Feuerschlucken

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Ein Feuerschlucker

Beim Feuerschlucken löscht der Feuerkünstler eine brennende Fackel in seinem Mund (nicht zu verwechseln mit Feuerspucken).

Technik[Bearbeiten]

Beim Feuerschlucken wird die Flamme der Fackel erstickt. Der Feuerkünstler hält, bevor er die Fackel in den Mund nimmt, die Luft an, wodurch sich der Kohlendioxidgehalt in der Atemluft des Feuerschluckers vergrößert. Wenn er die Fackel in den Mund nimmt, atmet er leicht aus, wodurch die Fackel vom Kohlendioxid erstickt wird. Dieser Vorgang erfordert lange Übung und ist sehr gefährlich. Es sollte niemals ohne eine fachkundige Person, die auch Erste-Hilfe-Kenntnisse besitzen sollte, durchgeführt werden.

Tricks[Bearbeiten]

Viele Feuerschlucker beherrschen auch Tricks, wie das Festhalten der Fackel zwischen den Zähnen und das Wiederentzünden der Fackel mit Brennstoffrückständen auf den Lippen.

Gefahren[Bearbeiten]

Das Feuerschlucken birgt viele Gefahren, nicht nur die der Verbrennung. Selbst bei absoluter Konzentration und Aufmerksamkeit des Artisten bleiben immer noch Gefahren.

Verbrennungen[Bearbeiten]

Wenn der Feuerkünstler nicht stark genug ausatmet oder sogar einatmet, schlägt die Flamme in den Rachenraum und führt zu Verbrennungen der Nase bis hin zu Verbrennungen des Halses.

Lungenentzündung[Bearbeiten]

Wenn von der Fackel Brennstoff eingeatmet wird, gelangt dieser in die Lunge, in der er zu erheblichen Schädigungen (je nach Art des Brennstoffs) führt. Diese so genannte Lipid-Pneumonie oder „chemische Entzündung“ wird ausgelöst durch die Zerstörung des Phospholipid-Films der Lungenbläschen und kann zu einem tödlichen Lungenödem oder einer schweren bakteriellen Lungenentzündung führen. Dieser Mechanismus ist unabhängig vom verwendeten Mittel oder dessen Reinheit und wird nur durch dessen physikalische Eigenschaften verursacht. Ernste Warnsignale für eine Lipid-Pneumonie sind anhaltende Hustenanfälle. In den deutschen Giftinformationszentren wurden in den Jahren 2000 und 2001 über 100 Fälle dieser Art registriert.

Vergiftungen und Reizungen[Bearbeiten]

Viele der fürs Feuerschlucken verwendeten Brennstoffe sind gesundheitsschädlich oder sogar giftig. Diese Gefahr wird von vielen unterschätzt, da sogar schon der Kontakt der Brennstoffe mit der Haut gefährliche Folgen haben kann. Vergiftungen entstehen auch durch Verschlucken oder Einatmen der Dämpfe des Brennstoffs oder des Brennstoffs selbst.

Tumoren[Bearbeiten]

Aufgrund der häufigen chronischen Verbrennungen und Reizungen im Mundraum ist die Rate an Mundhöhlenkarzinomen bei Feuerschluckern erhöht.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Fonger: Feuerspucken und Feuerschlucken. 3. Auflage. Ed. Aragon, Moers 2002, ISBN 3-89535-432-5.

Weblinks[Bearbeiten]