Hanan al-Shaykh

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hanan al-Shaykh, 2003

Hanan al-Shaykh (* 12. November 1945 in Beirut) ist eine libanesische Autorin arabischer Frauenliteratur.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Hanan al-Shaykh entstammt einer strengen schiitischen Familie. Sowohl ihr Vater als auch ihr Bruder wachten streng über ihr soziales Leben in der Kindheit und der Jugend. Sie besuchte die Almillah Grundschule für muslimische Mädchen und erhielt dort eine traditionelle islamische Mädchenbildung. Anschließend besuchte sie die Ahliyyah Schule. Am American Girls College in Kairo (Ägypten) schloss sie ihre monoedukative Schullaufbahn 1966 ab und kehrte in den Libanon zurück. Dort arbeitete sie bis 1975 für die Zeitung Al-Nahar. 1975 verließ sie Beirut bei Ausbruch des Libanesischen Bürgerkriegs und zog nach Saudi-Arabien, um dort zu arbeiten und zu schreiben. Gegenwärtig lebt sie mit ihrer Familie in London.

Werk[Bearbeiten]

Hanan al-Shaykhs Literatur folgt den Spuren zeitgenössischer arabischer Autorinnen wie Nawal El Saadawi dergestalt, dass sie die Rolle der Frau in den traditionellen sozialen Strukturen des Mittleren Ostens hinterfragt. Ihre Arbeit ist stark beeinflusst von der patriarchalen Kontrolle von Vater, Bruder und Nachbarschaft, die ihre Kindheit und Jugend prägte. So kann ihr Werk als Kommentierung des Status von Frauen in der arabisch-muslimischen Welt gelesen werden. Sie hinterfragt unter anderem die bestehenden Vorstellungen über Sexualität, Gehorsam, Bescheidenheit und familiären Beziehungen.

Häufig beschreibt sie explizit sexuelle Szenen in ihren Werken und verstößt damit gegen Moralvorstellungen konservativer arabischer Gesellschaften, so dass ihre Bücher teilweise indiziert oder verboten sind. Hier kann beispielsweise der Roman Sahras Geschichte genannt werden, der Schwangerschaftsabbruch, Ehescheidung, uneheliche Geburt, Zurechnungsfähigkeit und sexuelle Freizügigkeit thematisiert. Der Roman Im Bann der High-Tech-Harems beschreibt die lesbische, pornografische Beziehung zweier Frauen.

Neben diesen sozialkritischen Themen schreibt sie auch über den Libanesischen Bürgerkrieg.

Schriften[Bearbeiten]

  • Intihar Rajul Mayyit (Suizid eines toten Mannes), 1970, arabisch: انتحار رجل ميت
  • Faras al-Shaitan, 1971
  • The Devil’s Horse, 1975
  • Ḥikāyat Zahra, 1980, arabisch: حكاية زهراء
    • Sahras Geschichte: Roman aus dem Libanon, übersetzt von Veronika Theis, Nachwort Hartmut Fähndrich, Lenos, Basel 1989, ISBN 3-85787-189-X
    • The Story of Zahra, englische Übersetzung 1994
  • The Persian Carpet in Arabic Short Stories, 1983
  • Scent of a Gazelle, 1988, arabisch: مسك الغزال
  • Misk al-ghazal, 1989
    • Women of Sand and Myrrh, englische Übersetzung 1992
    • Im Bann der High-Tech-Harems, übersetzt von Irene Rumler, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991, ISBN 3-499-12958-2
  • Mail from Beirut, 1992, arabisch: بريد من بيروت
  • I Sweep the Sun Off Rooftops, arabisch 1994
    • I Sweep the Sun Off Rooftops, englische Übersetzung 2002
  • Beirut Blues, 1992
    • englische Übersetzung 1995
  • Only in London, englische Übersetzung 2001
  • The locust and the Bird: My Mother’s Story, englische Übersetzung 2009, Pantheon, ISBN 978-0307378200
  • Zwei Frauen am Meer, übersetzt von Hartmut Fähndrich, Marebuch, Hamburg 2002, ISBN 3-936384-02-9

Weblinks[Bearbeiten]