Elgygytgyn
| Elgygytgyn | ||
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| Lage des Elgygytgyn-Sees | ||
| Geographische Lage | Sibirien | |
| Zuflüsse | rund 50 kleine Bäche (viele trocknen im Sommer aus, alle frieren im Winter durch) | |
| Abfluss | Enmyvaam | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 67° 30′ 0″ N, 172° 0′ 0″ O67.5172492Koordinaten: 67° 30′ 0″ N, 172° 0′ 0″ O | |
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| Höhe über Meeresspiegel | 492 m | |
| Fläche | 110 km² | |
| Breite | 12 km | |
| Volumen | 14.100.000.000 m³ | |
| Maximale Tiefe | 170 m | |
| Einzugsgebiet | 293 km² | |
| Besonderheiten |
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| Alter: ca. 3,6 Millionen Jahre Wassertemperatur: max. 3,5 °C im Hochsommer Eisdicke: ca. 2 m am Ende des Winters Sichttiefe: 19 m, extrem oligotroph |
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Elgygytgyn (tschuktschisch „эльгыгытгын“ [ˈɛɬɣəˌɣətɣən] für „der Weiße See“) ist ein See im nordöstlichen Sibirien (67° 30' N, 172° 5' O, 492 m ü. NN). Er liegt im Anadyrgebirge (Autonomer Kreis der Tschuktschen). Der See hat einen Durchmesser von ca. 12 km und ist 170 m tief. Der Name Elgygytgyn bezieht sich auf die lange Eisbedeckung. Der See ist neun Monate im Jahr mit Eis bedeckt. Lediglich von Mitte Juli bis Oktober ist er eisfrei.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entstehung
Der See liegt innerhalb eines Meteoritenkraters (Impaktstruktur) mit einem Durchmesser von 18 km. Der Meteoriteneinschlag ereignete sich vor ca. 3,6 Millionen Jahren, d.h. an der Wende vom unteren zum mittleren Pliozän. Der Elgygytgyn-Krater gilt damit als ein vergleichsweise junger Krater. Da er auf Grund dessen noch sehr gut erhalten und relativ groß ist, wurde er bereits in den 1970er Jahren trotz seiner abgeschiedenen Lage als Meteoritenkrater erkannt (Lit.: Dietz & McHone, 1976). Weiterhin ist der Elgygytgyn einer von nur zwei bekannten Einschlagkratern auf der Erde, die in vulkanischen Gesteinen gebildet wurden.
[Bearbeiten] Besonderheiten
Obwohl nördlich des Polarkreises gelegen, war der See während des Eiszeitalters nicht von Gletschern bedeckt, so dass die Seesedimente des Elgygytgyn ein für die Wissenschaft wertvolles Klimaarchiv bilden. Dies wird zur Zeit im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte untersucht (siehe Weblinks).
Eine weitere Besonderheit des Elgygytgyn sind vier endemische Fischarten, die nur in diesem See vorkommen.
[Bearbeiten] Schreibweise
Im Englischen wird nach dem l ein Apostroph gesetzt (El'gygytgyn), um das kyrillische Weichheitszeichen wiederzugeben. Die wissenschaftliche Transliteration lautet daher Èlʹgygytgyn.
[Bearbeiten] Literatur
- Dietz, R.S.; McHone, J.F. Jr. (1976): El'gygytgyn: Probably world's largest meteorite crater. Geology, 4(7), 391–392, doi:10.1130/0091-7613(1976)4<391:EPWLMC>2.0.CO;2
- Melles, M; et al. (2011): The Lake El’gygytgyn Scientific Drilling Project – Conquering Arctic Challenges through Continental Drilling. Scientific Drilling 11, 29-40, doi:10.2204/iodp.sd.11.03.2011.
[Bearbeiten] Weblinks
- Universität zu Köln - Projektseite des Klimaforschungsprogramms (deutsch/englisch)
- Universität Fairbanks (englisch)
- Elgygytgyn in der kanadischen Datenbank für Impaktstrukturen (englisch)
- Informationen zum Elgygytgyn-Bohrprojekt (englisch)
- DFG Science TV: Polares Klimaarchiv - Video-Serie über das Bohrprojekt am Elgygytgyn (deutsch/englisch)