Franz Davidis

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Franz Davidis

Franz Davidis, auch Franz David bzw. Franz David Hertel, ungarisch Dávid Ferenc (* 1510 in Klausenburg; † 15. November 1579 auf der Festung Déva in Siebenbürgen), war ein unitarischer Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Davidis an der Universität Wittenberg studiert hatte, wurde er lutherischer Pfarrer in Klausenburg, trat dann zunächst zum Calvinismus und 1566 schließlich zum Unitarismus über. Nach anfänglicher Zusammenarbeit mit Giorgio Biandrata geriet er mit diesem auseinander. Vermittlungsversuche durch Fausto Sozzini schlugen fehl. Auf Anstiften von Biandrata wurde Davidis als Ketzer zu lebenslanger Haft verurteilt und starb im Gefängnis.

Der evangelische Heidelberger Theologe Adam Neuser, dessen Freund Johannes Sylvanus am 23. Dezember 1572 nach entsprechenden Rechtsgutachten aus Wittenberg wegen seiner unitarischen Überzeugungen auf dem Heidelberger Marktplatz mit dem Schwert enthauptet wurde, schloss sich nach seiner Flucht aus Heidelberg, wo er wegen seiner unitaristischen Ansichten verfolgt wurde, ins osmanisch beherrschte Siebenbürgen zunächst der Gruppe um Davidis an, ging aber später nach Konstantinopel, wo er zum Islam konvertierte.

Aus Davidis’ Anhängern, den Davidisten, entstanden die jüdisch gesinnten Unitarier (Judaizanten), die im Gegensatz zu den gemäßigten Unitariern um Fausto Sozzini und Giorgio Biandrata jede Verehrung Christi ablehnten, da dieser in ihren Augen bloß ein natürlicher Mensch war, und aus diesen wiederum die Sabbatarier, die das Neue Testament verwarfen und glaubten, die Ankunft des Messias sei noch nicht erfolgt.

Literatur[Bearbeiten]