Impulsivität

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Impulsivität, auch Leichtfertigkeit, bezeichnet ein Verhalten, bei dem der Handelnde spontan und ohne jede Erwägung selbst naheliegender Konsequenzen auf Außenreize oder innere Impulse reagiert. Das Verhalten wirkt auf Außenstehende situationsunangemessen, unkontrolliert und unbedacht.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Neben verbalen und motorischen Reaktionen kann Impulsivität auch das Denken eines Menschen beherrschen; es ist dann gekennzeichnet durch vorschnelle Schlussfolgerungen und Entscheidungsfindungen. Ein weiteres Merkmal kann die Unfähigkeit sein, vorübergehende Unannehmlichkeiten im Hinblick auf eine erst später zu erwartende Belohnung in Kauf zu nehmen („Gratifikationsaufschub“).

Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Faktoren, wie eine erhöhte Impulsivität und die geringe Hemmung von Nervensignalen in Zusammenhang mit der Hirnaktivität im Frontallappen stehen. Sie können zahlreiche klinische Symptome beeinflussen. Ein geringerer P3-Ausschlag im EEG und die verminderte Aktivität im vorderen Hirnbereich kann daher als Risikofaktor für zahlreiche Verhaltensstörungen gelten, wie unter anderem eine Alkoholabhängigkeit.[2][3]

Impulsivität tritt als Symptom bei verschiedenen psychischen Störungen auf, insbesondere bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, der Borderline-Persönlichkeitsstörung und der Antisozialen Persönlichkeitsstörung.[4] Einige impulsive Verhaltensweisen, beispielsweise Glücksspiel, Brandstiftung, Stehlen oder Haarezupfen, werden im ICD-10 als Störungen der Impulskontrolle klassifiziert.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Althaus, Nico Niedermeier, Svenja Niescken: Zwangsstörungen: Wenn die Sucht nach Sicherheit zur Krankheit wird. 2., aktualisierte Auflage, Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-57235-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was bedeutet impulsiv sein oder Impulsivität? In: adhs.info. adhs.info, archiviert vom Original am 1. November 2013, abgerufen am 12. Mai 2014 (html, deutsch, in vereinfachteter, kindgerechter Sprache).
  2. Focus online: Risikofaktor Impulsivität
  3. Andrew C. H. Chen, Bernice Porjesz u.a.: Reduced Frontal Lobe Activity in Subjects With High Impulsivity and Alcoholism. In: Alcoholism: Clinical and Experimental Research. 31, 2007, S. 156–165, doi:10.1111/j.1530-0277.2006.00277.x.
  4. Borderline Studie Forschung Mannheim Heidelberg... In: kfo256.de. Mannheim Heidelberg BPS Forschergruppe, archiviert vom Original am 12. Mai 2014, abgerufen am 12. Mai 2014 (html, deutsch).