Gish-Galopp

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Im Gish-Galopp (englisch: Gish Gallop) zu reiten, ist die Bezeichnung für eine Methode des Debattierens, in welcher der Gegner in einer Flut aus Halbwahrheiten und ihm unterstellten falschen oder lächerlichen Annahmen ertränkt werden soll, so dass es ihm unmöglich wird, alle diese Postulate zu widerlegen. Benannt wurde der Gish Galopp nach dem Kreationisten Duane T. Gish.

Vorgetäuschte Kompetenz[Bearbeiten]

Der „Galoppierende“ versucht, sich auf diese Weise in weiten Bereichen als Experte aufzuspielen, während der Opponent naturgemäß nicht in der Lage ist, auf jede Behauptung eine passende Antwort bereit zu haben, was vom Galoppierenden so hingedreht wird, der Opponent habe vor der Debatte „seine Hausaufgaben“ nicht gemacht oder sei inkompetent. Das ist einer der Gründe, warum manche seriösen Wissenschaftler öffentliche Debatten meiden, die in diesem Stil geführt werden.

Der Galopp beinhaltet möglichst viele Punkte, die die These des „Galoppierenden“ stützen sollen, auch wenn es sich dabei um bereits hinreichend widerlegte oder veraltete Annahmen handelt, sofern diese geeignet sind, den Opponenten zu überfluten und das Publikum zu unterhalten. Wenn von 100 Halbwahrheiten oder Irrtümern nur 99 widerlegt werden, so kann der Galoppierende immer noch darauf bestehen, dass ein Fakt übrig bliebe, der seine Aussage beweist.

Beispiele[Bearbeiten]

Der Gish Galopp wird sowohl in Internet Foren, bei populär- bis pseudowissenschaftlichen Filmen und Büchern, in Sekten oder beim Verkauf von wirkungslosen technischen oder medizinischen Wundermitteln, bei Verschwörungstheorien aller Art und häufig auch in der Politik eingesetzt.

Methode[Bearbeiten]

Zuerst ermesse man den verstandesmäßigen Horizont des Zielpublikums. Dann postuliere man eine Conclusio, welche man mit Fakten, die sich gerade noch innerhalb, und Halbwahrheiten die bereits außerhalb, aber immer noch in der Nähe des Horizonts des Opfers stehen, belegt. Abrunden kann man das ganze dann mit Begriffen, die sich dem Verständnis des Betrogenen bereits entziehen, von denen dieser jedoch schon gehört hat, was den Horizont des „Galoppierenden“ dann im Vergleich zum eigenen sehr weit wirken lassen, und die Inkompetenz des Opponenten suggerieren soll.

Weblinks[Bearbeiten]