Hirotsu Kazuo

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Hirotsu Kazuo (jap. 広津 和郎; * 5. Dezember 1891 in der Präfektur Tokio; † 21. September 1968) war ein japanischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Erzählers Hirotsu Ryūrō studierte an der Waseda-Universität. Nachdem er bereits als Jugendlicher Texte in Zeitschriften wie Yorozu chōhō (万朝報) und Joshi bundan (女子文壇) veröffentlicht hatte, gründete er 1912 mit Funaki Shigeo und Kasai Zenzō die „Gleichgesinntenzeitschrift“ (dōjin zasshi) Kiseki (奇蹟), zu der er Kurzgeschichten und Übersetzungen beitrug.

1913 erschien seine (aus dem Englischen gefertigte) Übersetzung von Guy de Maupassants Une Vie, die seine Laufbahn als Übersetzer europäischer Literatur eröffnete. 1916 wurde er Literaturkritiker bei dem von Kayahara Kazan geleiteten Magazin Kōzui igo (洪水以後). Als Romanautor debütierte er 1917 mit Shinkeibyō jidai. Es folgte eine Reihe weiterer Romane und Erzählungen, die zum Teil dem Genre des Shishōsetsu, der aus dem Naturalismus hervorgegangenen, bekenntishaften autobiographischen Erzählliteratur, angehören. Geschätzt wird Hirotsu vor allem als Kritiker.

Nach dem Krieg veröffentlichte Hirotsu einige biographische und autobiographische Schriften. Ab dem Jahr 1953 arbeitete er mehrere Jahre lang an einer detaillierten Verteidigung der der Sabotage Angeklagten des Matsukawa-Zwischenfalls. 1958 erschien Matsukawa saiban („Die Matsukawa-Prozesse“).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Shinkeibyō jidai (神経病時代), Roman, 1917
  • Sakusha no kansō (作者の感想, „Eindrücke eines Schriftstellers“), 1920
  • Sanbun geijutsu no ichi (散文芸術の位置, „Der Status der Prosa“), 1924
  • Futari no fukōmono (二人の不幸者), Roman
  • Shiji o daite (死児を抱いて), Roman
  • Yamori (やもり), Roman
  • Nami no ue (波の上), Roman
  • Fūu tsuyokarubeshi (風雨強かるべし), 1934
  • Aomugi (青麦), 1936
  • Rekishi to rekishi no aida (歴史と歴史の間), 1941
  • Ano Jidai (あの時代)
  • Nengetsu no ashiato (年月のあしおと)
  • Matsukawa saiban (松川裁判), 1958

Literatur[Bearbeiten]

  •  Der Geist der Prosa. Literarischer Widerstand im Japan der Kriegszeit. Iudicium, München 2014 (übersetzt von Asa-Bettina Wuthenow), ISBN 978-3-86205-288-2., Übersetzungen von:
    • Sanbun seishin ni tsuite (Kōen memo) (散文精神について (講演メモ)), 1936
    • Sanbun seishin ni tsuite (散文精神について)
    • Tsuyosa to yowasa (「弱さ」と「強さ」), 1937
    • Ippon no ito (一本の糸), 1939
    • Kokumin ni mo iwasete hoshii (国民にも言はせて欲しい), 1939
    • Chimata no rekishi (巷の歴史), 1940
    • Wakaki hi (若き日), 1943
    • Tokuda Shūsei ron (徳田秋声論)
  •  Asa-Bettina Wuthenow: Widerstand im „Geist der Prosa“. Der Schriftsteller Hirotsu Kazuo zur Zeit des Fünfzehnjährigen Krieges (1931–1945). Heidelberg 2014 (Dissertation an der Universität Heidelberg, urn:nbn:de:bsz:16-heidok-175746).

Quellen[Bearbeiten]

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Hirotsu der Familienname, Kazuo der Vorname.