Ghana-Gottesanbeterin

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Ghana-Gottesanbeterin
Porträt einer weiblichen Ghana-Gottesanbeterin (Sphodromantis lineola)

Porträt einer weiblichen Ghana-Gottesanbeterin (Sphodromantis lineola)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Fangschrecken (Mantodea)
Familie: Mantidae
Unterfamilie: Mantinae
Gattung: Sphodromantis
Art: Ghana-Gottesanbeterin
Wissenschaftlicher Name
Sphodromantis lineola
Burmeister, 1838
Links oben: Weibchen
Rechts unten: Männchen

Die Ghana-Gottesanbeterin (Sphodromantis lineola) ist eine Art aus der Ordnung der Fangschrecken und wurde 1838 von Hermann Burmeister erstbeschrieben.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Ghana-Gottesanbeterin ist eine verhältnismäßig große, robust gebaute Gottesanbeterin. Sie hat einen dreieckigen, großen Kopf und einen verlängerten Prothorax. Zwischen dem Komplexauge und der Antenne erhebt sich beiderseits ein sogenannter Nebenaugenhöcker, der beispielsweise bei der ähnlichen Gattung Hierodula fehlt.[1]

Es besteht ein ausgeprägter Dimorphismus zwischen den beiden Geschlechtern. Das Weibchen wird 9 Zentimeter groß, dazu hat es einen kräftigen, breiten Körperbau mit nur sechs Segmenten. Durch die kurzen Flügel, die nicht über das Abdomen hinausreichen, kann es nur wenige Meter fliegen. Es hat eine hellbraune bis beige Färbung, nur selten ist es grün gefärbt, es wird etwa elf Monate alt.

Das Männchen wird nur 7 Zentimeter groß, es ist viel schlanker als das Weibchen und hat acht Segmente. Dazu hat es längere Flügel. Durch diese Flugfähigkeit ist es den Männchen möglich, aktiv die Weibchen aufzusuchen. Die Farbe des Männchens ist meist hellgrün, dadurch ähnelt es der Europäischen Gottesanbeterin. Es wird nur etwa acht Monate alt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Art kommt in West- und Ostafrika sowie Teilen Zentralafrikas und des südlichen Afrikas vor.[1] Sie bevorzugt die Steppenvegetation, wo sie auf höhere Sträucher klettert oder auch im Geäst von Bäumen zu finden ist.

Lebensweise[Bearbeiten]

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Bei der Kopulation kommt es gelegentlich zu kannibalistischem Verhalten. Das ist in der Natur aber sehr selten; unter Terrarienbedigungen lässt sich das Risiko verringern, wenn nur gut genährte Weibchen verpaart werden.[1] Das Weibchen bildet 3 bis 6 Ootheken, die 70 bis 300 Eier enthalten.

Die geschlüpften Jungtiere ernähren sich von Fruchtfliegen, Springschwänzen, Blattläusen und ihren eigenen Artgenossen.

Beutefang und Ernährung[Bearbeiten]

Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Grillen, Heuschrecken und Schaben (wobei diese meistens in der Haltung im Terrarium gefüttert werden), nur selten wird die Beute aktiv verfolgt. Meist erfolgt die Jagd in Lauerstellung, welche durch die Haltung der Fangarme zur Bezeichnung Gottesanbeterin geführt hat. Die Beute wird dann in Sekundenschnelle gepackt und gefressen.

Bei der Ghana-Gottesanbeterin wurde ebenso wie bei der verwandten Sphodromantis viridis aus Ägypten und einigen anderen Arten beobachtet, dass sie im Terrarium auch an Obststückchen fressen. Ob es dabei um echte Nahrungsaufnahme oder nur um die Aufnahme von Flüssigkeit geht, oder ob es sich um eine Leerlaufhandlung im Ernährungsverhalten handelt, ist noch nicht geklärt.[2]

Feinde und Parasiten[Bearbeiten]

Gottesanbeterinnen werden von bestimmten Arten der Fliegen, Hautflügler und der Saitenwürmer parasitiert. Die Maden der Insekten können wie die Saitenwürmer in den Körper der Gottesanbeterinnen oder in die Ootheken eindringen und als Parasitoide in ihnen leben. Bei der Ghana-Gottesanbeterin wurde der Befall mit Maden der Raupenfliegen (Tachinidae) beobachtet. Unter den Saitenwürmern sind es die Arten Chordodes ferox und Chordodes madagascariensis aus der Gruppe der Pferdehaarwürmer, die als Parasitoide der Ghana-Gottesanbeterin beobachtet wurden.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Es werden drei Unterarten unterschieden.

  • Sphodromantis lineola lineola (Burmeister, 1838), das Typusexemplar stammt aus Sierra Leone
  • Sphodromantis lineola pinguis La Greca, 1967, das Typusexemplar stammt aus La Maboke, Zentralafrikanische Republik
  • Sphodromantis lineola speciosa La Greca & Lombardo, 1987, das Typusexemplar stammt aus Morogoro, Tansania

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Claudia Heßler, Ingrid und Rudolf Bischoff: Mantiden - Faszinierende Lauerjäger. 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-930612-45-1, S. 103–107.
  2. Reinhard Ehrmann: Mantodea: Gottesanbeterinnen der Welt. NTV, 2002, S. 32.
  3. Reinhard Ehrmann: Mantodea: Gottesanbeterinnen der Welt. NTV, 2002, S. 34–35.

Literatur[Bearbeiten]

  • Claudia Heßler, Ingrid und Rudolf Bischoff: Mantiden - Faszinierende Lauerjäger. 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-930612-45-1.
  • Reinhard Ehrmann: Mantodea: Gottesanbeterinnen der Welt. NTV, 2002 ISBN 3-931587-60-6

Weblinks[Bearbeiten]