Iran Barkley

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Iran Barkley Boxer
Iran Barkley.jpg
Daten
Geburtsname Iran Barkley
Gewichtsklasse Supermittelgewicht
Nationalität US-Amerikanisch
Geburtstag 6. Juni 1960
Geburtsort New York
Stil Linksauslage
Größe 1,85 m
Kampfstatistik
Kämpfe 63
Siege 43
K.-o.-Siege 28
Niederlagen 19
Unentschieden 1

Iran „The Blade“ Barkley (* 6. Mai 1960 in der Bronx, New York) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer.

Amateur[Bearbeiten]

Barkleys größter Erfolg als Amateur war der dritte Platz bei den Amateurweltmeisterschaften 1982 in München. Mit Siegen gegen den Ungarn Imre Nemedi und den Juri Torbek aus der Sowjetunion konnte er sich für das Halbfinale in der Mittelgewichtsklasse qualifizieren, verlor dort jedoch knapp nach Punkten gegen den kubanischen Vertreter Bernardo Comas.

Profikarriere[Bearbeiten]

Iran Barkley, ein klassischer, aggressiver und schlagstarker Boxer aus der Bronx, wurde 1982 im Mittelgewicht Profi. Er war anfangs nur mäßig erfolgreich und verlor drei seiner ersten zwölf Kämpfe, einen durch KO. Von 1984 bis 1987 gelang es ihm ungeschlagen zu bleiben. Er besiegte unter anderem James Kinchen bis er dem in Italien lebenden Sumbu Kalambay um den Mittelgewichtstitel der WBA nach Punkten unterlag.

1988 gewann er vorzeitig gegen Michael Olajide aus und durfte damit am 6. Juni 1988 Thomas Hearns für die WBC-Krone herausfordern. Er war zunächst klar unterlegen und der KO-Niederlage nahe, erwischte dann aber Hearns mit einem Verzweiflungsschlag und gewann sensationell durch technischen KO in der dritten Runde. Das „Ring Magazine“ nannte dies die „Überraschung des Jahres“.

Schon im nächsten Kampf traf er 1989 auf Roberto Durán, eine weitere Ringlegende der 1980er Jahre, und verlor den Titel wieder. Durán war 37 Jahre und stammte ursprünglich aus dem Leichtgewicht, hatte seine besten Tage hinter sich. Dennoch gelang ihm in diesem Kampf ein letzter großer Sieg. Er schlug Barkley am 24. Februar 1989 sehr knapp nach Punkten, dieser musste dabei zu Boden. Das „Ring Magazine“ wählte das Duell zu ihrem „Kampf des Jahres“.

Daraufhin forderte Barkley am 14. August 1989 den ungeschlagenen Michael Nunn um den IBF-Titel heraus und verlor wiederum knapp. Doch schon in seinem nächsten Kampf erhielt er eine weitere Titelchance: Am 18. August 1990 verlor er gegen den WBO-Titelträger Nigel Benn durch Erstrunden-KO.

Nach den drei aufeinanderfolgenden Niederlagen wurde Barkley bereits abgeschrieben und sein überraschender Sieg gegen Hearns als Eintagsfliege abgetan, aber mit der ihm charakteristischen Zähigkeit kam er zurück. Nach zwei Aufbaukämpfen 1991 bekam er wieder die Gelegenheit für einen Titelgewinn, diesmal im Supermittelgewicht. Er schlug den nicht besonders angesehenen US-Amerikaner Darrin Van Horn am 10. Januar 1992 in der zweiten Runde mit seinem Paradeschlag, dem linken Haken, KO.

Anschließend kam es am 20. März 1992 zum Rückkampf mit Hearns der Virgil Hill im Halbschwergewicht den WBA Titel entrissen hatte. Nach einem knallharten Gefecht siegte Barkley hauchdünn nach Punkten. Er war damit der einzige Mann, der Hearns zweimal schlagen konnte. Barkley hatte nun in drei Gewichtsklassen Titel errungen.

Doch diese Schlachten hatten ihren Tribut gefordert und er konnte nie mehr an diese Leistung anknüpfen. Da er nur einen Titel behalten durfte entschied er sich für den Supermittelgewichtstitel und legte den Halbschwergewichtsgürtel nieder. Im Februar 1993 stand einen Titelverteidigung gegen den damals ungeschlagenen leicht favorisierten James Toney an, der nach einem KO über Nunn mehrere Jahre Mittelgewichtsweltmeister gewesen war. Was geschah, war eine Boxdemonstration Toneys, die viele Journalisten für den besten Kampf seiner Karriere halten. Er führte Barkley vor und ließ ihm keine Chance bis dieser in der zehnten Runde aufgab. Keinen seiner Titel hatte Barkley erfolgreich halten können.

Von seinen nächsten vier Kämpfen verlor er zwar nur den gegen Adolpho Washington, zeigte aber stark nachlassende Leistungen. Sein bekannter Name war aber noch attraktiv, daher lud ihn Henry Maske im Oktober 1994 zu einem IBF-Titelkampf im Halbschwergewicht nach Deutschland ein. Barkley demonstrierte ein weiteres Mal, dass er nicht mehr der Alte war und gab nach schwacher Vorstellung auf.

Statt die Handschuhe an den Nagel zu hängen, blieb er aber dem Sport weiterhin treu und boxte in den folgenden Jahren gar im Schwergewicht, verlor aber die Hälfte seiner Kämpfe, unter anderem gegen Trevor Berbick. 1997 gelang ihm ein Sieg gegen Gerrie Coetzee, in den 1980ern kurzzeitig WBA-Schwergewichtsweltmeister, in dessen letztem Profikampf. 1998 unterlag er nach Punkten Tue Thomsen.

Nach dem Karriereende 1999 gründete er den Selbsthilfe-Verein „Boxer for Boxer“ der Ex-Boxer mit gesundheitlichen Problemen bei Medikamentenbeschaffung unterstützen soll.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Thomas Hearns Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBC)
6. Juni 1988 - 24. Februar 1989
Roberto Durán
Darrin Van Horn Boxweltmeister im Supermittelgewicht (IBF)
10. Januar 1992 - 13. Februar 1993
James Toney