Inkrement und Dekrement
Bei der schrittweisen Erhöhung bzw. Verminderung einer Größe oder Variablen ist das Inkrement (von lat. incrementare: vergrößern) bzw. Dekrement (von lat. decrementare: vermindern) der festgelegte Betrag der Änderung. Typisches Beispiel ist ein Zähler, der die Anzahl von Personen in einem Raum festhält. Er wird um die hinzukommenden Personen inkrementiert und um die Fortgehenden dekrementiert. Häufige Anwendung finden die Begriffe in Mathematik und Informatik, wo sie die stufenweise Erhöhung respektive Verringerung eines numerischen Wertes bezeichnen.
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[Bearbeiten] Informatik
Eingeführt wurden die Begriffe, da es sich beim Inkrement respektive Dekrement um elementare Operationen handelt, die auf Maschinenebene durch einen einzelnen Befehl ausgeführt werden kann. Die Konstruktion von Schleifen basiert oft auf dem Inkrementieren oder Dekrementieren einer Variablen. In einigen Fällen wird das Inkrement oder Dekrement auch mit der Erhöhung respektive Verminderung um eins gleichgesetzt.
[Bearbeiten] In Programmiersprachen
Die Operationen Inkrement und Dekrement ändert in vielen imperativen Programmiersprachen den Wert einer Variablen auf den Nächstliegenden.
Oft ist die Inkrement beziehungsweise Dekrement-Operation nur für Ganzzahlvariablen definiert, manchmal auch für Aufzählungstypen (Beispiel: Wochentage). In der Programmiersprache Perl kann man die Operation auch auf Zeichenketten anwenden.
Auch wenn in vielen Programmiersprachen eine Inkrementoperation mit einem Maschinenbefehl umgesetzt wird, ist das nicht überall der Fall. In Java beispielsweise ist ein Inkrement oder Dekrement einer Variablen eines primitiven Datentyps nicht atomar[1], das bedeutet, dass bereits auf der Java Bytecodeebene diese Operation in mehrere (Maschinen-)Befehle unterteilt wird.
[Bearbeiten] Beispiele
i und j bezeichnen hier Variablen.
| Programmiersprache | Operation | Bemerkung |
|---|---|---|
| Assembler | INCF 0x20,1 | Erhöht den Wert an der Adresse 0x20 um 1 |
| Brainfuck | + | Inkrementierung der aktuellen Zelle um 1 |
| - | Dekrementierung der aktuellen Zelle um 1 | |
| C, C++, C#, PHP, Java und JavaScript | i++; | Postinkrement |
| ++i; | Präinkrement | |
| i += j; | i wird um j erhöht | |
| i--; | Postdekrement | |
| --i; | Prädekrement | |
| i -= j; | i wird um j verringert | |
| COBOL | ADD j TO i | i wird um j erhöht |
| ADD -j TO i | i wird um j verringert | |
| Pascal | Inc(i); | i wird um 1 erhöht |
| Inc(i,j); | i wird um j erhöht | |
| Dec(i); | i wird um 1 verringert | |
| Dec(i,j); | i wird um j verringert | |
| PowerBASIC | Incr i | i wird um 1 erhöht |
| Decr i | i wird um 1 verringert | |
| Python und Ruby | i += 1 | i wird um 1 erhöht |
| i += j | i wird um j erhöht | |
| i -= 1 | i wird um 1 verringert | |
| i -= j | i wird um j verringert |
In Perl, PHP und der Mehrheit anderer höherer Programmiersprachen wird auf die gleiche Weise wie in C in- und dekrementiert, mit dem Unterschied, dass skalare Variablen durch das Präfix $ gekennzeichnet werden.
[Bearbeiten] Prä- und Postdekrement
Wird eine Inkrement- oder Dekrement-Operation nicht als selbstständige Anweisung, sondern innerhalb eines anderen Ausdruckes verwendet, muss zwischen Prä- und Postdekrement unterschieden werden. Beim Prädekrement wird dabei dem übergeordneten Ausdruck der bereits verringerte, beim Postdekrement hingegen der ursprüngliche Wert übergeben. So berechnet zwar die folgende rekursive C-Funktion den n-ten Wert der Fibonacci-Folge, wird jedoch nur einmal fibonacci(n--) geschrieben, ergibt sich stattdessen eine Endlosschleife, weshalb man hier besser (n-1) bzw. (n-2) schreiben sollte:
int fibonacci(int n) { return (n<2) ? n : fibonacci(--n) + fibonacci(--n); }
[Bearbeiten] Ökonomie
In der Ökonomie ist das Inkrement die festgelegte minimale Erhöhung des Gebots bei Auktionen.
[Bearbeiten] Digitale Messtechnik
In der digitalen Messtechnik, wo die zu messende Größe in diskrete Werte unterteilt wird, ist das Inkrement der Messquant, der kleinstmögliche Zuwachs.
[Bearbeiten] Plotter
Bei Plottern und anderen Zeichenmaschinen ist das Inkrement die feste kleinstmögliche Schrittweite des Zeichenkopfes. Eine Linie oder Kurve wird in gleich große Inkremente aufgeteilt.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Regeln für die Verwendung von volatile, Angelika Langer, aufgerufen am 3. Januar 2010