Flughafen Budapest Liszt Ferenc

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ferihegy)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Budapest Liszt Ferenc Nemzetközi Repülőtér
Ferihegy2-1civertanlegi.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LHBP
IATA-Code BUD
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 16 km südöstlich von Budapest
Straße M5 (E75)
Nahverkehr BKV-Budapester Nahverkehr
Basisdaten
Eröffnung 7. Mai 1950
Betreiber Budapest Airport Pte. Ltd.
Fläche 1515 ha
Terminals 3
Passagiere 8.520.880 (2013)
Luftfracht 73.033 t (2005)
(xxx t Luftpost)
Flug-
bewegungen
126.947 (2006)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
5,5 Millionen Passagiere (2A & 2B)
Beschäftigte 14.850 (2004)
Start- und Landebahnen
13R/31L 3010 m × 59 m Asphalt
13L/31R 3707 m × 59 m Asphalt

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Flughafen Budapest Liszt Ferenc (IATA: BUD; ICAO: LHBP; ungarisch: Budapest Liszt Ferenc Nemzetközi Repülőtér) ist der internationale Verkehrsflughafen der ungarischen Hauptstadt Budapest. Der nach dem Komponisten Franz Liszt (ungarisch Liszt Ferenc) benannte Flughafen verfügt über drei Terminals und fertigt im Jahr über acht Millionen Passagiere ab. Er dient als Basis für die Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air und war bis zu deren Insolvenz auch der Heimatflughafen der staatlichen Fluggesellschaft Malév, sowie der privaten Fluggesellschaft SkyEurope Hungary Kft. (Ableger der slowakischen Billigfluggesellschaft SkyEurope Airlines).

Geschichte[Bearbeiten]

Tower
Außenansicht von Terminal 1
Innenansicht von Terminal 1
Innenansicht von Terminal 2B

Eröffnung und erste Jahre[Bearbeiten]

Bis 1939 lief der gesamte Flugverkehr von und nach Budapest über den Flughafen Budaörs, welcher aber zunehmend an seine Grenzen stieß. So entschied man im September 1939 für den Bau eines neuen Flughafens. Die Ausschreibung zum Bau des Flughafens Ferihegy gewann der Ungar Károly Dávid d. J., mit seinem Entwurf eines Flughafenkomplexes in Form eines Flugzeuges. In Károlys Vorstellung sollte die Abflugs- und Ankunftshalle den Rumpf des Flugzeuges darstellen. Mehrgeschossige Gebäude vor dem Rollfeld stellten die Flügel dar. An der Gebäudefront, die auf das Rollfeld ausgerichtet war, plante Károly eine Aussichtsterrasse und zwei Kontrolltürme. Dies sollte die Motoren des Flugzeuges darstellen. Vom Architektonischen her war der Flughafen damit zu seiner Zeit einer der modernsten Europas.

Nach 1945[Bearbeiten]

Auch der Flughafen Ferihegy trug schwere Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg davon und konnte deshalb erst wieder am 7. Mai 1950 eröffnet werden. Gebaut wurde der Flughafen ursprünglich für die Mavszovlet (ungarisch/deutsch: (Magyar-Szovjet Polgári Légiforgalmi Részvénytársaság)/Ungarisch-Sowjetische Flugverkehrsaktiengesellschaft) welche die Rechtsvorgängerin der heutigen Malév war. Malev war auch die Fluggesellschaft, welche die erste regelmäßige Fluglinie nach Westeuropa (Budapest-Wien) anbot.

1980–1989[Bearbeiten]

Da der Flughafen Ferihegy Mitte der 1980er Jahre langsam an seine Kapazitätsgrenzen zu stoßen begann, wurde ein zweites und drittes Terminal geplant. 1985 waren die Bauarbeiten am Terminal 2 abgeschlossen. In den Planungen für Terminal 2 wurde großer Wert darauf gelegt, der staatlichen Malév einen gebührenden Platz auf dem neu gestalteten Gelände einzuräumen. So war das Terminal 2A ausschließlich für Malév reserviert. Nach dem Umzug der Fluglinien in das neue Terminal 2 begann langsam die Bedeutung des Terminals 1 zu schwinden, und es wurde nur noch von Frachtmaschinen, Kleinflugzeugen und Sonderflugzeugen der ungarischen Regierung genutzt.

Nach 1989[Bearbeiten]

Da das Flugverkehrsaufkommen nach dem Ende des Kalten Krieges von und nach Budapest stark zurückging, wurden große Teile des Flughafens als Büroflächen genutzt. Dies änderte sich langsam ab 2003, als die ersten Billigfluggesellschaften (Low-Cost-Carrier) in den Markt der Fluggesellschaften eintraten. Da abzusehen war, dass das ansteigende Passagieraufkommen die Grenzen des Terminals 2 mit der Zeit sprengen werde, entschied man sich, das Terminal 1 zu reaktivieren und zu renovieren. 2004 begannen schließlich die ersten Arbeiten unter Führung der Budapest Airport GmbH. Da das Terminal allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits unter Denkmalschutz stand, konnten kaum Veränderungen am Gebäude durchgeführt werden, die den Fluggästen den heutzutage erwünschten Service und Komfort bieten. So gibt es weder einen Transit für umsteigende Fluggäste noch Business- und VIP-Warteräume. Auch das Gepäck wird nicht wirklich effizient transportiert. Dies alles führte dazu, dass sich nach den Umbauarbeiten nur Billigfluggesellschaften für die Benutzung des Terminals interessierten.

Privatisierung[Bearbeiten]

Nachdem sich die ungarische Regierung dafür entschieden hatte, den Budapester Flughafen zu privatisieren, ging dieser 2005 an die meistbietende British Airports Authority, die für knapp über 1,8 Mrd. Euro 75 % der Anteile, abzüglich einer Aktie, am Flughafen von Ungarn übernahm. Am Bieterwettstreit nahmen unter anderen auch die deutsche Fraport und Hochtief AirPort teil. Da der Kaufpreis fast das 30-Fache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen des Flughafens darstellte, wurde der Kauf durch die BAA von Analysten sehr kritisch gesehen. BAA begründete ihren Schritt mit der Überlegung, dass der Flughafen ein sehr hohes Wachstumspotential (von bis zu 20 Prozent) aufweise und noch nicht alle freien Kapazitäten ausgeschöpft seien. Des Weiteren sieht man einen Vorteil darin, dass die Regulatoren in Ungarn weniger streng sind als in westlichen Ländern.

Auf die Übernahme der BAA durch die spanische Ferrovial im Juni 2006 folgt im Mai 2007 die Veräußerung deren Anteile für 1,9 Mrd. Euro an ein Konsortium aus Hochtief AirPort, der kanadische Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ), der GIC Special Investment aus Singapur, Aero Investment (zu Goldman Sachs gehörend) und der KfW IPEX-Bank.[1] Damit gehört der Flughafen zu 37,25 % Hochtief AirPort, jeweils zu 13,625 % GIC Special Investment und CDPQ, zu 7,5 % Aero Investment, zu 3,0 % KfW IPEX-Bank und zu 25,0 % (plus einer Stimme) dem Ungarischen Staat.[2]

Nach Investitionen mit einer Summe von über 200 Millionen Euro wurde der Flughafen Ende März 2011 nach dem Komponisten Franz Liszt in Budapest Liszt Ferenc Nemzetközi Repülőtér (dt. Budapest Franz Liszt internationaler Flughafen) umbenannt. Er verfügt seitdem auch über den sogenannten Skycourt mit einer neuen zentralen Wartehalle mit Geschäften und Restaurants zwischen den Terminals 2A und 2B. Ferner gibt es neue Büros, eine neue Postverteilung und ein modernisiertes Gepäckbeförderungssystem.[3]

Am 4. Februar 2012 gab Ryanair bekannt, dass sie aufgrund der Betriebseinstellung von Malév den Flughafen Budapest zu ihrer 51. Basis machen wolle.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt im Osten der Stadt im XVIII. Bezirk in Pestszentlőrinc-Pestszentimre.

Die Schnellbuslinie 200E verbindet die Terminals 2A/2B mit der U-Bahn Endstation Kőbánya-Kispest der Linie M3.

Mit dem am 16. Juli 2007 in Betrieb genommenen Bahnhof am (geschlossenen) Terminal 1 gibt es Schienenanbindung zum Westbahnhof (Nyugati pályaudvar). Der erste Zug vom Westbahnhof startet um 3 Uhr, der letzte um 0:30 Uhr. Umgekehrt fahren die Züge von 4:05 bis 23:23 Uhr meist im Halbstundentakt (22 bis 25 Minuten Fahrzeit).

Neben den vielen Taxiunternehmen, von denen vertraglich seit dem 12. Dezember 2010 nur das Fötaxi die Taxiplätze am Flughafen nutzen darf, fahren auch Minibusse (Sammeltaxi mit Festpreisen für eine einfache oder Hin- und Rückfahrt) zu jedem beliebigen Ort in Budapest.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Der Flughafen Budapest verfügt über Verbindungen zu zahlreichen Zielen innerhalb Europas sowie einigen wenigen im Nahen Osten. Nach der Einstellung der Flüge von American Airlines nach New York City führt die längste Verbindung derzeit mit Qatar Airways nach Doha. Budapest war bis zur Betriebseinstellung Heimatflughafen der staatlichen ungarischen Fluggesellschaft Malév, sowie bis zu deren Insolvenz 2009 auch von SkyEurope Hungary Kft. Derzeit bedienen vor allem die beiden Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air, die hier jeweils eine Basis unterhalten, die meisten Routen von und nach Budapest.

Aus Deutschland fliegen Lufthansa, Germanwings, Air Berlin, Ryanair, Easyjet und Wizz Air nach Budapest. Ziele in Deutschland sind Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Köln/Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hahn, Hamburg, München, Stuttgart, Memmingen und Weeze.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über die drei Terminals 1, 2A und 2B. Die Terminals 2A und 2B werden durch das Skycourt miteinander verbunden. Zu Terminal 1 gehört außerdem ein separates kleines Abfertigungsterminal für die Allgemeinluftfahrt (General Aviation). Derzeit laufen Planungen zum Bau eines neuen Frachtterminals. Terminal 1 verfügt über eine Eisenbahnhaltestelle, die Terminals 2A und 2B über einen gemeinsamen Busbahnhof. In unmittelbarer Nähe des Flughafens befindet sich der Airport Business Park, mit Lagerhallen, Büros und Gewerbeflächen. Des Weiteren befindet sich zwischen dem alten Terminal 1 und den neueren Terminals 2A und 2B gelegen ein Luftfahrtmuseum.

Seit dem 30. März 2008 ist das Schengener Abkommen auch für Passagiere an allen ungarischen Flughäfen in Kraft, und führte zu einigen Umbauten und neuen organisatorischen Maßnahmen innerhalb der Terminalgebäude.

Terminal 1[Bearbeiten]

Das 1950 eröffnete Terminal 1 steht unter Denkmalschutz und wurde im Jahre 2005 vollständig saniert, teilweise umgebaut, innen neu gestaltet, und zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Bahnhof ausgestattet. Seither ist es durch die staatliche Eisenbahngesellschaft MÁV an die Innenstadt angeschlossen. Terminal 1 ist von Terminals 2A/2B aus nicht zu Fuß erreichbar, sondern liegt etwa sieben Kilometer entfernt, in Richtung Budapest. Aus der Luft betrachtet hat es die Form eines Flugzeugs.

Seit Abschluss der Bauarbeiten im September 2005 diente Terminal 1 hauptsächlich zur Abfertigung von Billigfluggesellschaften wie z.B. Norwegian Air Shuttle, Skyeurope, easyJet und Wizz Air. Eine Glaswand trennt Reisende von und in Staaten des Schengener Abkommens von Reisenden außerhalb der Schengenzone. Neben Verkaufsflächen und mehrerer Cafés verfügte das Terminal 1 auch über ein Restaurant mit für die Öffentlichkeit frei zugänglicher Besucherterrasse. Des Weiteren befinden sich in unmittelbarer Nähe verschiedene Flughafenbüros und die ungarische Luftfahrtbehörde.

Nach der Insolvenz der staatlichen ungarischen Fluggesellschaft Malév und der dadurch frei gewordenen Kapazitäten wurde die gesamte Abfertigung von Passagierflügen in die Terminals 2A und 2B verlegt. Terminal 1 ist seit Mai 2012 nunmehr geschlossen.

Terminal 2A[Bearbeiten]

Das im November 1985 eröffnete Terminal wurde seinerzeit exklusiv für die staatseigene Fluggesellschaft Malév errichtet und hieß ursprünglich lediglich Terminal 2; nach der Eröffnung eines weiteren Terminalgebäudes nebenan heißt es seit 1998 Terminal 2A. Von hier aus operieren sämtliche Skyteam- und Star Alliance Flüge, sowie fast alle Flüge von und nach Staaten des Schengener Abkommens.

Terminal 2B[Bearbeiten]

Terminal 2B wurde im Dezember 1998 eröffnet und liegt neben dem etwas älteren und äußerlich ähnlichen Terminal 2A (ehemals Terminal 2). Terminal 2B dient der Abfertigung sämtlicher Flüge der oneworld Alliance, der meisten Flüge von und nach Destinationen außerhalb des Schengener Abkommens, sowie (seit Schließung des Terminal 1) aller Billigfluggesellschaften.

SkyCourt[Bearbeiten]

Seit März 2011 verbindet eine neue Halle, die sogenannte SkyCourt, die beiden Terminals 2A und 2B. Die Kapazität des Flughafens für Passagiere wurde dadurch stark vergrößert. Passagiere gelangen seither nach Passieren der Sicherheitskontrolle in diesen zentralen Bereich, wo sich auf mehreren Ebenen Cafés, Restaurants, Verkaufsflächen, Lounges und Sitzgelegenheiten befinden. Von dieser Halle aus führen Gänge zu den Boarding Gates A1 bis A19 sowie B1 bis B19.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Budapest Liszt Ferenc International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. wiwo.de: http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/id/126/id/267560/fm/0/SH/0/depot/0/index.html, Hochtief übernimmt Flughafen Budapest
  2. Budapest Airport
  3. Franz-Liszt-Flughafen eröffnet SkyCourt in: Budapester Zeitung, 11. Jahrgang, Nummer 12, Budapest, 21. bis 27. März 2011, Seite 1 und 7