Führerschein zur Fahrgastbeförderung

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Führerschein zur Fahrgastbeförderung, Außenseite:
enthält Angaben zum Inhaber (Vorname, Name, Geburtsdatum und -ort, Anschrift) sowie ggf. Auflagen wie eine Sehhilfe
Innenseite:
enthält u. a. Angaben zur Geltungsdauer und ein Lichtbild des Inhabers (nicht in allen Bundesländern erforderlich)

Die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (kurz FzF) und der dazugehörige „Führerschein zur Fahrgastbeförderung“ (auch „Personenbeförderungsschein“, kurz „P-Schein“) für Mietwagen mit Fahrer, Taxis, Pkw im Linienverkehr oder Pkw im gewerblichen Ausflugsverkehr/Ferienzielverkehr werden benötigt, wenn man gewerblich bis zu acht Personen befördern möchte.

Rechtliche Grundlage für den Erwerb der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung ist die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

Die Ausführung des Führerscheins zur Fahrgastbeförderung ist bundesweit einheitlich, mit Ausnahme des Lichtbildes, welches nicht in allen Bundesländern erforderlich ist.

Personen, die einen Personenbeförderungsschein erwerben oder führen, müssen die Gewähr dafür bieten, dass sie der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht werden, Ortskunde besitzen sowie gesundheitlich geeignet sind. Die Genehmigung zur Personenbeförderung wird für fünf Jahre erteilt und kann danach verlängert werden. Das Mindestalter beträgt 21 Jahre. Die Fahrerlaubnis der Klasse B muss für mindestens zwei Jahre im Besitz des Bewerbers sein.

Den Vorschriften dieses Gesetzes unterliegt die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, Oberleitungsbussen und Kraftfahrzeugen. Als Entgelt sind auch wirtschaftliche Vorteile anzusehen, die mittelbar für die Wirtschaftlichkeit einer auf diese Weise geförderten Erwerbstätigkeit erstrebt werden.

Es gibt unterschiedliche Anforderungen, beispielsweise bei der Ortskunde, für den Erwerb der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, je nachdem, ob sie für Taxis, Mietwagen mit Fahrer etc. eingesetzt werden soll.

Für Zivildienstleistende wurden nach § 74 FeV Ausnahmen vom Mindestalter und der Fahrpraxis erteilt. Sie benötigten auch keinen Ortskenntnisnachweis.

Unterlagen für den Ersterwerb[Bearbeiten]

Für den Ersterwerb der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • formaler Antrag (bei der Führerscheinstelle erhältlich, in der Regel die Straßenverkehrsämter der Kommunen und Kreise)
  • Personalausweis oder Reisepass (nur zusammen mit gültiger Meldebestätigung)
  • Führerschein (es wird nur der EU-Kartenführerschein akzeptiert)
  • Gutachten eines Arztes mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ bzw. Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung über die körperliche und geistige Eignung. Informationen, welche Ärzte dieses Gutachten erstellen können, geben die Führerscheinstellen. Es handelt sich hierbei um eine Leistungsdiagnostik (Stresstest, Reaktionstest, Wahrnehmungstest), sog. leistungspsychologische Untersuchung.
  • Ärztliches Zeugnis oder Gutachten über die Sehkraft
  • Führungszeugnis Belegart O (zur Vorlage bei Behörden)
  • Auszug aus dem Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg
  • Ortskenntnisnachweis (zu erhalten bei der Führerscheinstelle, in deren Bereich gefahren werden soll – bei Mietwagen nur, wenn der Ort des Betriebssitzes mehr als 50.000 Einwohner hat). Bei dieser Prüfung sind Fragen zu bekannten Sehenswürdigkeiten und Gebäuden, öffentlichen Einrichtungen oder Stadtteilen zu beantworten. Ebenso werden in der Regel Fahrtstrecken abgefragt, wobei Start- und Zielpunkt vorgegeben werden und vom Absolventen der Prüfung verlangt wird, den kürzesten Weg zum Zielort detailliert und präzise anzugeben. Der Ortskenntnisnachweis ist grundsätzlich nur erforderlich bei Mietwagen mit Chauffeur oder bei Taxis oder bei Fahrern für Krankentransporter (ohne Bundeswehr, ohne Polizei). Zumindest im Land Berlin wird auf den Ortskundenachweis verzichtet, wenn die Fahrerlaubnis ausschließlich für das Führen von Krankenkraftwagen im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei einer Hilfsorganisation genutzt werden soll. Diese Beschränkung ist in der Fahrerlaubnis vermerkt.

Kosten[Bearbeiten]

  • Amtliche Bearbeitungsgebühr für die Beantragung: ca. 43 €
  • Führungszeugnis: Die Kosten von 15 € sind meist nicht in der Bearbeitungsgebühr enthalten. Die Unterlagen müssen dann vom Anwärter bei der zuständigen Meldebehörde beantragt werden und werden von dort der Führerscheinstelle übersandt.
  • Der Auszug aus dem Verkehrszentralregister ist kostenfrei.
  • Arbeitsmedizinische und augenärztliche Beurteilung:
    • Gutachten gemäß Fahrerlaubnisverordnung ca. 160 €
    • Die augenärztliche Untersuchung kostet ca. 55 €
    • Bei einem Arzt für arbeitsmedizinische Untersuchung erhält man alle Untersuchungen für ca. 95 €
  • Ortskundeprüfung (z. B. in Berlin): 55 €

Weblinks[Bearbeiten]

  • Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr: HTML, PDF
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