschaft, Kultur. 1205 von Beck’sche Reihe, C.H.Beck, 1997, ISBN 978-3-406-42005-4, S. 77–79.
  9.  Werner Bätzing: Die Alpen: Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft. C.H.Beck, 2003, ISBN 978-3-406-50185-2, Anmerkung zur Vorsatzkarte «Gratstrukturen und Wasserläufe der Alpen», S. 403 ff (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. SOIUSA – Suddivisione orografica internazionale unificata del Sistema Alpino, Marazzi 2004. Abgerufen am 17. Januar 2007.
  11. Vor 14 Millionen Jahren – die Alpen erheben sich aus dem Urmeer Paratethys, C. R. Scotese: Paleomap Project
  12. Warme Winter gab es auch früher – Neue Dauerausstellung im Wiener Naturhistorischen Museum
  13. Franz Unger: Über den Einfluss des Bodens auf die Vertheilung der Gewächse, nachgewiesen in der Vegetation des nordöstlichen Tirols. Rohrmann und Schweigerd, Wien 1836.
  14. Christoph Zürcher: Kasthofer, Karl Albrecht im Historischen Lexikon der Schweiz
  15. Hans Köchler (Hrsg.), Die europäische Aufgabe der Alpenregion. Dokumentation eines internationalen Symposions (Innsbruck, 2. und 3. Juni 1971). Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik an der Universität Innsbruck, I. Innsbruck 1972.
  16. Hans Köchler (Hrsg.), Transnationale Zusammenarbeit in der Alpenregion. Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, II. Innsbruck 1973.
  17. Interreg IIIB: transnationale Zusammenarbeit, Generaldirektion Regionalpolitik, Europäische Kommission
  18. Werner Bätzing: Die aktuellen Veränderungen von Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Bevölkerung in den Alpen. Im Auftrag des Umweltbundesamtes, gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Berlin 2002 (Webdokument, pdf, 4,7 MB, auf Mediendatenbank, umweltbundesamt.de)
  19. Omnes Viae, antiker Online-„Routenplaner“.
  20. Martin Kluger: Die Fugger in Augsburg, S. 13 ISBN 978-3-939645-63-4. Leseprobe (PDF, 1 MB)
  21. europaticker: Alpentransitbörse ist praxistauglich, Stand 2007
  22. Erfindung des Wintertourismus in Graubünden
  23. Modellregion Göschenen für nachhaltigen Alpen-Tourismus