Niederlande

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Dieser Artikel behandelt den größten Gliedstaat des Königreichs der Niederlande. Zu den anderen, historischen Bedeutungen siehe Niederlande (Begriffsklärung).
Nederland (nld.)
Niederlande
Flagge der Niederlande
Wappen der Niederlande
Flagge Wappen
Wahlspruch: Je maintiendrai (französisch)
„Ich werde standhalten“
Amtssprache Niederländisch, Friesisch (Provinz Friesland)
Hauptstadt Amsterdam
Regierungssitz Den Haag
Staatsform parlamentarische Monarchie und autonomer Landesteil des Königreichs der Niederlande
Staatsoberhaupt König Willem-Alexander
Regierungschef Ministerpräsident Mark Rutte
Fläche 41.548 km²
Einwohnerzahl 16.730.632 (2012)
Bevölkerungsdichte 402 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,48 %[1] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[2]
  • $ 840,4 Milliarden (17.)
  • $ 704,0 Milliarden (22.)
  • $ 50.355 (10.)
  • $ 42.183 (10.)
Human Development Index 0,921 (4.) (2012)[3]
Währung Euro (EUR)
US-Dollar (USD) (BES-Inseln)
Unabhängigkeit 2. Juli 1581 (Proklamation)
1648 anerkannt (Westfälischer Friede)
Nationalhymne Het Wilhelmus
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen NL
ISO 3166 NL, NLD, 528
Internet-TLD .nl
Telefonvorwahl +31
Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Grönland Färöer Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weißrussland Russland Ukraine Autonome Republik Krim Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoNetherlands in European Union.svg
Über dieses Bild

Die Niederlande (niederländisch Nederland) sind eine parlamentarische Monarchie und einer der vier autonomen Landesteile des Königreichs der Niederlande. Das im nördlichen Westeuropa liegende Land wird durch die Nordsee im Norden und Westen, Belgien im Süden und Deutschland im Osten begrenzt.

Zusammen mit Belgien und Luxemburg bilden die Niederlande die Benelux-Staaten. Die Hauptstadt der Niederlande ist Amsterdam, der Regierungssitz ist Den Haag. Die Niederlande gehören zur Europäischen Union und waren schon Gründungsmitglied (der EWG).

Zu dem Staat der Niederlande, der in diesem Artikel dargestellt wird, gehören neben den zwölf Provinzen des europäischen Teils die drei Karibikinseln Bonaire, Sint Eustatius und Saba, die allesamt als Besondere Gemeinden bezeichnet werden. Diese Konstruktion besteht seit der Auflösung des Landesverbandes der Niederländischen Antillen 2010.

Weitere karibische Gebiete sind kein Teil der Niederlande, sondern sind mit diesem vielmehr unter dem „Dach“ des Königreichs der Niederlande verbunden: Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Es gibt also vier autonome Landesteile im Königreich der Niederlande.

Land und Einwohner[Bearbeiten]

Landesname[Bearbeiten]

Der offizielle und auch in der Umgangssprache übliche niederländische Name des Landes lautet Nederland (Singular), während im Standarddeutschen das Land Niederlande (Plural) heißt und umgangssprachlich zumeist als Holland benannt wird. Der Name Holland bezieht sich eigentlich nur auf den nordwestlichen Teil des Landes, auf die frühere Provinz Holland als bedeutendste Provinz der Republik der Vereinigten Niederlande. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Provinz aufgeteilt in die zwei Provinzen Nordholland (Hauptstadt Haarlem) und Südholland (Hauptstadt Den Haag). Im Niederländischen verwendet man den Ausdruck Holland in erster Linie für diese zwei Provinzen. Ansonsten ist Holland eher eine ironische Selbstbezeichnung. Auch beim Fußball lautet die Selbstbezeichnung Holland, zum Beispiel im Schlachtruf Hup Holland Hup.

Außerhalb der Niederlande werden die Niederländer zumeist als Holländer bezeichnet und auch die niederländische Tourismusindustrie und sonstige Wirtschaft vermarkten das Land durchweg als Holland (sowohl im Englischen als auch im Standarddeutschen). Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer.

Der Landesname Niederlande (im Plural) ergibt sich aus der Geschichte. Die Niederlande waren Ende des Mittelalters ein Teil des Herrschaftsgebietes des Hauses Burgund. Deren Länderei gliederte sich im 15. Jahrhundert unter Karl dem Kühnen dann in die oberen Lande (Herzogtum und Freigrafschaft Burgund und Nebenländer) und die niederen Lande (Flandern, Artois mit der Picardie, Brabant, Holland, Luxemburg u. a.).[4] 1482 gelangte das burgundische Erbe an das Haus Habsburg. Dessen Erblande gliederten sich seinerzeit schon in Nieder-, Inner- und Oberösterreich (um Wien, Graz und Innsbruck), die Küstenlande (an der Adria) und die Vorlande (am Oberrhein). So blieb lediglich die Bezeichnung Niederlande – burgundische Niederlande bzw. habsburgische Niederlande (im Burgundischen Reichskreis Spanische Niederlande, dann wieder Österreichische Niederlande). Das burgundische Oberland, das „Herzogtum“ um Dijon (das schon immer außerhalb der Reichsgrenzen gelegen hatte), die heutige Region Bourgogne, ging an Frankreich verloren, ebenso wie später die „Freigrafschaft“ um Besançon, heute Franche-Comté.

Im Niederländischen sagt man zu den historischen Regionen auch de Lage Landen, also die tief oder niedrig liegenden Länder, da es in den Niederlanden kein Gebirge und nur wenige Erhöhungen gibt. Die nordniederländischen Provinzen der Utrechter Union (Holland, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Overijssel, Groningen und Friesland) erklärten sich am 26. Juli 1581 unabhängig vom Landesherrn Philipp II. von Spanien. In den Verträgen des Westfälischen Friedens 1648 wurde die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich proklamiert, das Gebiet entsprach in etwa den späteren Niederlanden. Der südliche Teil des Gebietes, inklusive Flandern, verblieb hingegen beim Reich; später entstand daraus der Staat Belgien. Man sprach dann von den nördlichen und den südlichen Niederlanden.[5]

Der Wiener Kongress vereinigte Norden und Süden als unabhängigen Staat Koninkrijk der Nederlanden noch einmal für kurze Zeit. Jedoch schon 1830 erklärten sich die südlichen Niederlande unter der Bezeichnung Belgien für unabhängig. (Belgica ist der Name einer alten römischen Provinz, und in der Renaissance wurde der Ausdruck als lateinischer Name der Niederlande verwendet, auch für den Norden.)[5]

Die englische Bezeichnung Dutch ist aus mittelniederländischen Formen wie duutsc entstanden. Die mittelniederländischen Formen duutsc und dietsc bezeichneten die im Volk gesprochenen westgermanischen Mundarten und dienten der Abgrenzung dieser Mundarten gegenüber dem Lateinischen – der Sprache von Verwaltung, Wissenschaft und Kirche. Die Formen Dutch und duutsc entsprechen dem standarddeutschen Wort deutsch.

Siehe auch: Deutsch (Etymologie) und Niederländisch (Name)

Batavia ist ein früherer lateinischer Name für die heutigen Niederlande und bezieht sich auf den beim Rheindelta siedelnden germanischen Stamm der Bataver. Die Niederländer nannten die heutige Hauptstadt Indonesiens, Jakarta, während ihrer Kolonialzeit zuerst ebenfalls Batavia.

Geografie[Bearbeiten]

Niederlande ohne Deiche: Wie das Land aussähe, wenn die unter dem Meeresspiegel liegenden Gebiete geflutet würden
Der 1932 errichtete Abschlussdeich trennt das IJsselmeer von der Nordsee
Das Sturmflutwehr Oosterscheldekering ist Teil der Deltawerke

Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als einen Meter über, rund ein Viertel des Landes unterhalb des Meeresspiegels (gemessen bei Amsterdam). Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt, die insgesamt eine Länge von etwa 3.000 km haben. Der höchste Punkt der Niederlande ist mit 877 Metern der Mount Scenery auf der Karibikinsel Saba. Der höchste Punkt des Festlandes, der Vaalserberg im äußersten Süden, in der Provinz Limburg im Dreiländereck zu Deutschland und Belgien, befindet sich 322,5 m über dem Amsterdamer Pegel.

Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder (an der deutschen Nordseeküste Koog) bezeichnet. Ungefähr ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer den größten Teil ausmacht, eine ehemalige Bucht der Nordsee namens Zuiderzee, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde.

Die wichtigsten Flüsse der Niederlande (de grote rivieren – die großen Flüsse) sind Rhein, Maas und Schelde. Sie teilen das Land in einen Norden und einen Süden und finden sich wieder im mehr oder weniger zusammenhängenden Rhein-Maas-Delta, der größten und zentralen Landschaft des Staates. Der Rheinstrom verzweigt sich erstmals in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Name „Rhein“ geht im Delta bemerkenswerterweise auf weniger wichtige Deltaarme über. Der Hauptstrom des Rheinsystems heißt im Delta anfangs Waal, später Merwede, dann Noord, schließlich Neue Maas. Weitere große Deltaströme sind Nederrijn, Lek und IJssel. Die Maas mündete früher bei Gorinchem in die Waal, seit 1904 ist sie jedoch aufgrund künstlicher Verlegung der Maasmündung mit dem Rheinsystem eigentlich nicht mehr verbunden und fließt über Bergse Maas und Amer in die ehemalige Meeresbucht Hollands Diep („Holländische Tiefe“). Von der Schelde liegt lediglich ihr Mündungsbereich nördlich des belgischen Antwerpen in den Niederlanden.

Die Hauptwindrichtung ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Besonders im Westen des Landes, an der Nordseeküste, ist das Klima stärker atlantisch geprägt (milde Winter, kühle Sommer). Nach Osten hin nimmt der atlantische Einfluss etwas ab, sodass man in der Nähe der deutschen Grenze schon eher von subatlantischem Klima sprechen kann mit etwas kälteren Wintern (mild bis mäßig-kalt) und leicht wärmeren Sommern.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Niederländer
Die Bevölkerung ausländischer Herkunft in den Niederlanden (2007):[6]
Staat, Territorium Anzahl Prozent
insgesamt 16.357.992 100,00
Die Niederlande (ausschließlich) 13.187.586 80,62
Westliche Staaten[7] 1.431.954 8,75
Indonesien 389.940 2,38
Deutschland 381.186 2,33
Belgien 112.224 0,69
ehemaliges Jugoslawien 76.465 0,47
Vereinigtes Königreich 75.686 0,46
Polen 51.339 0,31
ehemalige Sowjetunion 47.450 0,29
Italien 36.495 0,22
Frankreich 33.845 0,21
Vereinigte Staaten 31.154 0,19
übrige westliche Staaten 196.170 1,20
Nicht-westliche Staaten 1.738.452 10,63
Suriname 333.504 2,04
Marokko 329.493 2,01
Türkei 309.000 1,89
(ehemalige) Niederländische Antillen und Aruba 129.965 0,79
China 45.298 0,28
Irak 43.891 0,27
Afghanistan 37.230 0,23
Iran 28.969 0,18
übrige nicht-westliche Staaten 421.502 2,58

Die Niederlande gehören mit etwa 400 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt (zum Vergleich: weltweiter Durchschnitt 48, Irland 60, Deutschland 231, Nordrhein-Westfalen 528, Namibia 2,4).[8] Im Januar 2009 hatten die Niederlande 16.493.156 Einwohner[9], davon wohnte ungefähr die Hälfte in der Randstad, dem dicht besiedelten Westen des Landes.

Die Amtssprache im gesamten Staat ist die niederländische Sprache (Standardniederländisch), die aus niederfränkischen Mundarten in den Niederlanden (niederländische Dialekte) entstanden ist. In der Provinz Friesland ist zusätzlich das eng verwandte Friesisch Verwaltungssprache.[10]

In der südwestlichen Hälfte des Landes werden niederfränkische Mundarten gesprochen. Die Ortsdialekte des Südostens gehören zum Ripuarischen und im Nordosten zum Niedersächsischen. Niederfränkische, ripuarische und niedersächsische Mundarten werden im Dialektkontinuum staatsübergreifend auch in Deutschland gesprochen, niederfränkische und ripuarische Dialekte auch in Belgien.

In den überseeischen Reichsteilen (in der Karibik) ist Niederländisch Amtssprache, neben entweder Papiamento oder Englisch. Eine Abzweigung des Niederländischen, die inzwischen eine eigene Standardsprache darstellt, ist das Afrikaans in Südafrika.

Die Niederländer sind statistisch das Volk mit den körperlich größten Menschen der Welt, im Durchschnitt 1,83 m (Männer) und 1,72 m (Frauen). Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug im Jahr 2005 77 Jahre für Männer und 82 Jahre für Frauen.[11]

In den Niederlanden leben zwischen 6.000 und 10.000 Sinti und Roma[12] sowie etwa 30.000 sogenannte woonwagenbewoners. Sie werden abschätzig auch kampers genannt, bevorzugen selbst die Bezeichnung reizigers. Sie leben ortsfest auf Standplätzen in stationären Caravans. Viele üben ambulante Erwerbstätigkeiten aus. Ganz überwiegend gehen sie auf verarmte niederländische Bauern, Landarbeiter und Torfstecher des 18. und 19. Jahrhunderts zurück. Ihre Zahl ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Zusammenhang von Arbeitsmigration und Wohnkosten durch Zuzug aus der Mehrheitsbevölkerung erheblich angewachsen. Die gruppeninterne Sprache Bargoens ist eine niederländisch basierte Sondersprache, deutschem Rotwelsch oder Jenisch vergleichbar.[13]

In die Niederlande sind Menschen aus der ganzen Welt eingewandert. Abgesehen von vielen Zugezogenen aus den Nachbarstaaten (u. a. aus Deutschland, Belgien und England) leben heute viele Menschen aus anderen Erdteilen hier, wie u. a. aus Marokko und der Türkei, aus den ehemaligen Kronkolonien Indonesien, Suriname und aus der Karibik.

Religion[Bearbeiten]

Religion in den Niederlanden (2005)
(laut Geloven in het publieke domein WRR)
  • Konfessionslose – 48,4 %
  • Römisch-Katholisch – 27,0 %
  • Protestanten – 16,6 %
  • Muslime – 5,7 %
  • Hindus – 1,3 %
  • Buddhisten – 1,0 %

Die niederländische Bevölkerung gilt in Europa inzwischen als eine der am wenigsten religiös bzw. kirchlich gebundenen. Die Hälfte der Bevölkerung ist keiner Religionsgemeinschaft zugehörig (Stand 31. Dezember 2010).[14] Den Mitgliederzahlen[15] der Kirchen zufolge ist die wichtigste Religion das Christentum: mit Katholizismus (27,0 %)[16] und Protestantismus (16,6 %), davon 11,9 %[17] in der größten protestantischen Kirche – PKN. Insgesamt waren Ende 2005 etwas weniger als 44 %[18] der Niederländer Mitglied einer christlichen Kirche. Etwa 5,7 % der Bevölkerung gehörten dem Islam an, etwa 1,3 % waren Hindus und ebenfalls etwa 1 % waren Buddhisten. 48,4 % oder fast die Hälfte der Niederländer fühlten sich damals keiner Religionsgemeinschaft zugehörig (Stand: 31. Dezember 2005). Andere Zahlen sprechen von 907.000 (oder 5,5 %) Muslimen, 150.000 (oder 0,9 %) Hindus (vor allem aus Suriname), 170.000 (oder 1,0 %) Buddhisten und 18.000 (0,1 %) Juden.[14] sowie einer Mehrheit von 51 % der Konfessionslosen (Stand 31. Dezember 2010).

Die traditionell größte Bevölkerungsgruppe war jene der Protestanten. Durch Entkirchlichung im 20. Jahrhundert wird sie jedoch mittlerweile zahlenmäßig von den Konfessionslosen und auch den Katholiken übertroffen. Die Protestanten sind in den Niederlanden überwiegend Calvinisten, nach dem vor allem in Genf wirkenden französischen Reformator im 16. Jahrhundert, Johannes Calvin. Die Niederdeutsch-Reformierte Kirche (Nederduits Gereformeerde Kerk), die 1571 in Emden gegründet wurde, gilt als „Urkirche“ der Reformierten in den Niederlanden. Heute ist der Calvinismus institutionell mit den Lutheranern in der Protestantischen Kirche in den Niederlanden vereinigt (Unierte Kirche).

Im 19. Jahrhundert bildeten sich zwei unterschiedliche calvinistische Richtungen in den Niederlanden heraus, die gemäßigteren und zahlenmäßig stärkeren hervormden und die strenggläubigen gereformeerden. Beide Wörter bedeuten „reformiert“ und wurden ursprünglich unterschiedslos verwendet. Im Deutschen kann man den Unterschied nicht wiedergeben, daher liest man für die gereformeerden manchmal „altreformiert“ (obwohl es organisatorisch gesehen die jüngere Richtung ist, eine Abspaltung der Nederlands hervormde kerk) oder „streng-reformiert“ bzw. „streng-calvinistisch“.

Große oder Liebfrauenkirche in Dordrecht, Provinz Südholland. 1572 wurde hier die Reformation eingeführt. Typisch für den Calvinismus ist die karge Inneneinrichtung, so sind etwa keine Heiligenbilder vorhanden.

Seit einer Neuorganisation von 2004 gibt es die Protestantische Kirche in den Niederlanden, die beide Richtungen vereinen soll. Einige Strenggläubige sind allerdings eigenständig geblieben, wie die „befreiten“ Reformierten, die zweitgrößte protestantische Kirchenvereinigung.

In den Jahren 2006 bis 2010 haben die beiden größten Kirchen (wie auch in Deutschland) weiterhin Mitglieder verloren und haben (Stand 31. Dezember 2010) laut letzten eigenen Angaben (KASKI-Daten)[19] die folgenden Mitgliederzahlen:

  1. Römisch-Katholische Kirche: 4.166.000 Mitglieder, 25 Prozent der Bevölkerung
  2. Protestantische Kirche (Protestantse Kerk in Nederland, PKN): 1.751.000 Mitglieder, 11 Prozent der Bevölkerung.

Andere christliche Kirchen sind deutlich kleiner. Sie haben jeweils weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung als Mitglieder. Zu diesen gehören verschiedene evangelische Freikirchen wie die „befreiten“ Reformierten oder Baptisten und Mennoniten (Doopsgezinde). Während der Reformation waren die Niederlande eines der Zentren der Täuferbewegung (siehe Menno Simons). Weiterhin gibt es die im 18. Jahrhundert entstandene Altkatholische Kirche der Niederlande mit dem Sitz des Erzbischofs in Utrecht, von der die nach dem I. Vatikanischen Konzil entstandenen Alt-Katholischen Kirchen abstammen. Insgesamt (Katholiken, Protestanten und Orthodoxe) lebten Ende 2010 6.861.000 Christen[20] (oder 41,3 %) in den Niederlanden.

Religionsverhältnisse in den Niederlanden, 1849

Der Norden und der Westen des Landes waren traditionell protestantisch, während im Süden und Osten die Katholiken die Bevölkerungsmehrheit stellten und teilweise noch stellen. In der Mitte des Landes gibt es einen sogenannten Bibelgürtel (Bijbelgordel) mit erhöhtem Anteil von gereformeerden. Noch immer stellen Katholiken die Mehrheit der Bevölkerung in den meisten Gebieten südlich dieses Bibelgürtels dar (68 % in Limburg[21]). Nördlich und westlich des Bibelgürtels sind die Konfessionslosen deutlich in der Mehrheit. Eine Kirchensteuer wird in den Niederlanden nicht erhoben.

Der König ist reformierter Konfession (hervormden). Wegen der synodalen Organisation calvinistischer Kirchen hat der Monarch allerdings keine formale Führungsrolle in der Niederländisch-reformierten Kirche inne, wie sie früher bei lutherischen Landesherren in Deutschland und Skandinavien anzutreffen war.

Verkehrswesen[Bearbeiten]

Centraal Station, Amsterdam
Satellitenfoto des Hafens Rotterdam

Die Niederlande besitzen ein gut ausgebautes Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 116.500 Kilometern.

Das Schienennetz hat eine Gesamtlänge von 2808 Kilometern und ist das am dichtesten befahrene Schienennetz Europas. Das wichtigste Verkehrsunternehmen ist die niederländische Eisenbahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen, kurz NS. Vom gesamten Transport der Niederlande werden 44 % per Straße und 30,5 % per Schiene verfrachtet.

Die Flüsse Rhein, Maas und Schelde, welche aus dem europäischen Ausland durch die Niederlande in die Nordsee fließen, machen die Niederlande zu einem Knotenpunkt der europäischen Binnenschifffahrt.

Der Hafen von Rotterdam war jahrzehntelang der größte Hafen der Welt. Diese Position verlor er jedoch im Jahre 2004 an den Hafen von Shanghai. Der Rotterdamer Hafen bleibt jedoch weiterhin der größte Hafen Europas. Weitere wichtige Hafenstädte innerhalb der Niederlande sind Amsterdam, Eemshaven, Vlissingen/Terneuzen.

Die Niederlande haben zwei wichtige internationale Flughäfen: Schiphol und Rotterdam-Den Haag. Schiphol ist der größte Flughafen in den Niederlanden und spielt auch eine wichtige internationale Rolle. Er zählt zu den größten Flughäfen in Europa und ist, was die Anzahl der Passagiere betrifft, auf Rang 13 der größten Flughäfen weltweit.

Alle Straßenbahnen in den Niederlanden, etwa in Amsterdam, Den Haag-Zoetermeer (Zoetermeer: RandstadRail) oder Rotterdam, verwenden die Normalspur. Städtische Busse dürfen offiziell den Gleiskörper mit straßenähnlichem Belag mitbenutzen, um nicht im Verkehr steckenzubleiben.

In den Niederlanden gibt es drei Städte mit U-Bahn, nämlich Rotterdam, Den Haag und Amsterdam.

Die Niederländer benutzen meistens die Brücken vom Typ Holländerbrücke mit ihrem hoch aufgehängten Gegengewicht. Aber auch einige Schubbrücken, Drehbrücken und Hebebrücken sind noch aktiv und bei Kanal- und Gracht-Querungen im Einsatz.

In den Niederlanden ist das Fahrrad (fiets) weit verbreitet. Den Radlern stehen oft eigene Verkehrsstreifen oder ein gesondertes Radwegenetz zur Verfügung.

Mit durchschnittlich 43 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner im Jahr ist der Verkehr in den Niederlanden der sicherste im gesamten EU-Raum.[22]

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte der Benelux-Staaten
Fränkisches Reich
≈800–843
Mittelreich (Lotharii Regnum)
843–855
Lotharingien
855–977
verschiedene adlige Besitztümer
977–1384
Wapen Prinsbisdom Luik.png
Bistum Lüttich
985–1795

Burgundische Niederlande (Haus Burgund)
1384–1477

Burgundische Niederlande (Haus Habsburg)
1477–1556
Flag of Cross of Burgundy.svg
Spanische Niederlande
1556–1581
Statenvlag.svg
Republik der Sieben Vereinigten Niederlande
1579/1581–1795
südliche Spanische Niederlande
1581–1713
Österreichische Niederlande
1713–1795
Flag of the Batavian Republic.svg
Batavische Republik
1795–1806
Flag of France.svg
Frankreich (Erste Republik)
1795–1805
Königreich Holland
1806–1810
Flag of France.svg
Frankreich (Erstes Kaiserreich)
1805–1815
Flag of the Netherlands.svg
Vereinigtes Königreich der Niederlande
(Haus Oranien-Nassau)
1815–1830

Flag of Luxembourg.svg
Großherzogtum Luxemburg
(Haus Oranien-Nassau)
1815–1890
Flag of the Netherlands.svg
Königreich der Niederlande
(Haus Oranien-Nassau)
ab 1830
Flag of Belgium.svg
Königreich Belgien
(Haus Sachsen-Coburg und Gotha)
ab 1830
Flag of Luxembourg.svg
Großherzogtum Luxemburg
(Haus Nassau-Weilburg)
ab 1890
Hauptartikel: Geschichte der Niederlande

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Wilhelm I. von Oranien-Nassau, Gründer der Niederlande. Adriaen Thomasz Key (um 1575)

Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicum) und danach zum Heiligen Römischen Reich. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch das heutige Belgien (mit Ausnahme des Fürstbistums Lüttich) und Teile Nordfrankreichs und Westdeutschlands. Unter dem Nachfolger Karls, Philipp II., kam es von 1566 an zu einer Serie von Aufständen. Diese hatten religiöse, politische und wirtschaftliche Ursachen.[23] Philipp II. entsandte den Herzog von Alba in die Niederlande und versuchte, den Aufstand zu unterdrücken. Doch diese harte Politik bewirkte das Gegenteil: 1572 schlugen sich fast alle Städte der Provinz Holland auf die Seite von Wilhelm von Oranien, der den Widerstand gegen Alba anführte. In den nächsten Jahren schlossen sich auch die anderen niederländischen Provinzen diesem Aufstand an.

Wilhelm von Oraniens Ideal einer friedlichen Koexistenz der Konfessionen zerbrach jedoch rasch an den Realitäten. Der Graben zwischen spanientreuen Katholiken und radikalen Calvinisten war zu tief aufgerissen und führte dazu, dass sich die calvinistischen Provinzen Holland, Zeeland und Utrecht 1579 zu einem Verteidigungsbündnis zusammenschlossen, der Utrechter Union. Dieser Vertrag wurde zur Gründungsurkunde eines neuen Staates, der Republik der Vereinigten Niederlande. 1581 taten die Generalstaaten – die allgemeine Ständeversammlung – den letzten Schritt und erklärten ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone. In dieser Abschwörungsakte wurde erstmals in der Geschichte überhaupt ein von Gott inthronisierter König für abgesetzt erklärt.[24] Erst nach einem Achtzigjährigen Krieg wurde die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 anerkannt. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande, die sich gleichzeitig mit der Schweiz vom Reich trennten. Die südlichen Niederlande – das heutige Belgien – blieben hingegen bei Spanien, so dass die Niederlande fortan geteilt waren.

Republik der Sieben Vereinigten Provinzen[Bearbeiten]

In der Folge wuchsen die Niederlande als Republik der Sieben Vereinigten Provinzen zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts heran. Während dieser Zeit wurden Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Dies ging jedoch nicht vom Staat aus, sondern von den beiden ersten Aktiengesellschaften der Geschichte, der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) und der Niederländischen Westindien-Kompanie (WIC).[25]

Bekannt ist die Gründung von Neu Amsterdam (Nieuw Amsterdam), welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich Niederländisch-Indien (Nederlands-Indië), das heutige Indonesien, das im Dezember 1949 unabhängig wurde. Auch im Nordosten Südamerikas gewannen die Niederlande Kolonien. Suriname wurde 1975 unabhängig. Bei den Niederlanden verblieben nur noch wenige Inseln in der Karibik.

Napoleonische Zeit und 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1795 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm der Bataver, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte); 1806 machte der französische Kaiser Napoleon I. daraus das Königreich Holland. König wurde Louis-Napoléon Bonaparte, ein Bruder des Kaisers.

Kaiser Napoléon war nicht zufrieden damit, wie sein Bruder das neue Königreich verwaltete. Im Juli 1810 löste er deshalb das Königreich Holland auf. Die Niederlande wurden Frankreich einverleibt.

Die Niederlande erlangten ihre Unabhängigkeit zurück im Jahre 1813. Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau wurde souveräner Fürst der Niederlande; 1815 wurde er König. Der Wiener Kongress fügte 1815 die südlichen Niederlande, das heutige Belgien, dem Königreich hinzu. Man beabsichtigte damit, dass Frankreich in Zukunft im Norden von einem starken Staat begrenzt werde. Die damals verabschiedete Verfassung der Niederlande gilt heute noch, wenn auch mit zahlreichen Änderungen. Die wichtigste, von 1848, führte die Ministerverantwortlichkeit ein und ebnete damit den Weg zum parlamentarischen System.

Der Wiener Kongress erhob außerdem das Herzogtum Luxemburg zum Großherzogtum Luxemburg und sprach Luxemburg Wilhelm I. persönlich zu, als Entschädigung für den Verlust seiner Gebiete in Deutschland (Nassau-Dillenburg, Siegen, Hadamar und Diez). Die südlichen Niederlande erlangten nach der belgischen Revolution von 1830 ihre Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde.

Der niederländische König war seit 1815 auch Großherzog von Luxemburg, wo die Lex Salica kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ – seine Söhne waren verstorben –, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch aus dem Krieg heraushalten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle aus dem von Deutschland besetzten Belgien zu tun. Nach dem Ersten Weltkrieg gewährten die Niederlande dem bisherigen Deutschen Kaiser Wilhelm II. Exil.

Rotterdam nach dem deutschen Luftangriff, Mai 1940

Auch beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich neutral zu verhalten. Hitler jedoch befahl der Wehrmacht die Okkupation der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs, damit diese Frankreich unter Umgehung der „Maginot-Linie“ von Norden her einnehmen könne. Nach fünftägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 15. Mai 1940 die Niederlande zur Aufgabe. Ausschlaggebend war hierfür das Bombardement von Rotterdam. Die königliche Familie war zu diesem Zeitpunkt schon nach England geflohen. Das Land wurde von da an bis April 1945 von der Wehrmacht besetzt gehalten. Die Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) unter Anton Adriaan Mussert arbeitete mit den deutschen Besatzungstruppen zusammen, erlangte aber keinen relevanten Einfluss in der Bevölkerung oder im Besatzungsapparat. Jedoch stellten die Niederlande mit 60.000 Freiwilligen ein bedeutendes Kontingent an ausländischen Freiwilligen in der Waffen-SS. Nach der Invasion kam es zur Judenverfolgung durch die deutschen Besatzer. Der Februarstreik 1941 gegen die Deportationen wurde blutig niedergeschlagen. Von den zu Beginn des Krieges 160.000 jüdischen Niederländern und 20.000 jüdischen Flüchtlingen lebten am Ende des Krieges nur noch etwa 30.000. Symbol für die Judenverfolgung ist der Fall der Anne Frank. Der Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau fielen auch Roma und Sinti (Manoesje) aus den Niederlanden zum Opfer.

Niederländische Militärkolonne während der ersten „Polizeiaktion“ in Niederländisch-Indien, Sommer 1947

Am 11. Januar 1942 begann die japanische Invasion von Niederländisch-Indien. Die Niederländer kapitulierten am 1. März 1942. Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den vorrückenden Alliierten befreit; der Norden des Landes erst bei Kriegsende. Sofort nach der japanischen Kapitulation riefen die indonesischen Nationalisten am 17. August 1945 die Unabhängigkeit aus. Erst nach militärischen Auseinandersetzungen, „Polizeiaktionen“ genannt, wurde Indonesien am 27. Dezember 1949 formal in die Unabhängigkeit entlassen. Bis 1954 bestand noch eine lose Niederländisch-Indonesische Union. Bei den Niederlanden verblieb bis 1962 der Westteil der Insel Neu-Guinea.

Von 1949 bis 1963 waren im Rahmen der Niederländischen Annexionspläne nach dem Zweiten Weltkrieg westdeutsche Gemeinden aus dem Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg (Selfkant) und die Gemeinde Elten (bei Emmerich) unter niederländische Verwaltung gestellt. Bestrebungen der niederländischen Regierung, Teile Niedersachsens sowie des westlichen Münster- und Rheinlandes an die Niederlande anzugliedern (Bakker-Schut-Plan), konnten sich nicht durchsetzen.

Die Erfahrung der Besatzungszeit bewirkte eine Neuorientierung der niederländischen Außenpolitik. Da die Neutralitätspolitik gescheitert war, schlossen sich die Niederlande der NATO an und gründeten 1952 zusammen mit Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Italien die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (und damit die spätere Europäische Union). Allerdings strebten sie dabei eine Wirtschaftsgemeinschaft an und keine politische Union. Zum einen fürchteten sie, die Politik eines so großen Staatengebildes als kleines Land nicht entscheidend mitbestimmen zu können, zum anderen betrachteten sie eine von Frankreich und Deutschland dominierte EU als potenzielle Bedrohung ihres engen Verhältnisses zu den USA.[26] Traditionell sind die Niederlande eher atlantisch als zum Kontinent hin orientiert. Die Niederlande waren auch Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten).

Die ersten Jahrzehnte der Nachkriegszeit waren von einem ähnlichen Wirtschaftswunder geprägt wie in Deutschland. Schon 1950 lag das Nationaleinkommen höher als vor dem Zweiten Weltkrieg.[27] Die Niederlande zählten damals zu den zehn größten Wirtschaftsmächten der Welt mit international operierenden Konzernen wie Royal Dutch/Shell, Unilever und Philips. Dies ermöglichte den Aufbau eines großzügigen Sozialstaates unter Führung von Ministerpräsident Willem Drees.

Gesellschaftspolitisch bildeten vor allem die 1960er Jahre eine tiefe Zäsur. Die „Versäulung“, also die strikte Trennung der gesellschaftlichen Milieus von Protestanten, Katholiken, Liberalen und Sozialisten, begann sich aufzulösen. Mitgliederstärke und Einfluss der Kirchen schwanden. Während dieser Umbruch in Ländern wie Deutschland und Frankreich mit schweren gesellschaftlichen Erschütterungen einherging, vollzog er sich in den Niederlanden fast geräuschlos. So gab es keine Studentenunruhen – schon 1970 verabschiedete das Parlament in Den Haag ein Hochschulgesetz, das den Studentenvertretern weitgehende Mitbestimmungsrechte einräumte.[28] Das Kabinett des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Joop den Uyl wählte sich von 1973 bis 1977 das Motto „Die Fantasie an die Macht“. „Die Art, wie die Vertreter der Obrigkeit mit diesen kulturellen Veränderungen umgegangen sind, nötigt Respekt ab“[29], urteilt der Historiker James C. Kennedy. Das zuvor von sittenstrengem Calvinismus geprägte Land wurde nun zu einem Vorreiter von Liberalismus und gesellschaftlichem Pluralismus. So gehörten die Niederlande zu den ersten Staaten, die den Kosum kleiner Mengen von „weichen Drogen“ wie Haschisch zuließen.[30] Das Verhältnis zwischen Regierung und Opposition, aber auch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern war von einer Konsenskultur geprägt, die mit dem Begriff Poldermodell bezeichnet wird. Dieses Modell galt Ende der 1990er Jahre als niederländische Variante des von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem britischen Premierminister Tony Blair propagierten Dritten Weges.[31] Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete die Niederlande 1993 als „das fortschrittlichste Land Europas“.[32]

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Trotz aller wirtschaftlicher Erfolge war in der niederländischen Gesellschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein „untergründiger Strom der Unzufriedenheit“ (Christoph Driessen) wahrnehmbar. Die Gründe dafür waren vielfältig, hatten aber auch mit einem ausgeprägten Hang zur politischen Korrektheit zu tun. Viele Bürger hatten das Gefühl, dass bestimmte Themen wie Ausländerkriminalität oder mangelnde Integration von der politischen Elite nicht offen angesprochen wurden. Das Ausmaß der Unzufriedenheit wurde schlagartig deutlich, als Ende 2001 unter dem Eindruck der Terroranschläge am 11. September ein Politiker völligen neuen Typs die Bühne betrat: der charismatische Rechtspopulist Pim Fortuyn. Binnen weniger Monate stieg seine Bewegung aus dem Nichts zur größten Partei in den Meinungsumfragen auf. Doch dann wurde Fortuyn am 6. Mai 2002, neun Tage vor der Parlamentswahl, von einem fanatischen Tierschützer erschossen. Zwei Jahre später wurden die Niederlande von einem weiteren politischen Mord erschüttert: Am 2. November 2004 schoss ein 26-jähriger gebürtiger Amsterdamer marokkanischer Herkunft den islamkritischen Regisseur Theo van Gogh nieder. Die Morde führten zu heftigen Debatten über das Selbstverständnis der niederländischen Gesellschaft. Insgesamt brachte das 21. Jahrhundert dem Land einen Rechtsruck, weil die Themen von Fortuyn und seinem rechtspopulistischen Nachfolger Geert Wilders auch von anderen Parteien aufgegriffen wurden.

Seit April 2001 sind in den Niederlanden gleichgeschlechtliche Ehen möglich. Damit waren die Niederlande der weltweit erste Staat, der über den Status der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ hinauskam und einen rechtlichen Rahmen für homosexuelle Beziehungen einrichtete.

Die Niederländer wiesen am 1. Juni 2005 mit einer großen Mehrheit von 61,6 % den Vertrag über eine Verfassung für Europa zurück.

Recht[Bearbeiten]

Hauptartikel: Recht der Niederlande

Staat[Bearbeiten]

Verfassung und Politik[Bearbeiten]

Wahl zur Zweiten Kammer 2012
(in %)[33]
 %
30
20
10
0
26,6
24,8
10,1
8,5
9,7
8,0
2,3
3,1
6,8
Sonst.i
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2010
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,1
+5,2
-5,4
-5,1
-0,1
+1,0
-4,4
-0,1
+2,7
Sonst.i
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
i davon 2012: SGP 2,1 %, PvdD 1,9 %, 50PLUS 1,9 %
Sitzverteilung nach den Wahlen im Jahre 2010

Die Niederlande sind eine parlamentarische Monarchie. Das Staatsoberhaupt ist der Verfassung zufolge der König, zurzeit König Willem-Alexander. Er ernennt offiziell den Ministerpräsidenten und die Minister, zusammen formen sie die Regierung.

Das Parlament, die Generalstaaten (Staten-Generaal), besteht aus zwei Kammern. Die erste wird von den Abgeordneten der Provinzparlamente, die zweite von den niederländischen Bürgern nach Listen gewählt. Damit ist die Zweite Kammer (Tweede Kamer) die wichtigere; sie entspricht dem deutschen Bundestag oder dem Nationalrat in Österreich und der Schweiz. Formell hat das Parlament nicht über die Zusammensetzung der Regierung zu bestimmen, tatsächlich aber ernennt der König die Minister nach Konsultation der Fraktionen.

In der Zweiten Kammer mit 150 Sitzen sind derzeit elf Parteien vertreten. Die vier größten Fraktionen stellen die rechtsliberale VVD, die sozialdemokratische PvdA, die rechtspopulistische PVV und die sozialistische SP. Der christdemokratische CDA war 2006 noch stärkste Kraft im Parlament geworden und stellte von 2002 bis 2010 mit Jan Peter Balkenende den Ministerpräsidenten. Bei der Wahl im Juni 2010 büßte diese Partei durch schwere Verluste ihre Führungsrolle ein. Nach fast viermonatigen Koalitionsgesprächen wurde am 2. Oktober 2010 durch eine Abstimmung auf dem Sonderparteitag der Christdemokraten die letzte Hürde beseitigt, um eine durch die PVV „geduldete“ Koalition von VVD und CDA zu bilden. Der Rechtspopulist[34] Geert Wilders bekam mit seiner Partei PVV dadurch Einfluss auf die niederländische Regierung, ohne ihr selbst anzugehören.[35] Gemäß der Koalitionsvereinbarung vom 30. September 2010 wurde der VVD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Mark Rutte am 14. Oktober 2010 neuer Ministerpräsident.[36] Am 23. April 2012 trat er mit seinem Kabinett nach gescheiterten Verhandlungen zu Sparplänen zurück.[37] Ein neues Parlament wurde am 12. September 2012 gewählt. Mark Rutte, dessen VVD wieder als stärkste Kraft aus dieser Wahl hervorging, wurde erneut Ministerpräsident, sein Koalitionspartner ist nun die PvdA.

Polizei[Bearbeiten]

Hauptartikel: Niederländische Polizei

Das Land ist seit 1994 in 25 Polizeiregionen (politieregio’s) eingeteilt, die je über ein Regionalkorps (regiokorps) verfügen. Daneben gibt es ein Landespolizeikorps (Korps Landelijke Politiediensten, KLPD), bei dem diverse Stellen angesiedelt sind wie Wasserschutz-, Bahn- und Autobahnpolizei, Interpol-Verbindungsbüro, berittene Polizei und ein Sicherheitsdienst für Regierungseinrichtungen und Botschaften. In den Niederlanden sind etwa 55.000 zivile Polizeibeamte im Dienst.

Die niederländische Gendarmerie namens Koninklijke Marechaussee mit ungefähr 6.800 Mitarbeitern gehört organisatorisch als eigene Teilstreitkraft zu den niederländischen Streitkräften. Sie hat Aufgaben wie den Grenzschutz, die Bewachung der Flughäfen und den Personenschutz für die Königsfamilie.

Militär[Bearbeiten]

Die allgemeine Wehrpflicht wurde 1996 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Niederlande verfügen damit über eine Berufsarmee. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Daneben existiert noch die Koninklijke Marechaussee, seit 1998 als eigenständiger Teil der Streitkräfte. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich: Deutschland 1,5 %, USA 3,4 %).

Das niederländische Heer (Koninklijke Landmacht) ist auch durch das 1. Deutsch-Niederländische Korps mit der deutschen Bundeswehr verbunden.

Internationales[Bearbeiten]

Friedenspalast in Den Haag, Sitz des Internationalen Gerichtshofes

Das Land stimulierte die Einführung des Euros im Jahre 1999 (Vertrag von Maastricht) als Währungseinheit der EU. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro die offizielle Währungseinheit, der den Gulden ablöste.

In den Niederlanden haben unter anderem folgende internationale Institutionen ihren Sitz:

Provinzen und Gemeinden[Bearbeiten]

Bonaire Sint Eustatius Saba Karibisches Meer Karibisches Meer Zeeland Südholland Baarle (zu Belgien) Nordbrabant Groningen Bundesrepublik Deutschland Limburg Friesland Flevoland Drenthe Nordholland IJsselmeer Utrecht Overijssel Gelderland Frankreich Belgien Nordsee
Administrative Gliederung der Niederlande in zwölf Provinzen in Europa und den Besonderen Gemeinden in der Karibik
Karte der Gemeinden (Stand: 2014)

Die Niederlande sind ein dezentralisierter Einheitsstaat. Unterhalb der nationalen Ebene gibt es die Provinzen (niederländisch provincies). 1579 gab es zunächst sieben Provinzen. Später kamen die sogenannten Generalitätslande (niederländisch Generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 in Nord-Holland und Süd-Holland aufgespalten. Erst 1986 wurde Flevoland als jüngste Provinz gegründet, damit sind es jetzt zwölf.

Man fasst die Provinzen oft in vier Gruppen zusammen:

  • Utrecht, Nord- und Südholland im Westen
  • Zeeland, Nordbrabant und Limburg im Süden
  • Flevoland, Gelderland und Overijssel im Osten
  • Drenthe, Groningen und Friesland im Norden

Es wird darüber diskutiert, beispielsweise Rotterdam als stadsprovincie auszugliedern oder die drei Nordprovinzen zusammenzulegen. Das Recht dazu hätte der niederländische Innenminister. Allgemein aber sind die Provinzen sehr alt und traditionsreich, sodass mit einer Änderung in naher Zeit nicht zu rechnen ist.

Die Provinzen wiederum gliedern sich in 443 Gemeinden (gemeenten; Stand: 1. Januar 2007). Eine Einteilung in Landkreise unterhalb der Provinzebene gibt es nicht. Die 443 Gemeinden gehören jeweils einer der zwölf Provinzen an sowie einer der 25 Polizeiregionen. Ferner gibt es noch die waterschappen, die sich mit Deichschutz und Wasserwirtschaft beschäftigen. Sogenannte Plusregios (niederländisch: plusregio’s) sind eine Zusammenarbeitsform, die manchmal eine Gruppe von Gemeinden für sich gewählt hat. Beispiele sind das Stadsgewest Haaglanden, die Stadsregio Arnhem-Nijmegen und die Parkstad Limburg. 2006 gab es acht solcher Plusregios.

In den Gemeinden können Stadtbezirke oder räumlich getrennte Städte und Dörfer liegen: die Stadt Amsterdam beispielsweise ist eine Gemeinde mit sieben Stadtbezirken, Oude IJsselstreek ist eine Gemeinde, die eine Stadt sowie mehrere Dörfer und Ortschaften beinhaltet.

Die Provinzen haben jeweils ein Parlament (Provinciale Staten) und eine Regierung (College van Gedeputeerde Staten). Das College besteht aus dem Kommissar des Königs (Commissaris van de Koning) und gewählten Vertretern des Parlamentes der Provinz. Ähnlich gibt es in den Gemeinden einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand (College van burgemeester en wethouders). Der Gemeindevorstand besteht aus dem Bürgermeister und gewählten Vertretern des Gemeinderates.

Die Kommissare des Königs und die Bürgermeister werden mit königlichem Beschluss von der Regierung ernannt, im Allgemeinen auf Vorschlag der Staten oder des Gemeinderates. Bei den Provinzen und großen Städten wird die politische Machtverteilung im nationalen Parlament berücksichtigt. Viele Bürgermeister machen eine Karriere im Bürgermeisterberuf, in der sie nacheinander in unterschiedlichen Gemeinden Dienst tun (für eine jeweils sechsjährige Periode, die erneuert werden kann). Ein Bürgermeister ist also nicht der gewählte Vertreter des Gemeinderates oder der lokalen Bevölkerung. Seit Jahren gibt es Initiativen, etwa durch Referenden die Einwohner der Gemeinde an der Auswahl des Bürgermeisters zu beteiligen. 2005 scheiterte ein Gesetzentwurf zur Direktwahl.

Karibische Gebiete[Bearbeiten]

Seit 1986 bestand das Königreich der Niederlande aus drei Ländern: den Niederlanden, den Niederländischen Antillen und Aruba. Aruba hatte 1986 den Status eines einzelnen Landes erhalten. Mit dem 10. Oktober 2010 erhielten die Inseln eine neue Einteilung:


In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlen völlig Angaben über die Sozialstruktur, bzw. Sozialsysteme dieses Staates --Jochen (Diskussion) 10:02, 29. Apr. 2012 (CEST)

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Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wirtschaft der Niederlande

Allgemeines[Bearbeiten]

Rotterdamer Hafen
Die Niederlande sind Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 16 weiteren EU-Mitgliedstaaten (blau) bilden sie eine Währungsunion, die Eurozone.

Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, eher liberales Wirtschaftssystem. Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen. Mit Zustimmung von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Staat erfolgte im Land eine Lohnmäßigung. Die Arbeitslosenquote ist mit 2,8 % sehr niedrig.

Beim produzierenden Gewerbe dominieren Lebensmittel (Unilever, Heineken), chemische Industrie (AkzoNobel, DSM), Erdölraffinerie (Shell) und die Herstellung von Elektrogeräten (Philips, TomTom, Océ) sowie LKW (DAF).

Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt.

Dienstleistungen sind außergewöhnlich wichtig. Die großen Finanzdienstleister (ING, Fortis, AEGON), die Welthäfen Rotterdam und Amsterdam und der Flughafen Schiphol (Amsterdam Airport) gehören zu den fünf größten Dienstleistern in Europa.

Die hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau – die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes – gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für Käse als wichtiges Exportprodukt.

Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt nur 2 % der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzten die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel. Auf der nationalen Rückseite der Münzen war bisher ausnahmslos Königin Beatrix abgebildet.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichen die Niederlande einen Index von 126 (EU-25:100) (2005).[38]

Die Niederlande haben mit Deutschland mehrere Doppelbesteuerungsabkommen.

Naturressourcen[Bearbeiten]

Das Kurhaus am Strand von Scheveningen

Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.

Staatsausgaben[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 410 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 368 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,3 % des BIP.[39]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 497 Mrd. US-Dollar oder 62,2 % des BIP.[39]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

In den Niederlanden gibt es keinen eigentlichen Nationalfeiertag, dafür den Koningsdag. Im Vergleich zu fast allen anderen europäischen Ländern ist der 1. Mai kein Feiertag, und das Ende des Zweiten Weltkriegs wird am 5. Mai (nicht am 8. Mai) begangen, da die deutschen Streitkräfte in den Niederlanden gesondert kapitulierten.

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Nieuwjaar(sdag) Neujahr
Freitag vor Ostern Goede Vrijdag Karfreitag für manche ein freier Tag
Erster Sonntag und Montag nach dem Frühlingsvollmond Pasen Ostern Ostersonntag und Ostermontag
26. oder 27. April (ab 2014) Koningsdag Tag des Königs Geburtstag des Königs Willem-Alexander; der eigentliche Koningsdag ist am 27. April; fällt dieser Tag auf einen Sonntag, wird er auf den Vortag verschoben (z. B. 2014)
29. oder 30. April (bis 2013) Koninginnedag Tag der Königin Geburtstag der früheren Königin Juliana (Beatrix’ Mutter); der eigentliche Koninginnedag ist am 30. April; fällt dieser Tag auf einen Sonntag, wird er auf den Vortag verschoben (zuletzt 2006)
4. Mai Nationale Dodenherdenking Totengedenken Gedenktag an die Toten der Kriege (kein freier Tag; um 20 Uhr zwei Minuten Stille)
5. Mai Bevrijdingsdag Befreiungstag Gedenken anlässlich der Befreiung von der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg (kein freier Tag)
39 Tage nach Ostersonntag Hemelvaartsdag Christi Himmelfahrt
49 Tage nach Ostersonntag Pinksteren Pfingsten Pfingstsonntag und Pfingstmontag
5. Dezember Sinterklaasavond oder Pakjesavond Nikolausabend statt Weihnachten der Tag, an dem Kinder beschenkt werden (kein freier Tag)
25. und 26. Dezember Kerstmis Weihnachten 1. und 2. Weihnachtsfeiertag
31. Dezember Oudjaar, Oudejaarsdag oder Oud en Nieuw (Alt und Neu) Silvester (kein freier Tag)
Van Gogh: Sonnenblumen

Malerei und Kunst[Bearbeiten]

Viele weltberühmte Maler waren Niederländer. Einer der bekanntesten frühen Künstler war Hieronymus Bosch. Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das sogenannte Goldene Zeitalter, brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter, Jacob Izaaksoon van Ruisdael oder Jan Steen hervor. Im Goldenen Zeitalter arbeiteten in den Niederlanden circa 700 Maler, die jährlich etwa 70 000 Gemälde fertigstellten. Ein solcher Gemäldeausstoß ist in der gesamten Kunstgeschichte beispiellos; weder in der italienischen Renaissance noch im Frankreich zur Zeit des Impressionismus gab es so etwas.[41] Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondrian. M. C. Escher und Otto Heinrich Treumann waren bekannte Grafiker.

Rijksmuseum, Amsterdam. Eines der renommiertesten Kunstmuseen der Welt

Architektur[Bearbeiten]

Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De-Stijl-Gruppe (Robert van ’t Hoff, Jacobus Johannes Pieter Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Mart Stam baute in Deutschland am Neuen Frankfurt und an der Weissenhofsiedlung. Die sogenannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk, Het Schip) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur.

Die weltberühmten Mühlen von Kinderdijk

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.

Unter den Gegenwartsarchitekten zählt Rem Koolhaas mit seinem Büro Office for Metropolitan Architecture zu den einflussreichsten Vertretern einer zeitgenössischen, auf urbanistischen Erfahrungen beruhenden Architekturrichtung (zeitweise zum Dekonstruktivismus zugeordnet), die weitere weltweit bekannte Büros wie MVRDV, Mecanoo, Erick van Egeraat, Neutelings-Riedijk beeinflussten (großenteils Schüler oder ehem. Mitarbeiter bei OMA). Niederländische Architektur hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts und immer noch fortdauernd einen erheblichen Einfluss auf die weltweite Architekturentwicklung genommen.

Wissenschaft und Technologie[Bearbeiten]

Aus den Niederlanden stammten bedeutende Wissenschaftler wie Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza, Christiaan Huygens und Antoni van Leeuwenhoek. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten.

Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen. Für die Medizin der frühen Neuzeit waren die Bildungseinrichtungen in der Stadt Leiden (insbesondere die Universitätsbibliothek Leiden) ein relevantes Zentrum, von dem wichtige Impulse ausgingen. Heute gibt es 14 staatliche Universitäten in den Niederlanden und zahlreiche Hochschulen. In Noordwijk ist die Europäische Weltraumorganisation angesiedelt.

Die Verwaltung der Top-Level-Domain der Niederlande, .nl, übernimmt die Stichting Internet Domeinregistratie Nederland (SIDN) seit 1996[42] als Nachfolger des Centrum Wiskunde & Informatica. Das RIPE NCC hat seinen Sitz in Amsterdam.

Literatur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Niederländische Literatur

Im „Goldenen Zeitalter“ (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und Pieter Corneliszoon Hooft zu nennen.

Während der deutschen Besatzung (1940–1945) verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.

Als die drei wichtigsten Autoren der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten Harry Mulisch (Das Attentat, Die Entdeckung des Himmels, beide auch verfilmt), Willem Frederik Hermans (Die Dunkelkammer des Damokles, auch verfilmt; Nie mehr schlafen) und Gerard Reve (Die Abende, Der vierte Mann, beide auch verfilmt). Zu den auch in Deutschland bekannteren gehören ferner Maarten 't Hart, Cees Nooteboom, Jan Wolkers und Hella Haasse.

Musik[Bearbeiten]

Eine hervorragende Strömung der Renaissance war die Niederländer Schule, die jedoch wesentlich von Flamen, Hennegauern und Franzosen getragen wurde.

Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles. Bekanntester Violinist und Orchesterleiter ist seit dem 20. Jahrhundert André Rieu.

Wichtige niederländische Komponisten um 1800 waren beispielsweise der gebürtige Deutsche Johann Wilhelm Wilms sowie Carol Anton Fodor, die sich beide an der Wiener Klassik orientierten. Im 19. Jahrhundert dominierten lange Zeit von der deutschen Romantik beeinflusste Strömungen das Musikleben, u. a. repräsentiert durch Richard Hol. Bernard Zweers versuchte als erster eine spezifisch niederländische Nationalmusik zu entwickeln. Ihm folgten Julius Röntgen und Alphons Diepenbrock, mit denen die niederländische Musik den Anschluss an die internationale Musikentwicklung fand. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Willem Pijper, Matthijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer Komponisten klassischer Musik).

Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit Radar Love. Ebenfalls weltbekannt waren in den 1970er Jahren die Classic Rock Bands Ekseption um Rick van der Linden und Focus, sowie Shocking Blue mit ihrem Hit Venus. In den Niederlanden sind auch Eddie Van Halen und Alex Van Halen geboren, die Bandmitglieder der US-amerikanischen Hard Rock Band Van Halen sind.

International bekannte niederländische Musiker sind zum Beispiel Herman van Veen, Robert Long, Nits, Candy Dulfer, Anouk Teeuwe, Ellen ten Damme und Tiesto.

Das jährlich veranstaltete North Sea Jazz Festival in Ahoy Rotterdam (vorher Den Haag) gehört zu den wichtigsten Jazz-Ereignissen weltweit.

Seit einigen Jahren ist nederlandstalige muziek, Musik in der Landessprache, sehr erfolgreich. Nestor dieser Gattung ist Peter Koelewijn, der schon seit 50 Jahren Rock ’n’ Roll in seiner Muttersprache singt. Später kam Liedermacher Boudewijn de Groot auf. Am Anfang der achtziger Jahren kam ein kurzfristiger Kult der niederländischer Popmusik auf, deren wichtigsten Vertreter Doe Maar, Het Goede Doel und Frank Boeijen waren. Nach 1984 ging die Popularität dieser Gattung stark zurück, um sich zehn Jahre später wieder zu erholen, diesmal aber nicht nur für einige Jahre.

Die berühmtesten Pop-/Rockbands der neuen Ära sind Bløf, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und Acda en de Munnik, ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato, Jan Smit und Frans Bauer. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans.

Darüber hinaus sind diverse Arten des Metals in den Niederlanden sehr beliebt. Bekannte niederländische Metalbands sind z.B. Heidevolk, Epica, Within Temptation, Delain, The Gathering oder After Forever.

Seit den Neunzigern ist eine neue Musikrichtung in den Niederlanden entstanden, die sich in ganz Europa und Amerika immer größerer Beliebtheit erfreut. Hardcore Techno oder Gabber entstand in Rotterdam, Trance wanderte von Deutschland in die Niederlande und hat dort seine weltweit größte Popularität. Bekannte Vertreter sind Angerfist, Neophyte oder DJ Buzz Fuzz.

Seit ein paar Jahren sind auch die erweiterten Musikrichtungen Jumpstyle, Hardstyle und Speedcore sehr beliebt.

Kabarett[Bearbeiten]

Diese Kunstform hat einen sehr hohen stellenwert bei den Bühnenkunsten in den Niederlanden und wird von der Bevölkerung sehr geschätzt (Redewendungen mit "grapje" (Witzchen) durchsetzen vielfach die niederlandische Konversation). Großmeisters dieses Faches waren nach dem zweiten Weltkrieg Wim Kan (politisches Kabarett), Wim Sonneveld, Toon Hermans ("de grote drie") und jahrzehnte auch in Deutschland Rudi Carrell.

Zeitungen und Zeitschriften[Bearbeiten]

Niederländische Kinospielfilmproduktion[43]
Jahr Anzahl
1975 16
1985 13
1995 18
2005 24

Die bedeutendsten Traditionszeitungen sind De Telegraaf, AD, de Volkskrant, NRC Handelsblad und Trouw. Eine historisch wichtige überregionale Tageszeitung war Het Parool, die später zu einer Amsterdamer Stadtzeitung umkonzipiert wurde. 1999 erschienen mit metro und Sp!ts die ersten Gratiszeitungen in den Niederlanden, mittlerweile sind DAG und De Pers hinzugekommen. Diese und das Internet haben den Traditionsblättern zum Teil erhebliche Marktanteile abgenommen. Mit De Groene Amsterdammer, Elsevier, HP/De Tijd, Vrij Nederland erscheinen vier politische Wochenzeitschriften.

Rundfunk[Bearbeiten]

Wie in vielen europäischen Ländern, unterscheidet man auch in den Niederlanden die Fernsehlandschaft in öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender. Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehören Nederland 1, Nederland 2 und Nederland 3 und für Niederländer im Ausland BVN, welche vom Nederlandse Publieke Omroep betrieben werden. Sie werden großteils über Steuern finanziert, teilweise jedoch noch durch das Mitgliedssystem: Ursprünglich waren die Rundfunksender von weltanschaulich orientierten Vereinen errichtet worden, wie das katholische oder das Arbeiterradio.

In den Niederlanden gibt es einige Privatsender, z. B. RTL 4, RTL 5, SBS 6, RTL 7, RTL 8, NET 5 und Veronica. Marktführer ist in den Niederlanden die RTL Group mit RTL 4.

Die ausländischen TV-Inhalte wie amerikanische Produktionen, welche einen Großteil des niederländischen Fernsehens ausmachen, werden nicht wie in Deutschland synchronisiert, sondern in Originalsprache ausgestrahlt und untertitelt. Sendungen für Kinder bilden durch ihre Synchronisationen eine Ausnahme.

Natursehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Frikandel mit Frieten/Patat

Niederländische Küche[Bearbeiten]

Kaasmarkt in Gouda
Hollandse Nieuwe
Hauptartikel: Niederländische Küche

Ursprünglich unterscheidet sich die niederländische Küche nicht sehr von der deutschen, in der auch Kartoffeln, Gemüse und Würste eine große Rolle spielen (zum Beispiel im stamppot). Am bekanntesten sind frieten oder patat, niederl. für Pommes frites, mit verschiedenen Soßen, wobei die wohl bekannteste Kombination aus Mayonnaise und Erdnusssoße (mit Zwiebeln) besteht, das patatje oorlog. Andere Spezialitäten sind Goudse kaas (Goudakäse) und Hollandse Nieuwe; bei diesen Matjes handelt es sich um junge, noch nicht geschlechtsreife Heringe. Durch die Vergangenheit als Seemacht kamen allerdings auch kulinarische Einflüsse aus den ehemaligen Kolonien ins Land, zum Beispiel der nasibal oder bamibal. Dabei handelt es sich um Nasi Goreng oder Bami Goreng in Frikadellenform. Über die Grenzen hinaus bekannt sind auch der niederländische Pudding Vla und die Bratrollen, die frikandel genannt werden, ebenfalls bekannt sind die frittierten Fischhappen Kibbeling, deren Zubereitung der von Hähnchennuggets ähnelt.

Sport[Bearbeiten]

Fußball in den Niederlanden gilt als Nationalsport. Der Vorläufer des Fußball-Verbands Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond (KNVB) wurde bereits im Jahr 1889 gegründet.

Die Niederländische Fußballnationalmannschaft, kurz Nederlands elftal oder „Oranje“ genannt, wird zu den stärksten Nationalmannschaften der Welt gerechnet. Trainer des Teams ist seit 2014 zum zweiten Mal Guus Hiddink. Er ist der Nachfolger von Louis van Gaal, der nach der WM 2014 als Drittplatzierter sein Amt niederlegte.

Die Niederlande haben seit 1976 neun Mal an den Fußball-Europameisterschaften teilgenommen und gewannen 1988 den Titel. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft waren sie seit 1934 zehn Mal vertreten und wurden 1974, 1978 und 2010 jeweils Zweiter, bei der WM 2014 Dritter.

Im Motorsport sind die Motorrad-WM Grand Prix Rennstrecke in Assen (Dutch TT), die ehemalige Formel 1 Grand Prix Rennstrecke in Zandvoort und das Eisstadion De Bonte Wever in Assen mit seinen Eisspeedway-WM Rennen weltweit ein Begriff.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Niederlande – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Niederlande

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Wielenga, I. Taute (Hrsg.): Länderbericht Niederlande. Geschichte – Wirtschaft – Gesellschaft. Bonn 2004. [2]
  • C. Meyer: Anpassung und Kontinuität. Die Außen- und Sicherheitspolitik der Niederlande von 1989 bis 1998. Münster 2007. [3]
  • G. Moldenhauer, J. Vis (Hrsg.): Die Niederlande und Deutschland. Einander kennen und verstehen. Münster u. a. 2001.
  • Horst Lademacher: Die Niederlande. Politische Kultur zwischen Individualität und Anpassung: Frankfurt am Main / Berlin 1993.
  • Dik Linthout: Frau Antje und Herr Mustermann. Niederlande für Deutsche. Ch. Links, Berlin 2002, ISBN 3-86153-268-9.
  • Michael North: Geschichte der Niederlande. C. H. Beck Verlag, München 2008, ISBN 978-3-406-41878-5.
  • Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2173-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Niederlande – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Niederlande – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Niederlande – Reiseführer
 Wikinews: Niederlande – in den Nachrichten
 Wikisource: Niederlande – Quellen und Volltexte
 Wikimedia-Atlas: Niederlande – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Google Public Data – Niederlande. Abgerufen am 14. Januar 2013.
  2. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  3. Human Development Report Office: Netherlands – Country Profile: Human Development Indicators
  4.  Christina Lutter: Maximilian I. (1486–1519). In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters: Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919–1519). C. H. Beck, 2003, ISBN 978-3-406-50958-2, S. 526 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b im 16. Jahrhundert findet sich noch „Belgien“, „Niederlande“ und Germania Inferior „Niederdeutschland“ synonym, etwa „Belgium alias Germaniam Inferiorem vocant, das Niederland […]“  Johann Christoph Becmann: Historia Orbis Terrarum, Geographica et Civilis. Frankfurt/Leipzig 1698, VI. S.I. de Belgio, S. 207 (webrepro, uni-mannheim.de).
  6. Als zu einer ausländischen Herkunftsgruppe gehörig wird jede Person gezählt, die selbst oder von der mindestens ein Elternteil nicht in den Niederlanden geboren ist. Quelle: Zentralamt für Statistik, 2007.
  7. Alle europäischen, nordamerikanischen und ozeanischen Staaten, auch Japan und Indonesien. Die meisten Einwohner indonesischer Herkunft sind Weiße oder Mischlinge und ihre Nachkommen. Diese Gruppe wurde Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre wegen der Unabhängigkeit Indonesiens in die Niederlande „repatriiert“, obwohl viele noch nie in Europa gewesen waren.
  8. Der Fischer Weltalmanach 2006. Zahlen, Daten, Fakten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-72006-0; S. 117, 126, 321, 325, 334
  9. [1] Bevölkerungsanzahl der Niederlande. Stand 25. Januar 2009. Information: Centraal Bureau voor de Statistiek (Zentralbüro für Statistik); niederländisch. Abgerufen am 25. Januar 2009
  10. Das Grundgesetz des Königreichs der Niederlande bestimmt keine Amtssprachen. Bis 1992 war auch in anderen Gesetzen keine Amtssprache festgelegt. Seitdem bestimmt die Algemene wet bestuursrecht (Allgemeines Verwaltungsrechtsgesetz) in Artikel 2:6: „Bestuursorganen en onder hun verantwoordelijkheid werkzame personen gebruiken de Nederlandse taal, tenzij bij wettelijk voorschrift anders is bepaald“ (Verwaltungsorgane und unter ihrer Verantwortung tätige Personen benutzen die niederländische Sprache, es sei denn, eine gesetzliche Vorschrift bestimmt dies anders). Dieses Gesetz ordnet auch in Artikel 2:7 den amtlichen Gebrauch der friesischen Sprache innerhalb der Provinz Friesland an.
  11. OECD-Factbook 2008
  12. Landelijke Sinti/Roma Organisatie, darin insbesondere: Sinti and Roma in the Netherlands
  13. Annemarie Cottaar: The Making of a Minority: the Case of Dutch Travellers, S. 114–132, in: Leo Lucassen, Wim Willems, Annemarie Cottaar: Gypsies and Other Intinerant Groups. A Socio-Historical Approach, New York 1998; dies., Dutch Travellers: Dwellings, Origins and Occupations, in: ebenda, S. 174–189
  14. a b auf Englisch: Zahlen und Fakten, S. 3, abgerufen am 17. Juni 2012
  15. Geloven in het publieke domein, von das Wetenschappelijke Raad voor het Regeringsbeleid, Abruf am 8. Oktober 2010.
  16. Geloven in het publieke domein, von das Wetenschappelijke Raad voor het Regeringsbeleid, Tabelle 4.2, S. 92, Abruf am 8. Oktober 2010.
  17. Geloven in het publieke domein, von das Wetenschappelijke Raad voor het Regeringsbeleid, Tabelle 4.4, S. 96, Abruf am 8. Oktober 2010.
  18. Geloven in het publieke domein, von das Wetenschappelijke Raad voor het Regeringsbeleid, S. 90, 91 – 7,132 Millionen Christen bei einer Gesamtbevölkerung von 16,3 Millionen, Abruf am 8. Oktober 2010.
  19. auf Niederländisch: Zahlen und Fakten der Katholischen Kirche in den Niederlanden und der Protestantischen Kirche in den Niederlanden wie auch von einigen kleineren Kirchen, abgerufen am 15. März 2012
  20. auf Englisch: Zahlen und Fakten, S. 1, abgerufen am 17. Juni 2012
  21. rapport nr. 616 Kerncijfers 2010 uit de kerkelijke statistiek van het Rooms-Katholiek Kerkgenootschap in Nederland door: drs. Joris Kregting & Jolanda Massaar-Remmerswaal, Oktober 2011 abgerufen 18. August 2012
  22. http://vcoe.at/start.asp?ID=4364
  23. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 18 ff.
  24. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 50 f.
  25. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 65 ff.
  26. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 230
  27. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 233
  28. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 239
  29. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2010, S. 118
  30. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 241 ff.
  31. Friso Wielega: Geschichte der Niederlande. Stuttgart 2012, S. 417
  32. Zit.n.: Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 244
  33. Wahlseite des Volkskrant abgerufen am 16. September 2012
  34. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,721098,00.html
  35. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,720923,00.html
  36. http://www.elsevier.nl/web/Nieuws/Politiek/277220/Het-Regeer-en-Gedoogakkoord-van-kabinetRutte-I.htm
  37. http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/751717/Niederlande_Regierung-reicht-Ruecktritt-ein?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do
  38. http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=STAT/06/166&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en Eurostat News Release
  39. a b c d The World Factbook
  40. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  41. Christoph Driessen: Rembrandt und die Frauen. Regensburg 2011, S. 29
  42. Selbstdarstellung auf sidn.nl
  43. Weltfilmproduktionsbericht (Auszug), Screen Digest, Juni 2006, S. 205–207 (eingesehen am 15. Juni 2007)

51.9166666666675.5666666666667Koordinaten: 52° N, 6° O