Feuerschützenbostel

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Feuerschützenbostel ist ein Ortsteil der zur Stadt Bergen gehörenden Ortschaft Eversen. Er liegt 2,5 km westlich von Eversen und hat derzeit 23 Einwohner.

Rittergut der Familie von Harling
Holzbrücke über die Örtze

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Feuerschützenbostel 1526 in einer Lehnsurkunde des Herzogs Ernst des Bekenners, in der ein Balthasar von Kimme mit Feuerschützenbostel belehnt wurde. Die von Kimme sollen das Lehen als Afterlehen der von Hodenhagen bekommen haben. Aufgrund einer Notiz im Hauptregister der Amtsvogtey Bergen des Jahres 1571 kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich der Hof bereits seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Kimme befunden hat. Dem Ritterstand gehörten die von Kimme noch nicht an, als sie Feuerschützenbostel bekommen hatten, sie waren Ministriale.Erst als sie mit dem Namen von Feuerschütz betitelt wurden gehörten sie dem Ritterstand an.

1541 entstand mit dem sog. Mielmannshof die erste Kötnerstelle in Feuerschützenbostel. In einem Viehschatzregister des Jahres 1589 werden bereits drei abgabenpflichtige Höfe genannt, von denen jedoch nur der Mielmannshof bestehen bleibt. Die anderen beiden Hofstellen werden in Verzeichnissen der Vogtey Winsen aus dem Jahr 1667 und des Kirchspiels Sülze aus dem Jahr 1657 nicht mehr aufgeführt, die Gründe hierfür sind nicht bekannt.

Feuerschützenbostel gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Kirchengemeinde in Winsen. Seit 1790 ist Feuerschützenbostel der Fabian-und-Sebastian-Kirche in Sülze zugehörig.

Im 19. Jahrhundert entstanden weitere Hofstellen, 1824 werden in einem Verzeichnis des Kirchspiels Sülze bereits 4 Hofstellen und 24 Einwohner genannt.

Messstelle der NLWKN an der Örtze
Ruheforst mit Buchen- und Eichenmischwald

Ende des 20. Jahrhunderts hat in Feuerschützenbostel der Tourismus zunehmend an Bedeutung gewonnen, so betreiben heute die Besitzer des Mielmannshofs ein Landcafé und das Rittergut vermietet Ferienwohnungen an Touristen. Daneben besitzt weiterhin die Land- und Forstwirtschaft für den Ort eine zentrale Bedeutung. Der Ort liegt, abgelegen von jeglichem Durchgangsverkehr, unmittelbar an der Örtze. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat an dem Fluss einen Pegel und eine solarbetriebene gewässerkundliche Messstelle für die Erfassung von Umweltdaten errichtet. Die Eigentümer des Rittergutes zu dem das 1901 errichtete Herrenhaus gehört, ist die Familie von Harling, sie haben in ihrem Waldbesitz einen „Geschenkewald“ eingerichtet. Hier können für 99 Jahre Baumpatenschaften zu jedem Anlass eingegangen werden. Außerdem ist ein Waldgelände, mit altem Buchen- und Eichenmischwaldbestand, als Ruheforst bereitgestellt.

Am 1. Januar 1973 wurde Eversen in die Stadt Bergen eingegliedert.[1]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Feurschützenbostel gehörte seit seiner Entstehung bis zu den politischen Reformen im Königreich Hannover in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Amtsvogtey Winsen. Im Zuge der Generalteilungen entstand die politische Gemeinde Feuerschützenbostel, die bis zur Eingemeindung nach Eversen im Jahre 1929 selbständig blieb.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.

Weblinks[Bearbeiten]

52.73333333333310.031944444444Koordinaten: 52° 44′ N, 10° 2′ O