Gläubiger-Identifikationsnummer

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Die Gläubiger-Identifikationsnummer (englisch Creditor Identifier, CI)[1] ist ein Merkmal des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area, SEPA).

Zweck[Bearbeiten]

Die Gläubiger-Identifikationsnummer ist ein verpflichtendes Merkmal zur kontounabhängigen, eindeutigen Kennzeichnung des Gläubigers einer Lastschrift. Sie wird im Rahmen des SEPA-Lastschriftsverfahrens (engl. SEPA Direct Debit, kurz SDD) verwendet. Sie ermöglicht zusammen mit der Mandatsreferenz eine eindeutige Identifizierbarkeit eines Mandats einer Lastschrift anhand automationsfähiger Daten.

Aufbau[Bearbeiten]

SEPA-weit ist die Gläubiger-Identifikationsnummer maximal 35 Stellen lang und hat folgenden Aufbau:

  • Stellen 1–2: jeweiliger ISO-Ländercode (2 Stellen, z. B. DE, AT usw.),
  • Stellen 3–4: Prüfzahl (2 Stellen analog zur IBAN-Prüfzahl gemäß ISO 13616:2007),
  • Stellen 5–7: alphanumerische, dreistellige Geschäftsbereichskennung (Creditor Business Code), die von dem Gläubiger selbst z. B. zur Kennzeichnung einzelner Geschäftsbereiche, Filialen etc. vergeben/beantragt werden kann,[2] und die nicht in die Prüfziffernberechnung eingeht,
  • Stellen 8–35 (max.): nationales Identifikationsmerkmal.

Die Länge des nationalen Identifikationsmerkmals kann variieren und beträgt maximal 28 Stellen. Ab der Stelle 5 dürfen folgende Zeichen vorkommen[3]:

  • Buchstaben a-z A-Z
  • Ziffern 0-9
  • weitere Zeichen: + ? / - : ( ) . , '

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist ein derartiges Identifikationsmerkmal neu. Die Erteilung der Gläubiger-Identifikationsnummer erfolgt in Deutschland durch die Deutsche Bundesbank in Abstimmung mit der Deutschen Kreditwirtschaft ausschließlich über ein kostenloses, elektronisches Antragsverfahren.[4]

Die Gläubiger-Identifikationsnummer ist in Deutschland genau 18 Stellen lang. Die Bundesbank belegt die Geschäftsbereichskennung mit ZZZ vor, falls ein Lastschriftgläubiger keinen anderen Wert festlegt. Als nationales Identifikationsmerkmal vergibt die Bundesbank eine elfstellige Nummer, deren höchste Ziffer bis auf weiteres immer 0 ist. Insgesamt ergibt sich damit der folgende Aufbau:

  • DEppZZZ0nnnnnnnnnn

Für Testzwecke stellt die Bundesbank folgende Test-Gläubiger-Identifikationsnummer mit korrekter Prüfnummer bereit:

  • DE98ZZZ09999999999

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich wird die Creditor-Identifikation (CID) auf der Firmenbuchnummer basieren.[5] Sie ist ebenfalls 18 Stellen lang, der 11-stellige Nummernbereich beginnt immer mit einer Null. Die ID wird von der Nationalbank vergeben, ist aber bei der Hausbank zu beantragen.[6]

Beantragung einer Gläubiger-Identifikationsnummer[Bearbeiten]

In Deutschland wird die Nummer bei der Deutschen Bundesbank beantragt[4]. In Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Irland, Litauen, Luxemburg, Österreich, Portugal, der Schweiz, der Slowakei, Tschechien und Zypern wird die Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Hausbank beantragt.[7]

Für die Beantragung in anderen Ländern kann Mitte 2012 noch keine Aussage gemacht werden. Ausschlaggebend für den Ort der Beantragung ist der Wohnsitz bzw. der Firmensitz.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung der Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Deutschen Bundesbank, abgerufen am 6. November 2012
  2. insidesepa Einheitlicher EuroZahlungsverkehrsraum [1]
  3. pain008 mit dem Feld-Typ "RestrictedPersonIdentifierSEPA"
  4. a b Deutsche Bundesbank - Antragsverfahren für die Gläubiger-Identifikationsnummer
  5. Sparkassen-Zeitung September 2006/2 Einzugsverfahren Neu - SEPA benötigt neue Modelle (PDF; 23 kB), abgerufen am 5. November 2012
  6. Creditor ID, Raiffeisen OÖ
  7. a b Website zur Erklärung des SEPA-Lastschriftverfahrens, abgerufen am 18. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten]