Gaststätte Iberl

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Gaststätte Iberl mit der Iberl-Bühne

Die Gaststätte Iberl ist eine Gaststätte im Münchener Stadtteil Solln. Das Gebäude ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1] Die Gaststätte war seit 1966 Sitz der Iberl Bühne, eines Theaters, das volkstümliche Stücke in bayerischer Mundart spielt, die Bühne wird jedoch im Laufe des Jahres 2014 in die Münchner Innenstadt umziehen (Herzogspitalstrasse 6, im Augustiner Stammhaus).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ziegeleien am Warnberg auf einer historischen Karte von 1873/1875, an der Straße nördlich des Wäldchens am unteren Kartenrand (jetzt Waldfriedhof Solln) das Haus mit dem Ausschank (grau schraffiert)

Im Kern stammt das Gebäude aus der Zeit um 1830. Gründer der Gastwirtschaft war Josef Iberl (1835–1880), der aus der Oberpfalz stammte. Er hatte einen größeren Grundbesitz am Warnberg erworben und betrieb dort seit 1862 eine Ziegelei. Für die Arbeiter seiner und benachbarter Ziegeleien schenkte er in dem Haus Bier aus. [3]

Als die Lehmvorkommen knapp wurden und das Ende der Ziegeleien absehbar war, erreichte der Münchner Bildhauer Josef Heppner, der mit Josef Iberls Tochter Anna verheiratet war und mit ihr den Ausschank fortführte, eine allgemeine Konzession als Schankbetrieb. Heppner war Mitglied in dem Münchner Künstlerverein Die Raben, und durch deren Unterstützung wurde die Konzession, die zunächst wegen der Nähe der Gastwirtschaften in Pullach und Großhesselohe verweigert worden war, 1888 doch erteilt. 1889 übernahm Josef Heppner von Anton Köck dessen Gasthaus in Pullach und nannte es nach dem Künstlerverein Gasthaus Rabenwirt.

Die Gaststätte Iberl wurde von Katharina Iberl, der Frau des mittlerweile verstorbenen Josef Iberl, und später von ihrem Sohn Josef (1873–1941) weitergeführt, der zeitweise auch zweiter Bürgermeister von Solln war. Seit 1937 ist die Gaststätte im Besitz der Spaten-Franziskaner-Brauerei, die bereits seit 1910 das Bier geliefert hatte.

1966 pachtete Georg Maier die Gaststätte und gründete darin die Iberl-Bühne. Die Eröffnung des Theaters fand im Dezember 1966 mit der Aufführung des Theaterstücks Die Meistersinger von Schwabing statt. Die Bühne hatte ihren Sitz fast 50 Jahre in der Gaststätte Iberl, wird jedoch Mitte 2014 in die Münchner Innenstadt umziehen.[2]

Seit 2005 führen Sibylla und Klaus Abenteuer, die seit 2000 auch das Gasthaus Rabenwirt bewirtschaften, die Gaststätte Iberl. Im Sommer 2005 wurde das Gebäude grundlegend saniert und renoviert.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Gebäude ist im ländlich-klassizisierenden Stil gehalten. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Bauteil ist ein eingeschossiger Satteldachbau mit Firstrichtung senkrecht zur Straße. Er erstreckt sich über einer Grundfläche von etwa 13 × 22 m. Der Anbau von 1920 im Osten zur Straße hin ist ein zweigeschossiger, dreiachsiger Walmdachbau mit Firstrichtung parallel zur Straße. Er erstreckt sich über einer Grundfläche von etwa 13 × 5 m. Das Satteldach des Altbaus ist sehr steil und erreicht fast die Firsthöhe des Anbaus. Im Westen zum Hof hin hat der Altbau noch einen mit einem flachen Pultdach gedeckten Anbau von etwa 13 × 6 m.

Umzug in die Innenstadt[Bearbeiten]

Anfang 2014 kündigte Georg Maier an, dass die Iberl-Bühne nach fast 50 Jahren ihren Spielbetrieb in der Gaststätte Iberl Ende Mai 2014 beenden wird und ab Oktober 2014 in eine neue Spielstätte im Augustiner-Stammhaus an der Herzogspitalstraße in der Münchner Innenstadt umziehen wird. Die Gastronomie ist schon jetzt völlig unabhängig von der Bühne. Als Übergangslösung wird im Sommer 2014 ein Spielbetrieb in der Freilichtbühne beim Kistlerwirt in Bad Feilnbach stattfinden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Dennis A. Chevalley, Timm Weski: Landeshauptstadt München. Südwest. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Kreisfreie Städte und Landkreise. Bd. I.2/2, 2 Halbbände, Karl M. Lipp Verlag, München 2004, ISBN 3-87490-584-5, S. 682.
  •  Florian Sonneck: Georg Maier's Iberl Bühne - Bayerisches Volkstheater. Zwischen herkömmlicher Pseudo-Idylle und kritischer Aggression. Vorwort von Herbert Rosendorfer und Christian Ude. EFF ESS, Miesbach 1996, ISBN 3-9805056-0-X.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gaststätte Iberl beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  2. a b c Die Iberl-Bühne zieht ins Zentrum um. Abgerufen am 14. Februar 2014.
  3. Der Iberl in Solln. In: Website der Iberl-Bühne. Abgerufen am 15. Juni 2013.

48.07086944444411.514652777778Koordinaten: 48° 4′ 15″ N, 11° 30′ 53″ O