Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel

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Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel
Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis)

Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Ackerfrauenmantel (Aphanes)
Art: Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel
Wissenschaftlicher Name
Aphanes arvensis
L.

Der Gewöhnliche Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ackerfrauenmantel (Aphanes).

Merkmale[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Ackerfrauenmantel ist eine graugrüne, einjährig-überwinternde oder seltener sommerannuelle Pflanze. Der Stängel ist 3 bis 30 Zentimeter lang, selten mehr als 1,5 Millimeter dick, aufsteigend bis aufrecht, in der Regel etwas ästig und anliegend bis aufrecht-abstehend behaart.

Die Blätter sind 6 bis 15 (selten bis 20) Millimeter breit, selten bis zu 20 Millimeter lang und 7- bis 15-zipfelig (selten bis 21-zipfelig). Die Blattzipfel sind stumpflich bis spitzlich und 1 bis 3-mal so lang wie breit (selten 4-mal). Zumindest die untersten sind deutlich gestielt, wobei der Blattstiel 2 bis 8 Millimeter lang ist. Die Nebenblätter sind 3 bis 5 (selten bis 7) Millimeter lang und auf 25 bis 40 % ihrer Länge eingeschnitten. Sie besitzen 4 bis 6 Zipfel, die 1 bis 2-mal (selten bis 3-mal) so lang wie breit sind. Meist sind sie dreieckig und spitz, sich allmählich verschmälernd, manchmal sind einige auch eiförmig-länglich und stumpf, sich plötzlich verschmälernd. Die Blütenstiele sind vollständig behaart.

Die Blüten sind 1,8 bis 2,7 Millimeter lang, blühend bis 2 Millimeter breit und meist etwas die Nebenblätter überragend. Sie sind reichlich abstehend steifhaarig. Drei Kelchbecher ist eiförmig bis elliptisch, weist zwischen den 8 stark erhabenen Nerven Furchen auf und ist sehr selten braunrot gefärbt. Die Kelchblätter sind bis 0,8 Millimeter lang, 1,3 bis 2,5-mal so lang wie breit sowie 0,2 bis 0,75-mal so lang wie der Kelchbecher. Am Ende sind aufrecht bis aufrecht-spreizend, wobei zwischen ihren Spitzen ein Abstand von 0,5 bis 1 Millimeter liegt. Die Blüte ist krugförmig und unter den Kelchblättern leicht eingeschnürt. Die Außenkelchblätter fehlen oft, sie sind bis 0,25, in seltenen Fällen sogar bis 0,6-mal so lang wie die Kelchblätter. Die Nüsschen sind 1,2 bis 1,4 Millimeter lang und bräunlich.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32, 48.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober, selten kommen auch im Winter Blüten vor.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Ackerfrauenmantels umfasst Europa, wo die Art im Norden bis zu den Shetland-Inseln, Südskandinavien und Kurland vorkommt sowie im Osten bis ungefähr zum 25. Längengrad, und Teile Vorderasiens. In Nordamerika, Neuseeland und Australien wurde sie eingeschleppt.

Der Gewöhnliche Ackerfrauenmantel wächst auf und an Äckern, insbesondere solchen mit Wintergetreide oder Klee, ist aber auch oft in Massen auf Brachland anzutreffen. Seltener ist er in lückigen Weiderasen anzutreffen. Er ist eine Verbandcharakterart des Aphanion und oft mit Apera spica-venti und Matricaria chamomilla vergesellschaftet. In natürlichen Pflanzengesellschaften ist die Art nur selten zu finden: Im Wallis gibt es Beobachtungen aus Felsheiden zusammen mit Cynodon dactylon und Poa concinna und aus Norddeutschland als akzessorischer Bestandteil von Kiefernwäldern. Aphanes arvensis wächst auf Lehmböden, die mäßig trocken bis frisch, kalkfrei bis kalkarm bzw. oberflächlich entkalkt, meist sandreich, skelettarm, basenreich bis mäßig sauer, (mäßig) nährstoffreich und mittelhumos sind. Mittlerweile wird die Art aufgrund der intensivierten Landwirtschaft überall seltener.

Eine weitere Bezeichnungen für den Gewöhnlichen Ackerfrauenmantel lautet Ohmkraut.[1]

Belege[Bearbeiten]

  • Sigurd Fröhner: Aphanes. In: Hans. J. Conert u.a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995 ISBN 3-8263-2533-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, Seite 15