Gaius Silius

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Gaius Silius (* um 4; † Spätherbst 48) war ein römischer Senator und designierter Konsul, bekannt durch seine illegitime Heirat mit Messalina, der Ehefrau des Kaisers Claudius.

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

Gaius Silius war ein „Mann von edlem Geschlechte, würdevoller Gestalt und kräftigen Geistes“.[1] Seine Eltern waren Gaius Silius, Konsul des Jahres 13, und Sosia Galla. Sein Vater, ein Freund des Germanicus, und seine Mutter, eine Freundin der Agrippina wurden im Jahr 24 von Tiberius wegen maiestas angeklagt; Silius kam der Verurteilung durch Selbstmord zuvor.[2]

Leben[Bearbeiten]

Zunächst hatte Gaius Silius (wohl in den dreißiger Jahren des 1. Jahrhunderts) die ebenfalls aus edler Familie stammende Iunia Silana geheiratet, war aber kinderlos geblieben. Im Jahre 47 wurde Iunia durch Messalina verdrängt und die Ehe geschieden.

Für die Jahre 47 und 48 war Silius zum Konsul designiert, wurde aber gleichwohl nicht zum Konsul ernannt. Im Spätherbst 48 spitzte Messalina durch die öffentliche Heirat mit Gaius Silius die Frage, wer der Kaiser Roms sei, auf das Äußerste zu. Ohne länger zu warten, als bis Claudius eines Opfers wegen nach Ostia reiste, beging sie in aller Form die Feierlichkeiten der Vermählung.[3]

Durch eine Anzeige des Narcissus erfuhr Claudius von der ungeheuerlichen Geschichte. Währenddessen feierten Messalina und Silius in Rom ein rauschendes Weinfest. Doch als sie die Kunde von Claudius Rückkehr erreichte, brach man das Fest ab: So gingen sie denn auseinander, Messalina in den Garten des Lucullus, Silius, um seine Furcht zu verbergen, zu den Geschäften des Forums. Die Übrigen, die sich hierhin und dorthin zerstreuten, fielen schon den Centurionen in die Hände.[4]

Weil man dem Prätorianerpräfekten Lusius Geta nicht traute, wurde Narcissus für einen Tag die Prätorianergarde übergeben. Der amtierende Konsul, der spätere Kaiser Aulus Vitellius, gab sich unwissend. Als nun Silius vor das Tribunal gebracht war, versuchte er nicht Verteidigung, nicht Aufschub, sondern bat, dass sein Tod beschleunigt würde.[5]

Der Satiriker Juvenal brachte das Dilemma des Silius folgendermaßen auf den Punkt:

Dieser brave junge Mann, der schönste unter allen Patriziern, war dem Tode geweiht, als Messalinas Auge auf ihn fiel. [...] Sie will unbedingt nur in gesetzlicher Form heiraten. Sag, wie du dich entscheidest. Willst du nicht folgen, stirbst du noch vor Abend; gibst du dem Frevel nach, lebst du ein Stündchen länger.[6]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Tacitus, Annalen 11, 28.
  2. Tacitus, Annalen 4, 18 f.
  3. Tacitus, Annalen 11, 26.
  4. Tacitus, Annalen 11, 32.
  5. Tacitus, Annalen 11, 35.
  6. Juvenal, Satiren 10, 331 ff.