Hemiole

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Eine Hemiole (griech. hemiolos „anderthalb“) ist eine rhythmische Akzentverschiebung innerhalb eines Dreier-Taktes, bei der zwei Takte zu einem großen Dreiertakt zusammengefasst werden. Hemiolen werden im Notenbild nicht eigens kenntlich gemacht, sondern müssen aus dem Kontext erschlossen werden. Sie entstehen durch eine Abweichung von der regulären Taktbetonung in folgender Weise:

3/4-Takt
> - - |> - - |> - - |> - - |>
mit Hemiole
 > - - |> - - |> - > |- > - |>

Durch die Betonung im Halbe-Abstand entsteht ein einzelner übergeordneter 3/2-Takt. Dadurch wird der Schwung des Taktes elegant abgebremst. Dieser Effekt findet sich oft in Barock-Kadenzen, vor allem bei Phrasenabschlüssen von Couranten. Hemiolen sind auch im 6/4- oder 6/8-Takt möglich.

Beispiel einer Hemiolenbildung: Hemiole.JPG

In der Renaissance wurde eine Hemiole häufig durch Kolorierung bzw. Notenschwärzung gekennzeichnet im damals üblichen 3/1-Takt (die Kennzeichnung 3/2 ist in diesem Fall keine Taktbezeichnung)
Hemiola.jpg

Quellen[Bearbeiten]