Exemplar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Begriff in der Psychologie siehe Exemplar (Psychologie).

Ein Exemplar (Expl.) (v. lat.: exemplum, „Vorbild“, „Muster“, „Ebenbild“) ist ein Einzelstück oder Individuum aus einer Menge gleichartiger Dinge oder Lebewesen. Gängige Abkürzungen für einzelne Bücher und Ähnliches sind Ex. oder Expl.[1] Dementsprechend bedeutet exemplarisch beispielhaft, musterhaft.

Exemplar als ‘Einzelstück aus einer Menge gleichartiger Dinge’ ist aus dem mittelhochdeutschen exemplār für ‘Vorbild, Muster’ abgeleitet und fand noch im 17. Jahrhundert diese Bedeutung. Daneben wird es seit dem 16. Jahrhundert im heutigen Sinne verwendet. Anfangs wurde insbesondere ein ‘einzelner Abdruck eines Buches’ damit bezeichnet, was durch das lateinische exemplar für ‘Abschrift, Abbild, Muster, Vorbild’ deutlich wird. So definierte Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart folgendermaßen: „Bey den Buchdruckern bedeutet Exemplar das Original einer Schrift, dasjenige, was bey dem Setzen eines Buches oder einer Schrift dem Setzer zum Muster dienet, bey den Buchhändlern hingegen ist Exemplar ein Stück der ganzen Auflage, ein Buch oder eine Schrift als ein Individuum betrachtet“.[2]

Exemplar ist eine Weiterbildung zum lateinischen exemplum, wofür etwa das Adjektiv exemplarisch nach lat. exemplāris ‘beispiel-, musterhaft’ steht und Verwendung etwa in ‘ein warnendes Beispiel gebend’ fand, das im 17. Jahrhundert etwa für exemplarische Strafe stand. Dieses wird auch durch die seit der 17. Jahrhundert gebräuchlichen und zunächst rechtssprachliche Wendung ein Exempel statuieren für ‘ein abschreckendes Beispiel geben’ deutlich. Das Verb exemplifizieren für ‘durch Beispiele deutlich machen’ ist im 16. Jahrhundert belegt und ist gleichbedeutend mit dem mittellateinischen exemplificare.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Exemplar auf duden.de, abgerufen am 12. September 2011
  2. Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1986., online auf zeno.org
  3. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin 1993, ISBN 3-05-000626-9. Taschenbuchausgabe: Ungekürzte, durchgesehene Ausgabe, 7. Auflage. dtv, München 2004, ISBN 3-423-32511-9, Online bei DWDS