Häutung

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Dieser Artikel behandelt den natürlichen Hautwechsel. Das Abziehen der Haut toter Tiere siehe unter Schlachtung#Hautabzug.
Der zwei Stunden dauernde Prozess der Imaginalhäutung bei einer Zikade im Zeitraffer

Die Häutung oder Ecdysis ist ein hormonell gesteuerter Vorgang in der Entwicklung der Häutungstiere (Ecdysozoa) und Reptilien (Reptilia).

Da sich bei diesen Tieren die Cuticula (lat. Häutchen) während des Wachstums nicht kontinuierlich den neuen Größenverhältnissen anpassen kann, muss in bestimmten Zeitabständen die alte, dann Exuvie genannte Hülle abgestoßen werden. Darunter liegt bereits die neue, potentiell größere Hülle vor, die bereits nach kurzer Zeit aushärtet und ihre Schutzfunktion erfüllen kann. In der Zeit bis zum Aushärten sind die Tiere jedoch schutzlos und verstärkt der Gefahr ausgesetzt, Räubern zum Opfer zu fallen. Andererseits werden mit der alten Hülle auch Parasiten abgestossen, die eine bestimmte Zeit brauchen die Haut zu durchdringen. An Wasserflöhen konnte beobachtet werden, dass sie die Infektion durch das ihre Haut durchbohrende Bakterium Pasteuria ramosa vermeiden können, wenn sie sich binnen 12 Stunden nach Kontakt häuten und so die Bakterien quasi abschütteln. [1]

Bei den Insekten ist mit den einzelnen Häutungen oft auch ein Gestaltwandel (Metamorphose) verbunden. Die letzte Häutung, welche zum adulten Insekt (Imago) führt, wird als Imaginalhäutung bezeichnet.

Bei Spinnentieren, die bereits mit allen Merkmalen schlüpfen und keine Metamorphose durchlaufen, heißt die letzte Häutung Adulthäutung. Nach der Adulthäutung sind die Tiere geschlechtsreif. Zuvor abgetrennte Gliedmaßen werden bei der Häutung erneuert, jedoch nicht vollständig und die Regeneration von Extremitäten kann sich über mehrere Häutungen hinziehen.[2]

Bei den Reptilien bildet sich unter der Hornschicht durch Verhornung eine weitere Hornschicht. Zwischen beide Schichten werden proteolytische Enzyme abgegeben, was zur Ablösung der alten Hornschicht führt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ecdysis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. http://science.orf.at/stories/1697160/ Häutung schüttelt Parasiten ab, science.ORF.at vom 11. April 2012
  2. Foelix, Rainer F. 1979. Biologie der Spinnen. Georg Thieme Verlag Stuttgart. ISBN 313575801x
  3. Thomas Steidl und Michael Hartmann: Hauterkrankungen bei Reptilien: In: Kleintiermedizin Nr. 4/2012, S. 180–185.