Inokulationstheorie

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Die Inokulationstheorie ist eine 1964 von William J. McGuire erdachte Theorie auf dem Gebiet der Sozialpsychologie und beschreibt ein Verfahren, Einstellungen resistent gegenüber Änderungsversuchen zu machen.

Die Theorie zielt auf sogenannte Truismen ab, also auf gesellschaftlich anerkannte Einstellungen. McGuire geht davon aus, dass die Einstellung gegenüber solchen Truismen besonders leicht geändert werden kann, da man aufgrund deren allgemeiner Akzeptanz weder motiviert noch geübt ist, diese zu verteidigen.

Kognitive Impfung[Bearbeiten]

Truismen können auf zwei Arten resistent gemacht werden:

  • Unterstützung: Bereitstellen von unterstützenden Argumenten
  • Kognitive Impfung: Bereitstellen von Gegenargumenten, die aber sofort widerlegt werden

Die unterstützenden Argumente werden laut McGuire leichter wieder vergessen, die Gegenargumente mit deren Widerlegung aber länger behalten.

Daher auch der Name Inokulation, was in der Medizin das Einbringen von Krankheitserregern bedeutet. Die Einstellung gegenüber dem Truismus wird durch Impfung mit Gegenargumenten resistent gemacht.