Hemşinli

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Hemşinli-Frauen mit traditionell gebundenen Kopftuch (aus Provinz Rize.)

Die Hemşinli (lasisch Armeni, Sumexi, armenisch Համշենցի Hamschenzi, russisch Амшенцы Amschenzi) sind eine kleine armenischsprachige ethnische Minderheit muslimischen Glaubens im Nordosten der Türkei. Benannt sind sie nach dem Ort Hemşin in der Provinz Rize. Sie sprechen Homschezi, einen Dialekt des Westarmenischen. Die Hemşinli waren wegen ihrer islamischen Religion nicht vom osmanischen Völkermord betroffen.

Die Zahl der Hemşinli in der Türkei beträgt nach einer Schätzung von Hovann Simonian des Jahres 2004 rund 100.000.[1] Derselbe Autor gibt 2006 die Zahl der Hemşinli insgesamt mit ungefähr 150.000 an. Darin sind auch etwa 3.000 Hemşinli enthalten, die in Ländern der ehemaligen Sowjetunion leben.[2] Ihre Hauptwohngebiete liegen zwischen Trabzon und Erzurum, wobei sie hier zahlenmäßig der landesweiten Minderheit der Lasen klar unterlegen sind.

Ob es sich bei den Hemşinli um Muslime handelt, die das Armenische übernommen haben, oder um Armenier in der Türkei, die den Islam angenommen haben, ist umstritten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hemşinli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hovann H. Simonian: History and Identity among the Hemshin. In: ISIM Newsletter, 14, Juni 2004, S. 24
  2. Hovann H. Simonian (Hrsg.): The Hemshin: History, Society and Identity in the Highlands of Northeast Turkey. Routledge, London/New York 2007, Vorwort; ebenso in: History and Identity amont the Hemshin, 2006, S. 162