Glicko-System

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Das Glicko-System ist ein von Mark E. Glickman entwickeltes Wertungssystem, das wie das Elo-System erlaubt, die Spielstärke, etwa von Schachspielern, zu messen. Die Besonderheit des Systems liegt in der Einführung einer weiteren Größe, der RD (ratings deviation). Das Glicko-System, wie auch die Weiterentwicklung Glicko-2, ist lizenzfrei und daher besonders bei Online-Spielseiten zu finden. Die Formeln sind auf der Webseite von Mark E. Glickman angegeben.

Unterschiede zum Elo-System[Bearbeiten]

Als Erweiterung zum Elo-System führt Glickman die Variable RD (ratings deviation) ein. Diese schätzt ab, wie genau die aktuelle Wertungszahl mit der tatsächlichen (aber unbekannten) Spielstärke übereinstimmt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 % liegt die tatsächliche Spielstärke im Bereich von ±RD der Wertungszahl, mit 95 % im Bereich von ±2 RD. Hat ein Spieler etwa eine Wertungszahl von 1500 und einen RD von 50, so soll seine tatsächliche Spielstärke mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % im Bereich von 1400 bis 1600 liegen. Wenn ein Spieler spielt, sinkt sein RD, da seine Wertungszahl mit jedem Spiel genauer wird. Spielt er nicht, steigt diese wieder langsam über die Zeit an. Außerdem bewirkt ein hoher RD, dass sich seine Wertungszahl schneller ändert.

Dank der Einführung der RD wird auch sichergestellt, dass sich die Wertungszahl eines aktiven Spielers, der gegen einen neuen oder inaktiven Spieler spielt, nur geringfügig ändert. Dies ist sinnvoll, da die Stärke des neuen oder inaktiven Spielers nicht genau genug bekannt ist und das Resultat daher nicht viel über die Stärke des aktiven Spielers aussagt.

Glicko-2[Bearbeiten]

Das Glicko-2-System führt zusätzlich zum RD auch noch eine rating volatility \sigma ein. Je konstanter der Spieler spielt, desto geringer ist diese.

Weblinks[Bearbeiten]