Inful

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Verwendung in der Heraldik siehe Inful (Heraldik).

Inful, lateinisch infula, bezeichnete ursprünglich eine breit oder turbanartig um die Stirn gelegte Wollbinde, befestigt mit Hilfe der vitta, einer Binde, deren Enden im Nacken herunterhingen. Getragen wurde sie hauptsächlich von den Vollziehenden bei sakralen Zeremonien heidnisch-römischer Kulte. Als lateinische Übersetzung des gleichbedeutenden griechischen mitra wird das Wort seit dem Hochmittelalter neben Mitra zur Bezeichnung der Bischofsmütze verwendet.

Infulieren bedeutet demnach, jemandem (ehrenhalber) das Recht verleihen, eine Mitra zu tragen – damit ist im Regelfall das päpstliche Privileg gegenüber Äbten (sogenannte infulierte Äbte) gemeint. Weiterhin wird als Mitrafer oder Infularius der Ministrant bezeichnet, welcher im Pontifikalamt die Mitra hält, wenn sie der Bischof oder Abt gerade nicht trägt.

Im Spätmittelalter wurde der kaiserliche Kopfschmuck – wohl einschließlich der Reichskrone – als infulae imperiales bezeichnet, so etwa in Kapitel 26 der Goldenen Bulle von 1356. In der älteren deutschen Geschichtsschreibung wurde daraus vereinzelt der Begriff Infeln abgeleitet, so etwa von Albert Huyskens.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Albert Huyskens: Inful. In: Edmund E. Stengel: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters. Bd. 2 (1938), S. 412, 414.

Weblinks[Bearbeiten]