Berlin-Gatow
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Gatow |
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| Koordinaten | 52° 29′ 20″ N, 13° 10′ 54″ O52.48888888888913.181666666667Koordinaten: 52° 29′ 20″ N, 13° 10′ 54″ O |
| Fläche | 10,1 km² |
| Einwohner | 3722 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 368 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 |
| Postleitzahl | 14089 |
| Ortsteilnummer | 0505 |
| Gliederung | |
| Verwaltungsbezirk | Spandau |
| Ortslagen |
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Gatow [ˈgaːtoː] ist ein Ortsteil des Bezirks Spandau von Berlin, der im Süden des Bezirks liegt. Gatow ist einer der am geringsten bevölkerten Ortsteile von Berlin mit 3.722 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2011). Im Süden grenzt er an Kladow, im Norden an die Wilhelmstadt, im Osten verläuft die Havel und im Westen die Stadtgrenze von Berlin, die Gatow von den angrenzenden Ortschaften Potsdam (Ortsteil Groß Glienicke) und Dallgow, Ortsteil Seeburg trennt. Geologisch liegt Gatow auf den Ausläufern der glazial geprägten Nauener Platte zur Havelniederung.
Gatow wird auch als „Dorf in der Großstadt“ beschrieben, es hat sich den ländlichen Charme eines Straßendorfs erhalten. Das ist vor allem auf die landwirtschaftlich genutzten Felder und die Art der Bebauung zurückzuführen. So gibt es viele Einfamilienhäuser mit Gärten und einige wenige Mehrfamilienwohnhäuser.
Trotz dieser ruhigen Lage kann man innerhalb von 15 Minuten mit der BVG das Zentrum von Spandau mit U-Bahnhof, S-Bahnhof und Fernbahnhof und innerhalb von 30 Minuten den innerstädtischen Bahnhof Zoo erreichen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahr 1258 wurde das Dorf erstmals urkundlich unter dem Namen Gatho erwähnt. 1558 wurde Gatow der Stadt Spandau unterstellt. Es gehörte vor dem Mauerfall zum britischen Sektor von West-Berlin. Die britische Besatzungsmacht betrieb dort den 1935 errichteten Flugplatz Gatow als Militärflugplatz. Um dessen Gleichwertigkeit mit den Flughäfen Tegel (französische Besatzungszone) und Tempelhof (amerikanische Besatzungszone) zu betonen, achteten die Briten darauf, dass Königin Elisabeth II. in Gatow landete und wieder startete, wenn sie West-Berlin besuchte. Am 30. Juni 1994 wurde der Flugbetrieb eingestellt. 1969 wurde auch ein Golfplatz angelegt und The British Golf Club Gatow gegründet.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Dorfkirche Gatow
Teile der Dorfkirche wurden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Damit ist sie das älteste noch erhaltene Bauwerk in Gatow und hat den Status eines Baudenkmals. Ursprünglich war sie eine Feldsteinkirche. Über die Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder erweitert. Die letzten großen Restaurierungen erfuhr die Kirche in den Jahren 1935 (Fertigstellung am 22. Dezember 1935) und 1953. Im Inneren hängt über dem Altar ein auf Holz gemaltes Gemälde: die um 1495 entstandene „Beweinung Christi“, die der Werkstatt des Nürnberger Malers Michael Wolgemut zugeordnet wird.
[Bearbeiten] Villa Lemm
Die Villa Lemm liegt am Rothenbücherweg 2 direkt an der Havel. Das Anwesen hat eine Größe von rund 24.000 m². Es wird als eines der schönsten Grundstücke in Berlin bezeichnet. In den Jahren 1907 und 1908 ließ sich der Schuhputzmittelfabrikant Otto Lemm die Villa von dem Berliner Architekten Max Werner erbauen, 1913 wurde die Gartenanlage erweitert. Die Villa entspricht dabei dem Stil englischer Landhäuser, der Terrassengarten dagegen ist im italienischen Stil gestaltet. Von 1945 bis 1990 wurde die Villa vom britischen Stadtkommandanten bewohnt, der hier jährlich am Geburtstag von Königin Elisabeth II. ein großes Fest veranstaltete.
Nach der deutschen Wiedervereinigung ging die Villa Lemm in den Besitz des Landes Berlin über. Zu dieser Zeit wurde der Garten unter Denkmalschutz gestellt. Das Grundstück stand zeitweise zur Diskussion als Residenz des Bundeskanzlers. Die Villa Lemm wurde 1995 von dem Unternehmer und Kunstsammler Hartwig Piepenbrock gekauft und saniert. Insbesondere der Garten wurde wieder in seine ursprüngliche Form gebracht. Das Gelände ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
[Bearbeiten] Jaczo-Schlucht
→ Hauptseite: Berlin-Wilhelmstadt Jaczo-Schlucht mit Jaczoturm
[Bearbeiten] Weitere Sehenswürdigkeiten
Badewiese – Gatow hat drei schön gelegene Havelbadewiesen. Die beiden bekanntesten sind die „Große Badewiese“ in Höhe Hohengatow gegenüber vom Grunewaldturm und die „Kleine Badewiese“ in der Nähe des alten Gatower Dorfkerns. Eine weitere kleinere Badewiese befindet sich neben der Villa Lemm (in Richtung Heerstraße). Die Einheimischen nennen diese idyllische Badestelle an der Villa Lemm „Uferpromenade“ oder „Appelwiese“. Die Jugend Gatows nennt sie auch liebevoll „Obstwiese“, weil hier mitunter Obst in Form von Alkohol konsumiert wird. In den 1970er-Jahren war dort ein Bauwagen des DRK aufgestellt, um bei kleineren Badeunfällen Erste Hilfe zu leisten. Nach dem Fall der Mauer verlor Gatow aber als Badeort für die Berliner zunehmend an Bedeutung, die DLRG zog sich von der Appelwiese zurück. Gatow und Kladow waren – vor dem Mauerfall – neben dem Wannsee die Badestellen in Berlin. Die Autoschlange, die sich an Sommerabenden (speziell an den Wochenenden) zurück in die Innenstadt schob, war mehrere Kilometer lang.
Rieselfelder Gatow – Die teilweise auch im Ortsteil Wilhelmstadt liegenden Rieselfelder sind ein Relikt aus den früheren Zeiten der Abwasserentsorgung. Früher wurden hier die Abwässer aus einem größeren Teil von (West-)Berlin im Sandboden versickert. Obwohl die Schlämme abgeschöpft wurden, ist der Boden bis heute mit unzähligen Rückständen verseucht. Seit vielen Jahren sind die Rieselfelder außer Betrieb und haben sich zu einer Heidelandschaft entwickelt (Landschaftsschutzgebiet). Die Berliner Wasserbetriebe führen heutzutage immer noch Elutionsstudien durch, in denen untersucht wird, inwieweit Schwermetalle aus dem Boden herausgewaschen werden und inwiefern sich der Boden erholt. Zu diesem Zweck werden fertig geklärte Abwässer des Klärwerks Ruhleben versickert.
Gatow grenzte entlang der Potsdamer Chaussee an die DDR. Verbliebene Teile der ehemaligen Grenzanlagen im Originalzustand befinden sich im Ortsteil Kladow am nördlichen Ende des Groß-Glienicker Sees (am Ende der Gutsstraße ist ein kleines Segment der Berliner Mauer noch vorhanden), an dem ein Fuß- und Fahrradweg Groß Glienicke mit Kladow verbindet und die ehemalige Grenze überquert.
Naturschutzgebiet Windmühlenberg mit dem gefährdeten und in Berlin inzwischen seltenen Vegetationstyp der Sand-Trockenrasenflora. Die in den Jahren 2007/2008 erbaute Bockwindmühle an der Buchwaldzeile wurde 2008 vom Spandauer Bürgermeister Konrad Birkholz und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit feierlich eingeweiht.
Erwähnenswert ist der ehemalige Flugplatz Gatow, der allerdings vollständig im Ortsteil Kladow liegt.
→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Gatow
[Bearbeiten] Organisationen und Vereine
- Freiwillige Feuerwehr: Von den ehrenamtlichen Mitgliedern der am 9. Januar 1909 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Gatow wird der Notfallrettungsdienst sowie die technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung in Gatow und in den angrenzenden Ortsteilen Kladow, Staaken und Wilhelmstadt sichergestellt.
- Ruderverein Collegia
- Fußballverein SC Gatow
- Arbeitskreis Gatow
- Förderverein Historisches Gatow im Museumsdorf Gatow e.V.
[Bearbeiten] Weblinks
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