England

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter England (Begriffsklärung) aufgeführt.
England
Flagge Englands
Wappen Englands
Flagge Wappen
Amtssprache Englisch
Hauptstadt London
Fläche 130.395 km²
Einwohnerzahl 53.493.729 (2012)
Bevölkerungsdichte 410 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt € 1.200 Mrd. (4.)
(Schätzung 2002)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner € 24.503 (13.)
Währung Pfund Sterling, £, GBP
Zeitzone UTC+0
Internet-TLD .uk, .gb
Telefonvorwahl +44
Frankreich Guernsey Jersey Isle of Man Irland Wales Nordirland England SchottlandEngland in United Kingdom.svg
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England ist ein Land im Nordwesten von Europa und der größte und am dichtesten besiedelte Landesteil im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland.

England umfasst den größten Teil des südlichen Abschnitts der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal und der Südwesten Englands liegt am Atlantik.

Englands Hauptstadt ist London. London ist dies seit dem 12. Jahrhundert, davor war Winchester Hauptstadt. England wurde erstmals von modernen Menschen in der Jungsteinzeit bewohnt. Seit dem Zeitalter der Entdeckungen, die im 15. Jahrhundert begann, hat England kulturelle und rechtliche Auswirkungen auf den Rest der Welt.

Die Geographie Englands ist geprägt durch niedrige Hügel und Ebenen, vor allem im zentralen und südlichen England. Allerdings gibt es auch Hochland im Norden und Südwesten.

Gelegentlich wird England synekdochisch für das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland oder für die gesamte Insel Großbritannien gebraucht. Der Name England stammt vom westgermanischen Volk der Angeln (altengl. Englas) ab.

Geographie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

England ist mit etwa 130.000 km² der flächenmäßig größte Teil von Großbritannien. England bedeckt daher ca. zwei Drittel Großbritanniens. Als ein typisches Merkmal von England können die Küsten genannt werden. Neben den Küsten finden sich in England noch weitere vielfältige Naturräume. England besteht zum größten Teil aus Tiefebenen, die von Gebirgsketten durchzogen werden. Der höchste Berg in England ist der Scafell Pike in den Cumbrian Mountains mit 978 Metern. Der längste und bekannteste Fluss von England ist die Themse. Neben ihr fließen durch England der Severn, der Humber, der Trent und der Great Ouse.

Klima[Bearbeiten]

England liegt in der gemäßigten Klimazone und weist, aufgrund des Golfstroms, ein eher feuchtes aber auch warmes Klima auf. Insgesamt weist England ein wärmeres Klima als die Länder auf, die auf demselben Breitengrad liegen. Das Wetter ist in England sehr abwechslungsreich. Der Grund hierfür liegt darin, dass England von warmer Tropenluft und kalter Polarluft durchzogen wird.

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Englands

Vor der Römerzeit[Bearbeiten]

Die Geschichte Englands beginnt im Grunde mit der Entstehung der Insel. Um 8500 v. Chr., stieg der Meeresspiegel während der letzten Eisschmelze an und machte Britannien ca. 7000 v. Chr. zur Insel. In der Jungsteinzeit, die auf der Insel erst um 4000 v. Chr. begann, begannen Ackerbau und Viehzucht.

Römerzeit und Christianisierung[Bearbeiten]

Die Besiedlung Englands um 600

Die Römer landeten unter der Führung Caesars erstmals 55 und 54 v. Chr. in England, zunächst jedoch nicht als Eroberer. Erst ein knappes Jahrhundert später wurde England von den Römern besetzt. In das entstehende Machtvakuum drangen immer wieder schottische Völkergruppen an. In der Folgezeit wanderten Gruppen von Angeln, Jüten und Sachsen ein. Damit begann in Britannien das Frühmittelalter. Die angelsächsischen Völker brachten ihre germanische Religion, das Christentum, mit, und etwa zu Beginn des 9. Jahrhunderts, war die Christianisierung Englands abgeschlossen, wenn auch heidnischer Glaube immer noch weit verbreitet war.

Wikingerzeit[Bearbeiten]

Die dänischen Wikinger landeten schließlich Ende des 8. Jahrhunderts in England. Zunächst führten sie nur Raubzüge durch, aber später richteten sie sich ein, forderten auch Tributzahlungen und errichteten eigene Dörfer.

Politik[Bearbeiten]

Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der britischen Hauptstadt London. England hat – im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland – weder ein Landesparlament noch eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Englands Wirtschaft ist eine der größten der Welt, mit einem durchschnittlichem Pro-Kopf-Einkommen von 22.907 €. In der Regel wird England als Gemischte Marktwirtschaft angesehen. England praktiziert den Freien Markt und hat eine fortschrittliche Infrastruktur. Die offizielle Währung Englands ist der Pfund Sterling. England macht den größten Teil der Wirtschaft in Großbritannien aus, nicht zuletzt wegen London, eines der weltweit größten Finanzzentren. Es ist eines der führenden Länder in den Bereichen der chemischen und technischen Industrie, insbesondere Luft- und Raumfahrt, Rüstungsindustrie und Software-Industrie. Die Bank of England, im Jahr 1694 gegründet, ist die Zentralbank des Vereinigten Königreiches.

Religion[Bearbeiten]

Die Church of England hat den Status einer Staatskirche. Ihr Kirchenoberhaupt ist der regierende Monarch des Vereinigten Königreiches.

Laut einer Volkszählung von 2011 ergibt sich folgende Verteilung des Glaubens: 59,4 % sind Christen, 24,7 % nicht-religiöse, 5 % Anhänger des Islams, 3,7 % Anhänger einer anderen Religion. Außerdem gaben 7,2 % keine Antwort auf die Frage zur Glaubenszugehörigkeit.

Kunst[Bearbeiten]

Die englische Kunst ist geprägt von der Architektur, Malerei, Kunsthandwerk und der Plastik.

Gesundheit[Bearbeiten]

Der National Health Service (NHS), das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem in England und für die Bereitstellung der Gesundheitsversorgung verantwortlich. Er wird hauptsächlich finanziert durch allgemeine Steuern.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in England beträgt 77,5 Jahre für Männer und 81,7 Jahre für Frauen, das ist die höchste Lebenserwartung der vier Länder des Vereinigten Königreiches.

Küche[Bearbeiten]

Seit der frühen Neuzeit ist das Essen von England durch seine Trivialität und Abhängigkeit von Naturprodukten gekennzeichnet. Beispiele für traditionelle englische Küche sind der Sonntagsbraten, Fisch kombiniert mit Pommes frites und das Full English Breakfast, das generell aus Speck, Würstchen, Tomaten, Brot, Bohnen, Pilzen und Eiern besteht. Einige beliebte Käsesorten sind Cheddar, Red Leicester und Wensleydale .

Sport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fußball in England

England hat ein starkes sportliches Erbe und kodifizierte im 19. Jahrhundert viele Sportarten, die in heutigen Zeiten auf der ganzen Welt gespielt werden, darunter Fußball, Cricket, Rugby, Tennis, Boxen, Badminton, Squash, Könner, Hockey, Snooker, Billard, Darts, Tischtennis und Basketball, wobei Fußball hervorsticht. Die englische Fußballnationalmannschaft gewann im Jahre 1966 die Fußball-Weltmeisterschaft.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die 39 historischen Grafschaften[Bearbeiten]

Diese 39 historischen Grafschaften (engl. county, counties) bestehen seit dem Hochmittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.

Siehe auch: Traditionelle Grafschaften Englands

Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die 39 traditionellen Grafschaften
Frankreich Irland Isle of Man Schottland Nordirland Wales Greater London Surrey Buckinghamshire Kent Essex Hertfordshire Suffolk Norfolk Lincolnshire Rutland Cambridgeshire East Sussex West Sussex Isle of Wight Hampshire Dorset Devon (England) Cornwall Bristol Somerset Wiltshire Gloucestershire Leicestershire Northamptonshire Oxfordshire Herefordshire Warwickshire Worcestershire West Midlands (Metropolitan County) Shropshire Staffordshire Nottinghamshire Derbyshire Cheshire Merseyside Greater Manchester South Yorkshire East Riding of Yorkshire West Yorkshire Lancashire North Yorkshire Cumbria Northumberland Tyne and Wear County Durham (Unitary Authority) Darlington Borough of Stockton-on-Tees Middlesbrough Redcar and Cleveland Hartlepool Blackburn with Darwen City of York Kingston upon Hull North East Lincolnshire Borough of Halton Borough of Warrington Cheshire West and Chester Stoke-on-Trent Telford and Wrekin Derby (Derbyshire) Nottingham Leicester City of Peterborough Borough of Swindon Southend-on-Sea Borough of Medway Thurrock Bedfordshire Borough of Milton Keynes Luton Central Bedfordshire North Somerset South Gloucestershire Bath and North East Somerset Plymouth Torbay Scilly-Inseln Poole Bournemouth Southampton Portsmouth Brighton and Hove Reading West Berkshire Wokingham Bracknell Forest Slough Windsor and Maidenhead
Die Verwaltungsgrafschaften

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 historischen Counties. So wurde zum Beispiel 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden sechs Metropolitan Counties und die sogenannten Non-Metropolitan Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden. Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitan Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer „zweistufigen Verwaltung“ (erste Stufe: Grafschaften, zweite Stufe: Distrikte). 1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitan Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitan Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Distrikte erledigen („einstufige Verwaltung“). In ihrer Funktion können die Metropolitan Districts seither als Unitary Authorities bezeichnet werden. Die Bezeichnungen der sechs Metropolitan Counties wurden zwar beibehalten, sie sind seither aber nur noch für die Beschreibung der geographischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung. Zahlreiche Non-Metropolitan Districts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitan Districts vergleichbar.

Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu neun Regionen zusammengefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.

Großstädte[Bearbeiten]

Englische Städte

In der englischen Sprache wird zwischen city und town unterschieden. Das Recht, als „City“ bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die sogenannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine St Davids in Wales mit weniger als 2.000 Einwohnern als „City“ gilt, ist Stockport mit seinen 135.600 Einwohnern nur „Town“. Die Unterscheidung ist damit ähnlich der Unterscheidung zwischen Stadt und Gemeinde in Deutschland. Alle Verwaltungsbezirke mit städtischem Charakter besitzen in England üblicherweise auch den Status eines Borough.

Die folgende Liste der „Großstädte“ Englands enthält neben Greater London sowie den Unitary Authoritys Bristol und Leicester die jeweiligen Metropolitan Boroughs. Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten in den großstädtischen Ballungsräumen Englands, die man mit deutschen kreisfreien Städten vergleichen kann. Formal sind sie Untergliederungen der Metropolitan Countys, die allerdings als Verwaltungseinheiten keine Rolle mehr spielen (siehe auch Verwaltungsgliederung Englands).

Die zehn größten städtischen Verwaltungsbezirke in England (Stand 2012) sind:

Nationale Symbole[Bearbeiten]

Die englische Flagge, bekannt als St.-Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund und wird seit dem 13. Jahrhundert verwendet.

Ein anderes nationales Symbol ist seit den Rosenkriegen die Tudor-Rose, die ein Symbol des Friedens sein soll.[1] Die Rose wird z. B. von der Englischen Rugby-Union-Nationalmannschaft als Emblem verwendet.

Die Three Lions („Drei Löwen“) gehen auf Richard Löwenherz zurück und bilden das Wappen Englands.

England selbst hat keine offizielle Nationalhymne. Bei sportlichen Veranstaltungen, bei denen England als eigenständige Mannschaft auftritt, wird zumeist die britische Nationalhymne God Save the Queen verwendet, seltener auch die Hymne Jerusalem, z. B. bei Test Cricket.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emblems of Britain auf projectbritain.com
  2. Sing Jerusalem for England!, BBC vom 6. September 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: England – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: England – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: England – Reiseführer

52.483333333333-1.5666666666667Koordinaten: 52° N, 2° W