Geetanjali Shree

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Geetanjali Shree (2010)

Geetanjali Shree (eigentlich Geetanjali Pandey; * 12. Juni 1957 in Mainpuri, Uttar Pradesh, Indien) ist eine indische Schriftstellerin, sie lebt und arbeitet in Neu-Delhi.

Leben[Bearbeiten]

Geetanjali Shree wuchs als Tochter eines Beamten des Indian Administrative Service an dessen wechselnden Dienstsitzen in Nordindien auf. Mit Hindi als Muttersprache und einer englischsprachigen Schul- und Hochschulbildung ist sie in beiden Sprachen zu Hause. Sie studierte neuere indische Geschichte und begann zunächst eine akademische Karriere als Historikerin und Sozialwissenschaftlerin. Auf Englisch veröffentlichte sie vier wissenschaftliche Arbeiten über die Rolle von Intellektuellen und Literaten im Kontext der indischen Unabhängigkeitsbewegung des 20. Jahrhunderts. Diese Studien erschienen unter ihrem eigentlichen Namen Geetanjali Pandey.

Zunehmend wandte sich ihr Interesse dann der erzählenden und dramatischen Literatur zu und sie begann eine zweite Karriere als Schriftstellerin. Der Autorenname Geetanjali Shree, den sie für ihre auf Hindi verfassten literarischen Texte verwendet, ist eine Kombination aus ihrem eigenen Vornamen und dem Vornamen ihrer Mutter. Seit 1991 hat sie vier Romane und vier Bände mit Erzählungen veröffentlicht. Seit 1993 arbeitet sie mit dem Vivadi Theatre in Delhi zusammen, für das sie bisher vier Bühnenadaptationen von Texten anderer Autoren verfasst hat.

Außerhalb der Hindi-sprachigen Literaturszene Indiens wurde sie vor allem durch die 2000 erschienene englische Übersetzung ihres Erstlingsromans „Mai“ (1993) bekannt, in dem sie drei Generationen einer Familie porträtiert und die sich wandelnden gesellschaftlichen Rollenmuster beleuchtet. Im Zentrum des Romans steht Mai, die Mutter der Ich-Erzählerin, eine nur auf den ersten Blick schwache und unterdrückte Frau. Es folgten Übersetzungen von „Mai“ in weitere Sprachen. Eine deutsche Ausgabe dieses Romans und ein Auswahlband mit Erzählungen erschienen beim Draupadi Verlag, Heidelberg.

Literarische Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1991 Anugoonj (Erzählungen)
  • 1993 Mai (Roman); Umrao (Bühnenadaptation des Romans "Umrao Jan Ada" von Mirza Muhammad Hadi Ruswa)
  • 1998 Hamara Shahar us Baras (Roman)
  • 1999 Vairagya (Kurzgeschichten)
  • 2001 Tirohit (Roman)
  • 2006 Khali Jagah (Roman)
  • 2008 March, Ma aur Sakura (Kurzgeschichten)
  • 2010 Pratinidhi Kahaniyan (ausgewählte Erzählungen)

In deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

  • 2006 Finis. Kurzgeschichte. Übersetzt von Rainer Kimmig, in: Die Schlaflosigkeit Delhis und andere Wirklichkeiten. Wortreisen durch einen Kontinent, Bremerhaven 2006 (= "die horen", Ausgabe 223)
  • 2010 Mai. Ein Roman. Übersetzt von Reinhold Schein, Draupadi Verlag, Heidelberg
  • 2010 Weißer Hibiskus. Erzählungen. Übersetzt von Anna Petersdorf, Draupadi Verlag, Heidelberg
  • 2013 Unsere Stadt in jenem Jahr. Roman. Übersetzt von André Penz, Draupadi Verlag, Heidelberg

Wissenschaftliche Arbeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geetanjali Shree – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien