Fast Flux Test Facility

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fast Flux Test Facility
Luftaufnahme der Fast Flux Test Facility

Luftaufnahme der Fast Flux Test Facility

Lage
Fast Flux Test Facility (Washington)
Fast Flux Test Facility
Koordinaten 46° 26′ 7,4″ N, 119° 21′ 32,2″ W46.435402138014-119.35895562172Koordinaten: 46° 26′ 7,4″ N, 119° 21′ 32,2″ W
Land Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Daten
Eigentümer U.S. Department of Energy
Betreiber Westinghouse Electric Corporation
Baubeginn 1. Januar 1969
Inbetriebnahme 9. Februar 1980
Abschaltung 18. März 1992
Reaktortyp Flüssigmetallgekühlter Schneller Brutreaktor
Thermische Leistung 400 MW
Neutronenflussdichte 4.6 × 1015 n/(cm2 s)
Stand 2. Februar 2009

Die Fast Flux Test Facility (Abkürzung FFTF) liegt auf der Hanford Site im Benton County im Bundesstaat Washington in den Vereinigten Staaten.[1][2]

Der Reaktor[Bearbeiten]

Das Reaktorgebäude
Luftaufnahme der Anlage

Es handelt sich um einen flüssigmetallgekühlten schnellen Brutreaktor[3] mit einer thermischen Leistung von 400 MWth.[4][2]Die FFTF war der weltweit größte Testreaktor seiner Art.[5] Die Brennelemente waren mit rostfreiem Stahl vom Typ 316 umgeben.[6]

Der Reaktor gehört dem U.S. Department of Energy (DOE). Zurzeit befindet sich die FFTF in der Phase der Deaktivierung (Herunterfahren oder Übergang).[4]

Zweck und Nutzung[Bearbeiten]

Die Anlage wurde als Neutronenquelle verwendet. Der Reaktor war ein Prototyp für das Brutreaktor-Programm der USA. Er war in erster Linie für die Prüfung von Brennstoffen und Materialien für das fortgeschrittene Reaktor-Programm der USA bestimmt. Während des 10-jährigen erfolgreichen Betriebs führte die FFTF eine Vielzahl von Forschungs- und Prüf-Programme über die nuklearen Brennstoffe, Materialien und Systeme der nuklearen Anlagen durch.[2] Einige dieser Experimente wurden für andere Länder, darunter Japan und Kanada, durchgeführt. Die FFTF produzierte auch medizinische Isotope zur Krebsbehandlung einschließlich Gadolinium-153 und Kobalt-60.[5] Es wurde auch Tritium produziert.[7]

Der Reaktor war auch ein Materialtestreaktor (MTR).[6] Es wurden auch Bestrahlungstests durchgeführt.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Planungen für die FFTF begannen im Jahr 1965, während der Blütezeit der Experimente mit Kernenergie in den USA. Vier Jahre später wurde die Konzeption abgeschlossen. 1970 wurde Westinghouse ausgewählt, um die Anlage zu bauen und zu betreiben. Der Bau wurde 1980 abgeschlossen und den Betrieb begann die Anlage im Spätsommer 1982. In der Anlage wurden mehrere hundert Menschen beschäftigt.[5]

Der Reaktor wurde 1980 erstmals kritisch und war kurzzeitig von der Stilllegung bedroht, bis die US-Regierung einen großen Vorteil im Weiterbetrieb der Anlage erkannte. 1992 wurde der Reaktor abgeschaltet.

Bis zum Jahre 2002 war der Reaktor im "Hot Standby"-Status, was 31 Millionen US-Dollar pro Jahr kostete. Dann jedoch startete der Abbau der FFTF, da die Regierung von George W. Bush keine Verwendung für den Forschungsreaktor hatte.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fast Flux Test Facility – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fast Flux Test Facility, WA (englisch)
  2. a b c IMINT / DOE - Hanford Site (englisch)
  3. Fast Flux Test Facility Instrumentation Requirements (englisch)
  4. a b Department of Energy Richland Operations Office - Fast Flux Test Facility (englisch)
  5. a b c Department of Energy Hanford Site - 400 Area: Fast Flux Test Facility (englisch)
  6. a b Theoretical Analysis of Sodium Removal from Fast Flux Test Facility Fuel Subassemblies (englisch)
  7. Fast Flux Test Facility (englisch)
  8.  A. L. Pitner, B. C. Gneiting, R. B. Baker, S. L. Hecht: Prototype oxide breeder tests in the Fast Flux Test Facility. In: Nuclear Technology (United States). 105, Nr. 3, 1994, ISSN 0029-5450, S. 355-365.
  9. Dismantling of Hanford's Fast Flux Test Facility starts today, Meldung vom 19. September 2002 (englisch)