Fleisch (Theologie)

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Der Begriff Fleisch hat in der Bibel neben der heute gebräuchlichen Bedeutung von Fleisch als Lebensmittel drei weitere Bedeutungen,[1] die zwar teilweise miteinander zusammenhängen, aber doch ganz unterschiedlich verwendet werden (neutral oder negativ, etwas ähnlich verhält es sich in der Bibel mit dem Begriff Welt). Während ältere Bibelübersetzungen den Begriff wesentlich häufiger verwenden, wird er in Übersetzungen in heutiger Sprache mehr und mehr durch andere Begriffe und Formulierungen ersetzt.

Fleisch: der Mensch als leiblich-seelische Einheit[Bearbeiten]

Zunächst bezeichnet Fleisch in der Bibel den Menschen als leiblich-seelische Einheit. Wenn die Bibel von 'allem Fleisch' redet, sind damit nichts anderes als 'alle Menschen' gemeint. (z.B. wenn von der Vergänglichkeit des Menschen die Rede ist: "alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen." 1. Petrus 1,24) In der Verbindung von Mann und Frau sind die beiden 'ein Fleisch' („Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein "ein" Fleisch.“ 1. Mose 2,24)

Fleisch: der Bereich des Irdischen[Bearbeiten]

Als Übertragung der ersten Bedeutung (wie sie bei der Bibelstelle zur Vergänglichkeit, s.o., schon anklang) bezeichnet Fleisch den gesamten Bereich des Irdischen, Leiblichen, Menschlichen. In diesen Bereich trat Gott nach christlicher Vorstellung mit Jesus ein, was sich (von der Christologie her) in einem der zentralen Verse des neuen Testaments zeigt: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1,14)

Fleisch: Unerlöstheit und Abhängigkeit von der Sünde[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den ersten beiden neutralen Bedeutungen ist diese Bedeutung von Fleisch eindeutig negativ; sie beschreibt, dass das Handeln ebenso wie das Denken und Wollen des Menschen nicht von Gott, sondern vom Irdischen, ja, von Sünde geprägt ist: „Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft“ (Römer 7,14). Erst dadurch, dass Gott Fleisch wurde (2. Bedeutung, s.o.), kann nach christlicher Vorstellung diese Fleischlichkeit (dritte Bedeutung) überwunden und der Mensch aus Gnade erlöst werden.

Der zweiten und dritten Bedeutung (die beide starken Eingang in theologische Literatur gefunden haben) ist gemein, dass sie in der Bibel einen Gegenbegriff haben: Geist, was in mehreren Bibelstellen thematisiert wird, die bekannteste ist: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26,41).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörg Sieger: Einführung in die Bibel. Zentrale Themen des Alten Testamentes. Kap. 8: Der Mensch als "Fleisch"