Eupalinos

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Eupalinos (auch Eupalinus) von Megara war ein antiker griechischer Ingenieur, der den Tunnel von Samos baute, der vermutlich zwischen 550 und 530 v. Chr. fertiggestellt wurde.[1] Als der zweite bekannte Tunnel in der Geschichte, der im Gegenortvortrieb gebaut wurde und der erste, bei dem dies nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan geschah, gilt der Tunnel als ein Meisterwerk der antiken Ingenieurskunst.[2] Mit 1036 Meter Länge war der Eupalinos-Tunnel zudem der längste Tunnel seiner Zeit. Er ist zurzeit nur noch auf einer Länge von 150 m für die Öffentlichkeit begehbar.

Der griechische Historiker Herodot beschrieb in seinen Historien (3.60) kurz den Tunnel und bezeichnete Eupalinos von Megara, Sohn des Naustrophos, als dessen Baumeister. Angeblich handelt es sich bei Eupalinos um den ersten hydraulischen Ingenieur in der Geschichte, dessen Name der Nachwelt überliefert ist.[3] Darüber hinaus ist jedoch nichts über die Person des Eupalinos bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tom M. Apostol: The Tunnel of Samos; in: Engineering and Science, 1 (2004), S. 30–40 (PDF)
  • Alfred Burns: The Tunnel of Eupalinus and the Tunnel Problem of Hero of Alexandria; in: Isis 62 (1971), S. 172–185
  • Harry B. Evans: Rezension von Hermann Kienast, Die Wasserleitung des Eupalinos auf Samos; in: American Journal of Archaeology 103 (1999), S. 149–150
  • June Goodfield, Stephen Toulmin: How Was the Tunnel of Eupalinus Aligned?; in: Isis 56 (1965), S. 46–55
  • Ulf Jantzen (Hrsg.): Die Wasserleitung des Eupalinos. Die Funde; Samos 20; Bonn: Habelt, 2004; ISBN 3-7749-3312-X
  • Hermann J. Kienast: Die Wasserleitung des Eupalinos auf Samos; Deutsches Archäologisches Institut Athen (Informationsbroschüre)
  • Hermann J. Kienast: Die Wasserleitung des Eupalinos auf Samos; Samos 19; Bonn: Habelt, 1995; ISBN 3-7749-2713-8
  • B. L. van der Waerden: Eupalinos and His Tunnel. In: Isis 59 (1968), S. 82–83

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Evans, Kienast-Rezension, S. 150
  2. Der älteste bekannte Tunnel, bei dem der Vortrieb von zwei Seiten gleichzeitig in Angriff genommen wurde, ist der Hiskija-Tunnel in Jerusalem (um 700 v. Chr.). Allerdings deuten die zahlreichen Blindstollen, die die Gesamtlänge des Tunnels um ein Drittel verlängern, darauf hin, dass bei der Bestimmung der Vortriebsrichtung keine besondere wissenschaftliche Methodik zum Einsatz gekommen ist (Burns, S. 173). Vermutlich folgte man einfach dem Verlauf einer Wasserader (Apostol, S. 33)
  3. Apostol, Tom, S. 33