Gateway-Trilogie

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Die Gateway-Trilogie besteht aus den Büchern Gateway, Jenseits des blauen Horizonts und Rückkehr nach Gateway von Frederik Pohl. Die englischen Originaltitel sind: Gateway, Beyond the Blue Event Horizon und Heechee Rendezvous. Innerhalb der Science-Fiction-Literatur ordnet man sie dem Genre der Space Opera zu.

Handlung[Bearbeiten]

Gateway[Bearbeiten]

Auf dem zufällig entdeckten Asteroiden „Gateway“ nahe der Sonne werden zahllose außerirdische Raumschiffe einer unbekannten verschollenen - Hitschi genannten – Rasse gefunden. Niemand weiß, wie diese Raumschiffe funktionieren, und wohin ihr Kurs führt, aber sie werden von wagemutigen Piloten, sogenannte Prospektoren, zu ihrem unbekannten Zielen geflogen, um dort nach weiterer Hitschi-Technologie zu suchen oder wissenschaftliche Entdeckungen zu machen. Obwohl die Verlustrate extrem hoch ist, verstehen die Menschen die Hitschi-Schiffe als Chance, dem Elend auf der von Ressourcen ausgeplünderten und stets am Rande eines internationalen Konflikts stehenden Erde zu entkommen. Wer eine Expedition überlebt und Artefakte der Hitschi findet oder wichtige wissenschaftliche Entdeckungen macht, bekommt hierfür Prämien zugewiesen. Die Prämien für wichtige Funde reichen aus, um medizinischen Vollschutz zu erwerben und sein restliches Leben in Wohlstand zu verbringen.

Die Hauptperson Robinette Broadhead ist unter ärmlichen Verhältnissen in den Nahrungsgruben von Wyoming aufgewachsen. Als er überraschend 250.000$ in der Lotterie gewinnt, beschließt er hierfür ein Ticket nach Gateway zu kaufen und sein Glück als Prospektor zu versuchen. Nachdem er auf dem Asteroiden angekommen ist, zögert er jedoch und hält sich zunächst mit Hilfsarbeiten über Wasser. Auf Gateway lernt er die Prospektorin Gelle-Klara Moynhin kennen, mit der er eine Affäre beginnt. Sie hat bereits drei Flüge hinter sich, die erhaltenen Prämien reichen aber noch nicht, um sich zur Ruhe zu setzen. Ebenso wie Broadhead schreckt sie vor einem erneuten Flug zurück. Nach mehreren Monaten ringen sich die beiden schließlich durch und unternehmen zusammen mit drei Anderen einen Flug, der allerdings keine besonderen Prämien erbringt. Sein zweiter Flug ist eher eine Reaktion auf einen Streit, den er mit Klara hat. Als er erfährt, das sie Gateway verlassen hat, nimmt er den ersten 1-Personen-Flug, den er findet, um sich über seine Beziehung zu Klara klarzuwerden. Mit diesem Flug findet er einen weiteren Weg zu „Gateway II“, einem Asteroiden wie Gateway, aber in einem anderen Sonnensystem. Auf Grund dieses Fluges kommen die Forscher zu neuen Erkenntnissen über die Steuerung der Hitschi-Raumfahrzeuge. Um diese zu testen, planen sie einen Forschungsflug mit zwei Schiffen.

Die beiden Schiffe sollen kurz nacheinander starten und falls die Theorie stimmt auch am selben Ort angekommen. Bei den Zielkoordinaten handelt es sich allerdings um ein Schwarzes Loch, das beide Forschungsschiffe unweigerlich anzieht. Um zu entkommen, müssen alle Prospektoren in ein Schiff umsteigen und das andere aufgegeben werden. Während der folgenden hektischen Umräumaktion bleibt Broadhead in einem der Schiffe alleine zurück und betätigt den Antrieb. Er entkommt somit als einziger während alle anderen Piloten im zweiten Schiff im Einflussgebiet des Schwarzen Loches zurückgelassen werden. Da der Flug in wissenschaftlicher Hinsicht jedoch ein Erfolg war, erhält Broadhead die gesamte Prämie alleine und kehrt als reicher Mann auf die Erde zurück.

Die gesamte Geschichte wird in Rückblenden erzählt, während Broadhead sich in psychiatrischer Behandlung bei einem Computerprogramm befindet, um den Verlust seiner Freundin zu verarbeiten, für den er sich verantwortlich fühlt.

Jenseits des blauen Horizonts[Bearbeiten]

Der mittlerweile zu großem Vermögen gekommene Robin Broadhead finanziert einen Forschungsflug in die Oortsche Wolke, um eine zuvor dort entdeckte Nahrungsfabrik der Hitschi zu untersuchen. Wie bei Gateway handelt es sich um einen ausgehöhlten Asteroiden, angefüllt mit Hitschi-Technik. Weiterhin gibt es eine entfernte, „Hitschi Heaven“ genannte, Versorgungsstation, die im Gegensatz zu den anderen Hinterlassenschaften der Hitschi sogar noch aktiv ist. Bei der Erforschung der Station stellt sich heraus, dass die vorgefundenen Bewohner keineswegs die verschwundenen Hitschi, sondern vielmehr Nachfahren von Frühmenschen von der Erde sind, die von den Hitschi aus unbekannten Gründen hierher gebracht wurden. Weiterhin finden sie den Waisenjungen Wan vor, das Kind einer verschollenen Pilotin, die nach dem Andocken an der Station nicht mehr umkehren konnte, weil die Automatik das Schiff deaktivierte. Ebenfalls befinden sich im Computer der Fabrik die gescannten Bewusstseine zahlreicher anderer gestrandeter Piloten, die aber allesamt beschädigt sind, weil die Hitschi-Technik, die zwar die Übertragung lebender Bewusstseine auf Maschinen beherrschte, bei der menschlichen Hirnstruktur zu fehlerhaften Ergebnissen kam.

Broadhead gelingt es mit Unterstützung seiner privaten KI „Albert Einstein“, mit einem Hitschischiff zur Fabrik zu fliegen, wo er den Roboter, der für das Einsammeln und Scannen der Eindringlinge zuständig ist, besiegen kann. Er schafft es, den Hitschi Heaven, der sich als größtes bisher entdecktes Transportraumschiff der Hitschi entpuppt, zur Erde zu bringen. Mit der Technologie der Nahrungsfabrik und den unermesslichen CHON-Reserven (Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff) des Kometengürtels ist die Ernährung der Weltbevölkerung nunmehr gesichert.

Im Epilog wird erzählt, wohin die Hitschi verschwunden sind: sie haben sich hinter den Ereignishorizont schwarzer Löcher zurückgezogen, um sich vor einem unbekannten Feind zu verbergen.

Rückkehr nach Gateway[Bearbeiten]

Die Erde wird von terroristischen Organisationen in Angst und Schrecken versetzt. Gleichzeitig mehren sich die Hinweise auf weitere außerirdische Rassen. Außerdem treten die Hitschi erstmals in Erscheinung. Aufgeschreckt durch Berichte ihrer Außenposten verlassen sie ihr Schwarzes Loch, um nach dem Rechten zu sehen. Besorgt, der alte Feind könnte auf sie und die anderen, von den Hitschi betreuten Rassen aufmerksam werden, sammeln sie die slush dwellers, extrem langsam denkende, walartige Bewohner kalter Gasplaneten ein und führen eine Invasion des Sonnensystems durch, um die Menschen von weiteren Raumflügen abzubringen.

Im Verlauf der Geschichte erleidet Robinette Broadhead altersbedingt den Tod. Aufgrund der Fortschritte in der Hitschi-Forschung - man kennt inzwischen den Verwendungszweck der als „Gebetsfächer“ bekannten Datenspeicher - wird sein sterbendes Bewusstsein gescannt und seine psychische Substanz übertragen.

Broadheads lange verschollene Geliebte Klara wird von Wan, der in verschiedenen schwarzen Löchern nach seinem verschollenen Vater sucht, kaum gealtert aus dem schwarzen Loch geholt, findet Broadhead aber nur noch als KI vor - das tragische Ende einer unerfüllten Liebesgeschichte.

Die Menschen fügen sich den Anordnungen der Hitschi, weil sie die Bedrohung des Universums durch eine als Energieform lebende Rasse akzeptieren. Diese verbirgt sich hinter Kugelblitz genannten Black Holes aus purer Energie am Rande des Universums, hat einen unerklärlichen Hass auf alles Materielle und hat, so die Hitschi, in der Vergangenheit schon mehrfach intelligente Lebensformen ausgelöscht. Weitere Informationen werden aber nicht gegeben, das Ende bleibt damit offen.

Annals of the Heechee (Annalen der Hitschi)[Bearbeiten]

Der nachgeschobene vierte Teil der ursprünglichen Trilogie spielt im Wesentlichen auf einer Raumstation weit außerhalb der Milchstraße. Die Hitschi haben sich inzwischen mit der Menschheit dahingehend geeinigt, dass es wohl keinen Zweck hat, sich vor den Blitzern zu verstecken. Stattdessen will man mittels bemannter Außenposten unauffällig nachforschen, ob die Blitzer wieder aktiv geworden sind, und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Dazu dienen telepathisch begabte Menschen, deren Verstand bis in die Regionen der Blitzer hinausreicht.

Durch ein Versehen werden die Blitzer aber gerade dadurch auf die Milchstraße aufmerksam. Obwohl scheinbar dem Untergang geweiht, gelingt den Menschen und Hitschi ein überraschendes Ende - Beeindruckt von der Broadhead-KI und anderen Menschen, die freiwillig ihre biologische Existenz zugunsten eines masselosen, virtuellen Lebens aufgegeben haben, verzichten sie darauf, ihren Vernichtungszug durchzuführen.

Preise[Bearbeiten]

Der Roman Gateway erhielt 1977 den Nebula Award, sowie im Jahr 1978 den Hugo Award und den John W. Campbell Memorial Award.

Hintergrund[Bearbeiten]

Genau genommen ist der Titel „Gateway-Trilogie“ irreführend, da es weitere Bücher gibt, die sich mit den Hitschi und den Charakteren der drei Bände beschäftigen. Der dritte Band Rückkehr nach Gateway der oben aufgeführten Trilogie ist keineswegs der Abschluss der Saga, denn erst in den nachfolgenden Büchern werden viele verbliebene Fragen zu den Hitschi beantwortet. Im Gegensatz zu Amerika wurden in Deutschland lediglich die ersten 3 Bücher herausgegeben – jene sogenannte Trilogie. Tatsächlich gibt es mittlerweile 7 Bücher, in denen die Hitschi eine Rolle spielen oder erwähnt werden. Im englischen Sprachraum finden sich daher insgesamt folgende Bücher:

  • The Merchants of Venus (1972), ein Kurzroman, in der die Hitschi das erste Mal erwähnt werden (deutsch: Die Kaufleute auf der Venus enthalten in der Kurzgeschichtensammlung Jenseits der Sonne)
  • Gateway (1976), deutsch: Gateway, erster Teil der „Trilogie“
  • Beyond the Blue Event Horizon (1980), deutsch: Jenseits des blauen Horizonts, zweiter Teil der „Trilogie“
  • Heechee rendezvous (1985), deutsch: Rückkehr nach Gateway, dritter Teil der „Trilogie“
  • Annals of the Heechee (1987), vierter Teil (nur im Englischen erhältlich)
  • The Gateway Trip (1990) (A collection of short stories), eine Sammlung von Kurzgeschichten (nur im Englischen erhältlich)
  • The Boy Who Would Live Forever: A Novel of Gateway (2004), Pohls letzter Hitschi-Roman, fünfter Teil (nur im Englischen erhältlich)

Andere Medien[Bearbeiten]

Im Jahre 1992 veröffentlichte Legend Entertainment das Computerspiel Gateway. Der Spieler ist in der Interactive Fiction dabei ein Prospektor, der auf Gateway sein Glück sucht. Im Jahr 1993 folgte Gateway II: Homeland, dessen Spielprinzip weitgehend identisch ist und zehn Jahre nach dem ersten Teil spielt. Beide Spiele gelten als sogenannte Abandonware.

Im März 2014 wurde bekannt, dass die Produktionshäuser De Laurentiis Company und eOne an einer Serienadaption des Stoffes arbeiten.[1]

Weitere Infos[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Rezensionen auf fictionfantasy.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mario Giglio: Gateway: Serienadaption zu Frederik Pohls SciFi-Saga geplant. In: Serienjunkies.de. 11. März 2014. Abgerufen am 11. März 2014.