Wikipedia:Lautschrift

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Abkürzung: WP:LS, WP:IPA

Lautschrift soll dazu dienen, die Laute, die wir mit unserem Sprechapparat produzieren, in ein international verständliches Schriftsystem zu überführen.

Wer nur wissen möchte, wie ein bestimmtes Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets ausgesprochen wird, kann in der Liste der IPA-Zeichen nachsehen. Für Wünsche nach Lautschriftangaben für Artikel gibt es die Lautschrift-Wunschliste.

Darstellung von Lautschrift[Bearbeiten]

Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA)[Bearbeiten]

Eines der ältesten im Gebrauch befindlichen und am häufigsten verwendeten dieser Schriftsysteme heißt IPA. Dieses wird auch im Fremdsprachenunterricht oft benutzt. Eines der Ziele dieser Schrift ist, die Eigenheit herkömmlicher Alphabete zu beseitigen, in denen dasselbe Zeichen verschiedene Laute bezeichnet oder derselbe Laut in verschiedenen Zeichen niedergeschrieben wird. Das IPA besteht größtenteils aus abgewandelten Zeichen des lateinischen oder griechischen Alphabets, weshalb es für uns auf den ersten Blick relativ leicht lesbar erscheinen mag. Trotzdem wird man feststellen, dass manche Zeichen der Lautschrift, die wir in derselben Form als Buchstaben im Deutschen verwenden, für etwas anderes stehen als gewöhnlich. Auch gibt es komplett neue oder modifizierte Zeichen, einige Zeichen wie die deutschen Umlaute oder das „ß“ tauchen gar nicht auf. Das System umfasst insgesamt mehr als 100 Zeichen, die zur Beschreibung keiner Sprache vollständig notwendig sind und auch nur von den wenigsten Menschen allesamt ausgesprochen werden können. Jedoch sind sämtliche Laute in irgendeiner Sprache der Welt bedeutungsunterscheidend, sodass die Zeichenfülle durchaus gerechtfertigt ist.

Unterschiede zwischen phonetischer und phonologischer Transkription[Bearbeiten]

Mit Hilfe des IPA kann man sowohl phonetische als auch phonologische (auch: phonemische) Transkriptionen vornehmen. Der Unterschied ist der folgende: Bei phonetischen Umschriften wird, mit einer großen Spannbreite von Genauigkeit, angegeben, was tatsächlich gesprochen wird. Dabei bleibt die Frage ungeklärt, welche Funktion die einzelnen Laute haben. Es wird nur – üblicherweise in eckigen Klammern – notiert, welche Laute von einem tatsächlichen Sprecher produziert wurden oder von einem fiktiven Sprecher produziert werden würden. Wenn man nun untersucht, welche dieser Laute tatsächlich ein Wort vom anderen unterscheiden, eröffnet sich die Möglichkeit, die bedeutungsunterscheidenden Laute als übergeordnete Kategorien festzulegen, als Phoneme. Man schreibt sie zwischen Schrägstrichen. Phoneme stellen eine theoretische Konstruktion dar, die man als „kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Sprache“ bezeichnen kann. Unter dem „Dach“ eines Phonems sammeln sich alle Varianten eines Lauts, die beim Austausch untereinander kein Wort unterscheiden können, aber bedeutungsunterscheidend sind, wenn man sie gegen irgendeinen Laut austauscht, der unter dem „Dach“ eines anderen Phonems steht.

Ein Beispiel: Wie man im Deutschen ein „r“ ausspricht – ob wie in einigen Gegenden und in vielen anderen europäischen Sprachen „gerollt“ als [r] oder wie verbreitet in Deutschland als [ ʁ ] –, ist für die Bedeutung des Wortes gleichgültig. Deshalb fasst man alle „r“-Laute als das deutsche Phonem /r/ zusammen. Auch ist es im Deutschen nicht bedeutungsunterscheidend, ob ich ein „p“ stark, schwach oder gar nicht aspiriere (z. B. wie in "paaren", "taub" und "sparen"), d. h. nach dem „p“ einen Lufthauch wie bei einem „h“ ausspreche oder nicht. Daher fallen alle Varianten des „p“ unter das deutsche Phonem /p/. Die einzelnen „r“- und „p“-Varianten sind jeweils „intern“ Allophone, das heißt Laute, die in derselben lautlichen Umgebung vorkommen, aber keine Wörter unterscheiden. „Extern“, das heißt bei Austausch jedes beliebigen „r“-Lauts gegen jeden beliebigen „p“-Laut, ändert sich die Bedeutung des Wortes, weshalb man sowohl /r/ als auch /p/ als Phonem betrachtet. Die Klassifikation von Phonen als Phoneme ist nicht sprachenübergreifend, da in anderen Sprachen zwischen Lauten Bedeutungsunterschiede liegen können, die im Deutschen nicht auftreten. So ist es – ein klassisches Beispiel – im Deutschen für die Bedeutung irrelevant, ob ich in „Hand“ das „a“ nasaliere, also [hãnt], oder nicht, also [hant]. Im Französischen hingegen unterscheiden sich die Wörter „grammaire“ (Grammatik), gesprochen [gʀaˈmɛʀ], und „grand-mère“ (Großmutter), gesprochen [gʀãˈmɛʀ], nur durch die Nasalierung des „a“.

Anwendungsgebiete phonetischer und phonologischer Transkription[Bearbeiten]

Ob ich phonetisch oder phonologisch transkribiere, hängt vor allem vom Zweck der Lautschriftangabe ab. Wenn ich einem Deutschen die Aussprache eines deutschen Wortes verdeutlichen will, geht es meistens um Aspekte wie Stimmhaftigkeit von Zischlauten, Vokalqualitäten und -quantitäten oder Betonung. Wie er ein „r“ auszusprechen hat oder ein „p“, ist dem Deutschen als Muttersprachler der behandelten Sprache bekannt. Deshalb genügt in vielen Fällen eine phonologische oder eine phonetische Transkription, die wenige Details angibt („breite“ Transkription). Dies gilt vor allem, wenn es sich nicht um Eigennamen handelt. Wenn ich beispielsweise die Aussprache des Verbs „drücken“ angeben möchte, brauche ich nicht [ˈd̥ʁʏkʰŋ̍] zu schreiben, [ˈdrʏkən] genügt völlig. Allerdings ist es für einen Schweizer möglicherweise interessant, dass die Phonemfolge /ər/ am Ende des Namens Hannover vor Ort üblicherweise als [ ɐ ] realisiert wird. Wenn man die Aussprache eines Wortes aus einer fremden Sprache transkribiert, für die der Leser keine intuitiven Informationen mitbringt, ist ohnehin eine phonetische Transkription anzuraten. Der Aussprache-DUDEN (Band 6, ISBN 3-411-04064-5) ist dafür nicht unbedingt eine optimale Quelle. Die Ausspracheangaben sind weder konsequent phonetisch noch phonologisch. In weniger geläufigen Sprachen scheinen die Transkriptionen vereinfacht zu sein. So wird die Aussprache der schwedischen Stadt Växjö (korrekt: [ˈvɛkːˌɧøː]) als [ˈvɛkʃøː] angegeben, was zwar nah am Original, aber eben nicht präzise ist. Die Angaben in den gängigsten europäischen Sprachen sind etwas brauchbarer, wobei auch hier beispielsweise die Zeichen [ ʀ ] (französisches „r“), [ ɹ ] (englisches „r“), [ ɜ ] (Vokal wie in engl. „bird“) und viele weitere nicht verwendet werden. Es ist folglich empfehlenswert, sich im entsprechenden Wikipedia-Artikel, in anderen Wörterbüchern oder auf Seiten wie Omniglot[1] schlau zu machen, ob es Details gibt, die der DUDEN unterschlägt, bevor man eine Eintragung macht. Wem das verständlicherweise zu viel Mühe ist, kann das betreffende Wort, evtl. mit dem Eintrag aus dem DUDEN, auf die Wunschlisten-Seite stellen. Gerade für gängige Sprachen wie Englisch, Deutsch, Spanisch, Türkisch oder Chinesisch dürfte sich jemand finden, der den Eintrag korrigieren kann.

Alternativen zum IPA[Bearbeiten]

Als Alternative kann zusätzlich eine Transkription nach SAMPA (Speech Assessment Methods Phonetic Alphabet) vorgenommen werden. SAMPA ist aber – im Vergleich zum IPA – noch stärker auf eine rein phonologische Transkription ausgerichtet und deckt fast ausschließlich die größeren europäischen Sprachen ab. Es gibt zur Verwendung der Lautschriften nach IPA bzw. SAMPA keine Alternativen, da nur diese Systeme standardisiert sind.

Verwendung in Wikipedia-Artikeln[Bearbeiten]

Die Angabe der Aussprache nach IPA erfolgt bei phonetischen Transkriptionen in eckigen Klammern, bei phonologischen in Schrägstrichen. Zur Wahrung der Einheitlichkeit stehen hierfür die Vorlagen IPA, IPA-Text und IPA-Zeichen zur Verfügung, für deren Verwendung sich folgende Konvention eingebürgert hat:

So sieht’s aus Das gibt man ein
Växjö [ˈvɛkːˌɧøː] ist eine Stadt in Schweden. '''Växjö''' [{{IPA|ˈvɛkːˌɧøː}}] ist eine Stadt in [[Schweden]].
Das Phonem / t / wird im Deutschen meistens als [  ] ausgesprochen. Das Phonem {{IPA-Zeichen|t|typ=phonem}} wird im Deutschen meistens als {{IPA-Zeichen|t|ʰ|typ=phon}} ausgesprochen.

Durch die Vorlagen ist in einigen Browsern die Anzeige von Lautschrift sichergestellt, die ansonsten nur mit aufwendiger Notation möglich wäre. Es gibt inzwischen zahlreiche Artikel, die diese Vorlage verwenden.

Wenn zusätzlich zur Lautschrift eine Tondatei mit der Aussprache existiert, kann diese in der Vorlage:Audio-IPA eingebunden werden. Die eckigen Klammern sind bei dieser Vorlage bereits enthalten:

So sieht’s aus Das gibt man ein
Herman Van Rompuy (Zum Anhören bitte klicken! [ˈɦɛɾmɑn vɑn ˈɾɔmpœy̆]a a; * 31. Oktober 1947 in Etterbeek) ist ein flämischer Politiker. '''Herman Van Rompuy''' ({{Audio-IPA|Pronunciation-Herman_Van_Rompuy.ogg|ˈɦɛɾmɑn vɑn ˈɾɔmpœy̆}}; * [[31. Oktober]] [[1947]] in [[Etterbeek]]) ist ein [[Flandern|flämischer]] [[Politiker]].

Eingabe von IPA-Zeichen[Bearbeiten]

Die Verwendung von Zeichen aus der IPA-Zeichentabelle geschieht am einfachsten durch Markieren und Kopieren aus der Tabelle oder einem Textverarbeitungsprogramm. Alternativ können die Zeichen in der Form ሴ eingegeben werden (1234 steht für die hexadezimale Zahl, die der Tabelle entnommen werden kann). Das IPA-Zeichen „ə“ z. B. (Unicode U+0259) wird mit ə eingesetzt.

Für Wörter oder umfangreichere Passagen bei Kenntnis der gängigen IPA-Zeichentabellen eignet sich auch der IPA-Picker es W3C-Mitarbeiters Richard Ishida. Durch Anklicken der Zeichen auf der Webseite sammelt man diese in einem Eingabefeld, von dem man sie schließlich herüberkopieren kann.

IPA-Tastatur[Bearbeiten]

Wer häufig IPA-Lautschrift schreiben möchte, verwendet am besten ein spezielles Tastaturlayout, das die IPA-Zeichen den Tasten zuordnet.

Für Windows kann man sich mit dem Microsoft Keyboard Layout Creator[2] (kostenlos) ein derartiges Tastaturlayout selber erstellen. Dieses Programm ermöglicht die Definition von Tasten und Tastenkombinationen anhand Unicode. Anschließend kann diese individuelle IPA-Tastatur über die Systemsteuerung (Regions- und Sprachoptionen) eingebunden werden und eine Tastenkombination zum Umschalten zwischen den Tastaturlayouts festgelegt werden.

Für Mac OS X kann das IPA-Tastaturlayout[3] des SIL heruntergeladen werden (gratis). Es kann mit einem beliebigen Texteditor modifiziert werden oder mit Hilfe des Programms Ukelele[4] (auch gratis).

Für beide Betriebssysteme sowie für GNU/Linux kann das Neo-Tastaturlayout verwendet werden, das mittels Compose alle verwendbaren IPA-Zeichen abdeckt.

Ebenfalls kann man das Wikipedia-Helferlein IPA Typewriter verwenden.

Besonderheiten für einzelne Sprachen[Bearbeiten]

Englische Namen[Bearbeiten]

Wegen des vagen Verhältnisses zwischen Schreibung und Aussprache im Englischen gibt die englische Wikipedia auch für viele Ortsnamen in englischsprachigen Ländern die Aussprache in IPA-Zeichen an. Diese Angabe kann aber nicht 1:1 kopiert werden: Ungeachtet der besonderen, den meisten englischen Dialekten gemeinsamen, Artikulation des r-Lautes verwendet en.wikipedia für englischsprachige Namen grundsätzlich das Zeichen [r], das international die italienische Artikulation wiedergibt. Amerikanischen Aussprachegewohnheiten entsprechend wird das r auch vor Konsonanten und am Wortende markiert, wo es im British English nur den vorangehenden Vokal modifiziert. Diese Markierung wird auch für Namen auf den Britischen Inseln verwendet. So wird die Aussprache des Moray Firth in Schottland in en.wikipedia als [ˈmʌrifɜrθ] dargestellt statt als [ˈmʌɹɪfɜːθ]. Umgekehrt wird auch in US-amerikanischen Namen die Aussprache von "-u-" und "-ew" als [ju] dargestellt, z. B. New … [nju…] obwohl vor Ort alle Leute [nu…] sprechen.

Darstellung in Browsern[Bearbeiten]

Die Lautschrift kann nur unter der Bedingung angezeigt werden, dass auf dem jeweiligen Computer eine Schriftart installiert sein muss, die über die Lautschrift-Zeichen verfügt. Dies ist jedoch insofern kein Problem, als alle modernen Betriebssysteme solche Schriftarten mitbringen (beispielsweise Lucida Sans Unicode in allen Windows-Versionen seit Windows 98 oder Lucida Grande in allen Versionen von Mac OS X).

Zumal für den Windows Internet Explorer genügt es nicht, dass auf dem Computer eine Schriftart mit Lautschrift-Zeichen installiert ist. Wenn der Internet Explorer ein Zeichen darstellen soll, das nicht in der normalen Schriftart einer bestimmten Internetseite vorhanden ist, so ist er nicht im Stande, dieses Zeichen in der zur Verfügung stehenden Lautschrift-Schriftart anzuzeigen (so wie es andere moderne Browser tun, etwa Firefox, Safari, Opera 7.x und höher oder Google Chrome). Stattdessen fällt der Internet Explorer zurück auf die Standardschriftart der jeweiligen Zeichenkodierung. Per Werkeinstellung gilt für Zeichenkodierungen von lateinischem Text die Standardschriftart Times New Roman. Diese Schriftart verfügt jedoch nicht über Lautschrift-Zeichen. Also zeigt der Internet Explorer anstatt Lautschrift Fehlerzeichen (etwa „�“).

Problemlösung für den Internet Explorer[Bearbeiten]

Damit der Internet Explorer die Lautschrift richtig darstellen kann, muss die Vorlage:IPA verwendet werden oder die Vorlage:IPA-Text.

So sieht’s aus Das gibt man ein
Vorlage:IPA ˈbaɪˌʃpiːl {{IPA|ˈbaɪˌʃpiːl}}
Vorlage:IPA-Text ˈbaɪˌʃpiːl {{IPA-Text|ˈbaɪˌʃpiːl}}

Diese Vorlagen geben im Quelltext die folgenden Schriftarten vor (mittels class="IPA", was sich auf MediaWiki:Common.css bezieht):

  1. Quivira
  2. Code2000
  3. Sun-ExtA
  4. DejaVu Sans
  5. Gentium
  6. Helvetica
  7. Arial Unicode MS
  8. Lucida Sans Unicode

Alle diese Schriftarten können die Lautschrift anzeigen. Der Browser verwendet die erste Schrift aus dieser Liste, die auf dem Computer installiert ist, an Stelle der normalen Schriftart für Wikipedia. Auf diese Weise kann auch der Internet Explorer die Lautschrift in der Wikipedia anzeigen.

Leider beeinträchtigt diese Problemlösung für den Internet Explorer auch die Darstellung in anderen Browsern wie Firefox, Safari, Opera oder Google Chrome. Falls eine dieser Schriftarten auf dem Computer installiert ist, dann wird sie auch von diesen Browsern verwendet. Dies geschieht selbst dann, wenn eine Standard-Schriftart eingestellt worden ist, die bereits alle Lautschrift-Zeichen anzeigen kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Akustische Wiedergabe[Bearbeiten]

Im Internet existieren Seiten, die eingegebenen Text mittels Text-to-Speech Software in Audiodateien umwandeln können, die man dann anhören kann, z. B.:

  • AT&T Labs - Research (englisch, Sprachausgabe in Deutsch, Englisch (US/UK/CA/IN), Französisch (F/CA) und Spanisch (Lateinamerika))
  • Bell Laboratories (englisch, Sprachausgabe in Chinesisch (Mandarin), Deutsch, English (US), Französisch (F/CA), Italienisch und Spanisch)
  • Cepstral LLC (englisch, Sprachausgabe in Deutsch, Englisch (US/UK/Whispery/Shouty/etc.), Französisch, Hundegebell, Italienisch, Spanisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Omniglot auf omniglot.com
  2. Microsoft Keyboard Layout Creator auf microsoft.com
  3. IPA-Tastaturlayout für Mac OS X auf scripts.sil.org
  4. Ukelele auf scripts.sil.org