Google Chrome
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| Google Chrome | |
|---|---|
| Maintainer: | Google Inc. |
| Entwickler: | Google Inc. |
| Aktuelle Version: | 3.0.195.38 (14. Dezember 2009) |
| Aktuelle Vorabversion: | 4.0.266.0 (Windows und Linux), 4.0.249.30 (Mac) (8. Dezember 2009) |
| Betriebssystem: | Windows XP/Vista/7 sowie Mac OS X und Linux |
| Kategorie: | Webbrowser |
| Lizenz: | BSD-Lizenz (Quelltext und Chromium-Executable),[1] Google Chrome Terms of Service[2] |
| Deutschsprachig: | ja |
| Google Chrome Website | |
Google Chrome ist ein Webbrowser, der von Google Inc. entwickelt wird und seit dem 2. September 2008 verfügbar ist. Zentrales Konzept ist die Aufteilung des Browsers in optisch und prozesstechnisch getrennte Browser-Tabs.
Google Chrome baut auf der Rendering-Engine WebKit auf, die ihrerseits aus dem KDE-Projekt Konqueror hervorging und auch in Apples Browser Safari zum Einsatz kommt.
Mit Google Chrome OS ist für die zweite Jahreshälfte 2010 der Einzug von Google Chrome in Googles eigene Linux-Distribution (für Webanwendungen zunächst vorrangig für Netbooks konzipiert) geplant und parallel zur Android-Plattform ebenfalls als Open-Source-Software verfügbar gemacht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemein
Vorerst gibt es den Browser nur für Microsoft Windows XP (ab SP2), Vista und Windows 7. Versionen für Linux und Mac OS X sind derzeit nur als Betaversionen verfügbar und sollten in finalen Versionen ursprünglich im ersten Halbjahr 2010 folgen.
Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung[3] geht es bei der Einführung des Google-Browsers in erster Linie um einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Cloud Computing. Es sei weniger eine Konkurrenz zu Microsofts Internet Explorer als vielmehr zu Microsofts Strategie, ein Supernetz namens Live Mesh aufzubauen, also die systematische Auslagerung aller Programme vom PC, Notebook oder Mobiltelefon auf kostenlos nutzbare Online-Angebote. Fragwürdig sei daran vor allem der Datenschutz und die fehlende Kontrollierbarkeit der privaten Daten auf den fremden Servern einer Handvoll von Anbietern wie Amazon, Google, IBM, Microsoft und möglicherweise Oracle. Außerdem ist nicht klar, wieweit der Benutzer durch die Datenübertragung ausspioniert werden kann.
[Bearbeiten] Chromium
Hinter Google Chrome steht das von Google geführte Open-Source-Projekt Chromium.[4] Der Quelltext von Chromium wird unter der BSD-Lizenz zur Verfügung gestellt.[5] Google gibt deshalb an, dass sein Browser Open Source sei. Die Chrome-Binaries sind jedoch nicht Open Source, da die „Terms of Service“ ausdrücklich das Kopieren und das Ändern verbieten.
Chromium ist mit Google Chrome weitgehend identisch, nur ein paar Unterschiede bestehen: Neben den Markenkennzeichen (Name und Logo) von Google Chrome wird auch nur dieses mit der Paketverwaltung GoogleUpdate ausgeliefert.[6]
[Bearbeiten] Software
In Chrome wird, wie auch in Android, die von Apple vorangetriebene Rendering-Engine WebKit verwendet. Die JavaScript-Implementierung V8 ist als Freie Software veröffentlicht worden[7] und stammt vom dänischen V8-Team, unterstützt Mehrkernprozessoren und ein dynamisches Optimierungsverfahren, bei dem JavaScript-Objekte versteckt um geteilte Klassen erweitert werden.
Auch das Tabbed Browsing wurde von Grund auf neu entwickelt. Anders als in vergleichbaren Browsern, in denen alle Reiter Teile eines einzelnen laufenden Programmes sind, sollen die Reiter in Chrome in sich geschlossene Prozesse sein und als solche auch in einem eigenen Task-Manager kontrollierbar sein (aus Leistungsgründen teilen sich allerdings in der Standardkonfiguration kleine Gruppen von Reitern einen Prozess). Durch die Aufteilung in mehrere Prozesse soll vermieden werden, dass ein einziger Reiter, in dem ein rechenintensiver Prozess läuft, die Leistung des gesamten Browsers in Mitleidenschaft zieht. Außerdem werden die Prozesse der Reiter (Renderer-Prozesse) in einer Sandbox ausgeführt und haben damit nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, mit anderen Prozessen zu interagieren, Dateizugriffe sind nur über das Hauptprogramm (Browser-Prozess) möglich.[8] Dadurch wird das Gros an Schadcode, das von geöffneten Websites aus eine Sicherheitslücke im Browser ausnutzt, gehindert, einen Computer zu befallen. Pop-up-Fenster bleiben zunächst innerhalb des jeweiligen Reiters.
Die Benutzerschnittstelle lässt die Reiterfenster eigenständiger erscheinen, indem sie eigene Kontrollschaltflächen besitzen sowie eine eigene Adresszeile („Omnibox“). Diese macht unter anderem Vorschläge und erlaubt eine Volltextsuche über bisher besuchte Webseiten sowie über bisherige Suchanfragen auf zahlreichen Seiten, wie zum Beispiel Wikipedia. Auch ist die Möglichkeit vorgesehen, Reiter für Webanwendungen ohne allgemeine Benutzerschnittstellenelemente darzustellen. Des Weiteren wird eine automatisch generierte Startseite mit den häufigst besuchten Webseiten und Suchdiensten dargestellt; auch ein Surfmodus („Incognito“), der keine Spuren auf dem lokalen System hinterlässt, ist vorhanden.
Mittels der frei zugänglichen Google Safe Browsing API erhält Chrome Listen gefährlicher Internetseiten. Chrome unterstützt die Google-API Gears und ermöglicht insbesondere Gears-Anwendungen mit mehreren Threads.[9] Mittels der Laufzeitumgebung Gears kann Google Chrome serverbasierte Webanwendungen wie eine Desktop-Anwendung ausführen.
[Bearbeiten] Architektur
Chrome besteht aus drei Teilen. Der Browser selbst ist für die Steuerung der Software zuständig, der Renderer ist im Browser implementiert und stellt einen Subprozess wie zum Beispiel einen Reiter dar. Innerhalb des Renderers befindet sich WebKit.[10] Chrome ist komponentenbasiert aufgebaut.[11] Die Interprozesskommunikation arbeitet nachrichtenorientiert und benutzt Channeling.[12]
[Bearbeiten] Geschwindigkeit
Google gibt an, eine besondere Stärke des Browsers sei seine Geschwindigkeit. Zusätzlich wird Chrome eine effiziente Speicherverwaltung attestiert. Insbesondere V8, die virtuelle Laufzeitumgebung von JavaScript in Chrome, die in einem separaten Projekt von einem Team in Dänemark entwickelt wurde, soll laut Google andere Implementierungen an Geschwindigkeit übertrumpfen. So läuft JavaScript in Chrome bei einem von Google vorgegebenen Test etwa doppelt so schnell wie im Firefox 3 oder rund zehnmal schneller als im Internet Explorer 7. Bei sehr rechenintensiven Tests werden diese Werte noch übertroffen.[13][14][15] Diese Werte werden jedoch laut Heise[16] mit einer fragwürdigen Skalierung der Tests erreicht. Laut dieser Meldung hat Chrome zwar in den Punkten der JavaScript-Verarbeitung eine Bestleistung erreicht. Bei Veränderungen in der DOM-Struktur hingegen sind Opera und Safari schneller. Die Vorteile von Chrome können auch laut den Heise-Tests nur bei sehr hohen Bandbreiten ausgespielt werden. Bei niedrigen Bandbreiten hingegen belegt Chrome den letzten Platz.[16]
[Bearbeiten] Stabilität
Die Entwickler streben durch die Multiprozessarchitektur ein stabiles Laufzeitverhalten an. Dabei wird jeder neue Renderer (also jeder neue Reiter oder jede neue Seite) und jedes Plugin in eigenen Prozessen gestartet. Falls es mit einem Reiter ein Problem gibt und der Prozess endet, so wird anstelle des Inhalts bei dem Reiter ein „Sad Tab“ angezeigt. Analog wird ein „Sad Plugin“ bei fehlerhaften Pluginprozessen angezeigt.[11]
Falls ein Reiter besonders viel Speicher, Prozessorleistung oder Netzwerkbandbreite verwendet, so kann der Benutzer dies mit dem Task-Manager erkennen und den Prozess des Reiters einzeln beenden.
[Bearbeiten] Quellcode
Sowohl die übernommene Rendering-Engine WebKit, als auch die neu entwickelte V8-Javascript-Engine und der Rest von Google Chrome sind in C++ entwickelt. Es existieren Buildanweisungen und -dateien, sowie Snapshots von Chromium für Microsoft Windows, Mac OS X und Linux.[17]
[Bearbeiten] Kritik
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfahl kurz nach Veröffentlichung des Browsers, von einer Verwendung von Google Chrome Abstand zu nehmen, mit der Ausnahme von Testzwecken.[18] Als Grund gab es an, dass die Entwickler den Status ihres Programms damals als Beta bezeichneten. Daraus folgerte das BSI, dass das Programm nicht ausgereift sei. Des Weiteren gab das BSI durch seinen Sprecher zu bedenken, dass in einigen Fällen Daten an Google gesendet werden können.
Beim Tippen in der Adresszeile („Omnibox“), die zugleich Eingabefeld für Suchbegriffe und Webadressen ist, wird jedes Schriftzeichen unverschlüsselt an den vom Benutzer gewählten Suchdienst (standardmäßig Google, es kann aber auf jede Suchmaschine umgestellt werden) übermittelt, um Vervollständigungsvorschläge zu ermöglichen.[19][20] Dieses Verhalten lässt sich in den Einstellungen deaktivieren.
Google führt in seinen Datenschutzbestimmungen diverse Informationen auf, die von Chrome an Google gesendet werden. Jede Installation erhält mindestens eine eindeutige Identifikationsnummer, die bei der Installation, bei der ersten Verwendung und bei jeder automatischen Aktualisierungsprüfung mit weiteren grundlegenden Informationen zur Browser-Installation an Google gesendet wird. Die Identifikationsnummer kann manuell[21] entfernt oder über Software-Erweiterungen unterdrückt werden.
Hat der Nutzer zugestimmt, werden bei Programmfehlern Daten an Google übermittelt. Darunter befinden sich laut Google die erwähnte Identifikationsnummer sowie „Daten über momentan geöffnete Dateien, Programme und Dienste sowie Datei-Inhalte“. Google begründet den Schritt mit einer dadurch vereinfachten Problembehebung.[22]
[Bearbeiten] Abspaltungen
Da mit Chromium die Software-Basis des Browsers offen liegt, existieren darauf aufbauende Abspaltungen, die Programmteile deaktivieren oder weitere hinzufügen. Drei Abspaltungen sind:
- CrossOver Chromium [23] von CodeWeavers kann Google Chrome bereits auch unter Linux und Mac OS verfügbar machen, allerdings nur mittels Nutzung von Wine.
- ChromePlus[24]: Ein Fork von Google Chrome, bei welchem Programmteile entfernt wurden, die zur Informationsübermittelung an Google dienen. Zusätzlich wurden weitere Features eingebaut, u.a. die Möglichkeit inkompatible Webseiten mit der Trident Engine darzustellen.
- SRWare Iron[25]: Ein Fork von Google Chrome, bei welchem Programmteile entfernt wurden, die zur Informationsübermittelung an Google dienen. Iron wird auch als Portable Software für USB-Sticks angeboten.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Webpräsenz
- Chromium Blog – offizieller Blog zu Google Chrome und Chromium
- Chromium – Open-Source-Basis von Google Chrome
- Chromium Snapshot Downloads
- Google on Google Chrome – comic book – Als Comic verfasste Beschreibung des Browsers von Scott McCloud
- Web-Gemeinde zwingt Google zu Chrome-Korrekturen – Artikel bei Spiegel Online, vom 4. September 2008
- Aktueller Begriff: Google Chrome vom 23.September 2008 – Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste. Verfasser: Dr. Otto Singer. (PDF-Datei; 77 kB)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Google Chromium Lizenz (Google Chrome-Executable). Google INC.. Abgerufen am 09. Januar 2009.
- ↑ Google Chrome – Nutzungsbedingungen (Google Chrome-Executable). Google INC.. Abgerufen am 09. Januar 2009.
- ↑ „Google Chrome: das trojanische Browser-Pferd“. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Projektseite von Chromium. Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Quelltext von Google Chrome und Chromium (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Google Chrome, Chromium, and Google (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Sourcecode von V8 (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Chromium Blog: Multi-process Architecture (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Beschreibung von Google Chrome als Comic Zeichnung (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Google Entwicklerdokumentation (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ a b Google Entwicklerdokumentation zur Multiprozessor Architektur (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Google Entwicklerdokumentation zur Communication Architektur (English). Google INC.. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Geschwindigkeitsvergleiche mit Google Chrome (English). Limi.net. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Rupert Goodwins. Google Chrome - first benchmarks. Summary: wow. (English). Zdnet.co.uk. Abgerufen am 28. Mai 2009.
- ↑ Adrian Kingsley-Hughes. Google Chrome is insanely fast ... faster than Firefox 3.0 (English). Zdnet.com. Abgerufen am 28. Mai 2009.
- ↑ a b Google Chrome überholt Konkurrenz (Deutsch). Heise.de. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Chromium Developer Documentation (English). Google INC.. Abgerufen am 28. Mai 2009.
- ↑ Google Chrome mit Kratzern (Deutsch). Berliner Zeitung. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ „Bequem, aber kritisch“ (Deutsch). Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Datenübertragungsnachweise an Google (BLOG) (Deutsch). Synflood.at. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Eindeutige Nummer des Browsers abschalten (Deutsch). Golem.de. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Google Chrome Privacy Policy (English). Google INC. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ Fragen und Antworten zu Google Chrome (English). codeweavers.com. Abgerufen am 9. Januar 2009.
- ↑ ChromePlus (English). Maple Studio. Abgerufen am 25. September 2009.
- ↑ Iron als alternative zu Google Chrome (Deutsch). srware.net. Abgerufen am 9. Januar 2009.
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