Informix

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Informix
IBM logo.svg
Entwickler IBM
Aktuelle Version 12.10.xC4
(17. Juni 2014)
Betriebssystem Linux, Unix, Mac OS, Windows
Kategorie DBMS
Lizenz proprietär
IBM Informix Webseite

Informix ist der Produktname für ein Datenbankmanagementsystem (DBMS). Die gleichlautende Datenbankfirma wurde 2001 von IBM übernommen, die Software wird seitdem von IBM weiterentwickelt und liegt aktuell in der Version 12.10 vor.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Unternehmen Informix spielte bei der Verbreitung relationaler Datenbanken (RDBMS) unter Unix eine bedeutende Rolle – als stärkster Wettbewerber von Oracle.

Die zugehörige, ebenfalls auf UNIX und auf Terminalbetrieb ausgerichtete Integrierte Entwicklungsumgebung Informix 4GL war in den frühen 1990er-Jahren das vermutlich verbreitetste 4GL-Entwicklungswerkzeug überhaupt. In Deutschland wurden die Informix-Produkte zunächst durch den Distributor und Systemintegrator Garmhausen und Partner, dann durch die BYTEC GmbH sowie Siemens bekanntgemacht und etabliert.

Während der Datenbankserver Informix Dynamic Server (IDS) auch heute noch weit verbreitet ist, gelang es dem Unternehmen nicht, ein ähnlich erfolgreiches Nachfolgeprodukt für die inzwischen veraltete 4GL-Entwicklungsumgebung auf den Markt zu bringen.

Neben dem eigentlichen Informix-Datenbankserver hat auch das von Informix entwickelte Datenzugriffstool C-ISAM (eine C-Schnittstelle für ISAM-Dateien) eine weite Verbreitung (vor allem auf UNIX-Systemen) gefunden. Die neueren Versionen der Informix IDS können mittels des C-ISAM Datablades auf die Daten zugreifen, die im alten C-ISAM Format abgelegt wurden.

Mit der Übernahme von Garmhausen und Partner wurde Mitte der 1990er-Jahre versucht, die Position des Unternehmens in Deutschland weiter zu stärken. In den Folgejahren jedoch verlor Informix, ausgelöst durch einen Bilanzierungsskandal und einige zweifelhafte Akquisitionen, an Börsenwert. Im Jahr 2000 kaufte Informix die Firma Ardent (ETL-Anbieter) dazu und benannte sich wenig später in Ascential um, um zu verdeutlichen, dass das Softwareportfolio nun aus mehr Produkten als nur dem Datenbankserver bestand. Nach einem Managementwechsel wurde die Datenbanksparte Informix inklusive Mitarbeiter an die IBM für 1 Milliarde Dollar verkauft.[2] Mittlerweile wurde auch Ascential für eine weitere Milliarde Dollar von der IBM übernommen.

Nach dem Aufkauf durch die IBM gab es kurzzeitig den Plan, Informix mit DB2 zusammenzuführen, was eine gewisse Verunsicherung der Informix-Kunden verursachte. Dieser Plan wurde aber verworfen, und Informix und DB2 werden parallel mit unterschiedlichem Fokus weiterentwickelt, wobei aber häufig neue Technologien in das jeweils andere System einfließen. Der Datenbankserver Informix Dynamic Server (IDS) wird von IBM als strategisches Datenbanksystem bezeichnet und wieder verstärkt im Markt (vor allem für OLTP, Integrated Applications, embedded systems, spatial applications und SMB) etabliert.

Am 26. März 2013 hat IBM die Informix Version 12.10 in einem Webcast vorgestellt.[3]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die aktuelle Version von Informix IDS (12.10, Codename: Centaurus) wurde am 26. März 2013 vorgestellt[1]. Die neueste Version ist verfügbar auf AIX, HP-UX, Linux, Mac OS X, Solaris und Windows.[4]

Der Hersteller bewirbt Informix mit folgenden Eigenschaften:

  • Zuverlässigkeit
  • geringer Administrationsaufwand
  • gute Performanz
  • gut in Hardware einzubetten

Die Stärken der Version 12.10 sind

  • NoSQL wird ermöglicht ab Version 12.10xC2 [5]
  • bessere Real-time Analytics
  • Fast, Always-on Transactions
  • Sensor data management
  • Selbstkonfiguration und verbessertes Self-healing
  • embedded data management Plattform für ISV's und OEMs

Die Stärken der Version 11 sind:[6]

  • bessere System-Verfügbarkeit (weniger geplante oder ungeplante Downtime)
  • schnellere und leichtere Administration
  • neue GUI-Oberfläche für die Datenbankadministration
  • erweiterte Replikationsfeatures, die eine Cluster-Architektur auch ohne teure Hardware zulassen
  • Performance-Verbesserung für konkurrierende Zugriffe
  • Web Feature Service API
  • bessere Unterstützung von XML-Daten-Verarbeitung
  • Verbesserung der TimeSeries Funktionalität für Zeitreihendaten, z.B. von Smart Meters[7]
  • In-Memory-Datenbank mit dem Informix Warehouse Accelerator für die Beschleunigung von Datawarehouse Abfragen [8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b IBM Announcement Summary
  2. Heise: IBM kauft Informix
  3. Blog von Andrew Ford
  4. System Requirements (englisch)
  5. cursor Software AG: Informix go’s NoSQL abgerufen am 19. Februar 2014.
  6. Die Stärken der Version 11
  7. Informix TimeSeries for Meter Data Management
  8. Jürgen Seeger: IBM erweitert die Data-Warehouse-Funktionen von Informix. heise Verlag, 30. März 2011, abgerufen am 30. Juni 2012 (deutsch).