Hirsholmene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche


Hirsholmene
Hirsholm
Hirsholm
Gewässer Kattegat
Geographische Lage 57° 29′ N, 10° 37′ O57.48545833333310.624555555556Koordinaten: 57° 29′ N, 10° 37′ O
Hirsholmene (Nordjylland)
Hirsholmene
Anzahl der Inseln 10
Hauptinsel Hirsholm
Gesamtfläche 0,47 km²
Einwohner 3 (1. Januar 2014)

Hirsholmene ist die nördlichste dänische Inselgruppe im Kattegat. Die meisten Inseln der Gruppe sind Erhebungen einer Sandbank etwa 7 km nordöstlich von Frederikshavn. Die Gesamtfläche der Inseln und einiger kleiner Sande beträgt 47 ha[1]. Die Inseln sind mit Ausnahme von Hirsholm (vier Einwohner; 1. Januar 2009 [2]) unbewohnt. Seit 1934 stehen fast alle Inseln und das umliegende Meeresgebiet mit einer Fläche von 2400 ha unter Naturschutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Tonscherbenfunde bezeugen das Hirsholm und Græsholm bereits in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt waren. Drei große Bernsteinklumpen (Reg.-Nr. A 22 517 - A 22 519) [3] wurden 100 m vom Ufer unter Rollsteinen gefunden. Urkundlich erwähnt wird Hirsholm erstmals 1231 im Liber Census Daniæ zurzeit König Waldemar II. 1641 wird die Kirche erbaut und eine erste Schule eingerichtet. Um 1800 lebten etwa 100 Einwohner auf Hirsholm.

Das erste Leuchtfeuer auf der Insel wird 1838 in Betrieb genommen. Bis 1853 gehörte die Insel dem König, danach wechselten mehrere Adlige als Grundherren. 1860/61 wird der Hafen angelegt. 1870 erreicht die Insel mit 225 Einwohnern ihre dichteste Besiedlung. Im Jahr 1884 übernimmt das Marineministerium die Verwaltung der Inselgruppe. Auf Deget und Hirsholm existieren noch Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. 1970 wurde die Schule geschlossen. In den Sommermonaten wird die Kirche weiterhin für Gottesdienste genutzt. Sie gehört zur Kirchspielsgemeinde (dän.: Sogn) Frederikshavn Sogn, die bis 1970 zur Harde Horns Herred im damaligen Hjørring Amt gehörte, ab 1970 zur Frederikshavn Kommune im damaligen Nordjyllands Amt, die im Zuge der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 in der „neuen“ Frederikshavn Kommune in der Region Nordjylland aufgegangen ist.

2009 lebten nur noch vier Menschen dauerhaft auf Hirsholm. Die meisten Gebäude werden als Ferienhäuser genutzt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war der Fischfang die Haupterwerbsquelle. Ein weiterer Erwerbszweig war die Lotsenfahrt. Diese wurde jedoch 1916 durch die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanal unrentabel. Auch Strandgut sammeln und Schmuggel diente zum Lebensunterhalt. Von 1760 bis 1909 befand sich eine Gastwirtschaft auf der Insel. Heute werden die meisten Häuser als Ferienunterkunft genutzt. Die 1872 eingerichtete Postbootverbindung mit Frederikshavn verkehrt zurzeit 3 mal wöchentlich. Hunde und Katzen dürfen nicht auf die Insel gebracht werden.

Hirsholm 019.JPG
Leuchtfeuer Hirsholm C0020
Hirsholm 015.JPG
Molenfeuer Hirsholm C0024

Leuchtfeuer[Bearbeiten]

Der erste Leuchtturm wurde 1883 in Form eines Wohnhauses mit aufgesetztem Lampenhaus und neun Meter über NN Feuerhöhe errichtet. Das jetzige 27 m hohe Leuchtfeuer wurde dann 1886 auf dem Ørnehøj, der höchsten Erhebung der Hirsholmene erbaut. Baumaterial war der auf Insel vorhandene Granit. Das Leuchtfeuer Hirsholm (Internationale Nr.: C0020) hat eine Feuerhöhe 30 m. Beim späteren Bau des Hafens wurde auch ein Molenfeuer (Internationale Nr.: C0024) errichtet.

Landschaft und Natur[Bearbeiten]

Hirsholm 026.JPG
Meerstrandläufer auf Hirsholm
Hirsholm 021.JPG
Bunker im Süden von Hirsholm

Græsholm ist die größte Insel der Gruppe und von Hirsholm durch den 150 m breiten und 30 cm tiefen Bredsund getrennt. Deget, die südlichste Insel im Naturschutzgebiet darf betreten werden. Sie liegt etwa einen Kilometer nordöstlich des Hafens von Frederikshavn.

Inselliste[Bearbeiten]

Insel Koordinaten Fläche
ha
Bemerkungen
Hirsholm !557.4854585510.624556557° 29′ 08″ N, 010° 37′ 28″ O57.48545833333310.624555555556 15,0 Naturschutzgebiet bewohnt
Græsholm !557.4926395510.608200557° 29′ 34″ N, 010° 36′ 30″ O57.49263888888910.6082 21,5 Naturschutzgebiet
Tyvholm !557.4986485510.603759557° 29′ 55,1″ N, 010° 36′ 13,5″ O57.49864810.603759 0,41 Naturschutzgebiet
Lilleholm !557.4919375510.602794557° 29′ 31,0″ N, 010° 36′ 10,1″ O57.49193710.602794 0,18 Naturschutzgebiet
Møgholm !557.4932055510.600262557° 29′ 35,5″ N, 010° 36′ 00,9″ O57.49320510.600262 0,61 Naturschutzgebiet
Pikkerholm !557.4966425510.600863557° 29′ 47,9″ N, 010° 36′ 03,1″ O57.49664210.600863 2,2 Naturschutzgebiet
Kovsholm !557.4966885510.597601557° 29′ 48,1″ N, 010° 35′ 51,4″ O57.49668810.597601 1,2 Naturschutzgebiet
Kølpen !557.4732285510.604382557° 28′ 23,6″ N, 010° 36′ 15,8″ O57.47322810.604382 1,2 Naturschutzgebiet
Deget !557.4508155510.580091557° 27′ 03″ N, 010° 34′ 48″ O57.45081510.580091 4,8 Naturschutzgebiet
Hjellen !557.4510465510.564728557° 27′ 03,8″ N, 010° 33′ 53,0″ O57.45104610.564728 0,08 kein Naturschutzgebiet
Hirsholmene !557.4854585510.624556557° 29′ 07,6″ N, 010° 37′ 28,4″ O57.48545833333310.624555555556 47  

Die beiden südlichsten Inseln Deget und Hjellen liegen relativ abseits der übrigen Hirsholmene in unmittelbarer Nähe der Küste.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Den Store Danske Encyklopædi, Eintrag: Hirsholmene, abgerufen am 30. April 2012
  2. www.statistikbanken.dk → Befolkning og valg → Folketal → Tabelle BEF4 (Folketal pr. 1. januar fordelt på øer), abgerufen am 5. Oktober 2009
  3. M. Rech: Studien zu Depotfunden ... 1979 S. 128