Isaak Iselin

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Dieser Artikel behandelt den Schweizer Geschichtsphilosophen Isaak Iselin. Für den gleichnamigen Basler Juristen, Politiker und Offizier, siehe Isaak Iselin-Sarasin.
Isaak Iselin

Isaak Iselin (* 7. März 1728 in Basel; † 15. Juli 1782 ebenda) war ein schweizerischer, vielfältig engagierter publizistisch tätiger Geschichtsphilosoph in der Zeit der Aufklärung.

Leben[Bearbeiten]

Iselin-Standbild in Basel

Sein Vater war der 1748 in Berlin verstorbene Kaufmann und Seidenbandfabrikant Christoph Iselin (1699–1748).[1] Ab 1742 studierte Isaak Iselin in Basel Philosophie und schloss diesen Studiengang als Magister Artium ab. Danach begann er, wiederum in Basel, das Studium der Jurisprudenz. 1747 wechselte er an die juristische Fakultät der Universität Göttingen. 1751 wurde Iselin in seiner Heimatstadt Basel zum Doctor iuris utriusque promoviert.

Nachdem Bemühungen des Privatdozenten Iselin um ein Staatsamt oder eine Professur gescheitert waren, verlegte Iselin seine berufliche Tätigkeit zunehmend auf den publizistischen Sektor. 1755 erschienen die Philosophischen und patriotischen Träume eines Menschenfreundes, die Iselin erste Anerkennung als Schriftsteller verschafften.

1756 wurde Iselin zum Ratsschreiber der Stadt Basel berufen, welches Amt er mit kurzer Unterbrechung von 1758 bis 1760 bis zu seinem Tode innehatte.

Auch seine sozialpolitische und pädagogische schriftstellerische Tätigkeit setzte Iselin fort: 1764 erschien seine großangelegte Geschichte der Menschheit. Ab 1767 wirkte er an der Allgemeinen Deutschen Bibliothek Friedrich Nicolais mit. 1776 veröffentlichte Iselin die Träume eines Menschenfreundes. Als Publizist war er Philanthrop und Physiokrat. Gegen die Ideen Jean-Jacques Rousseaus sah dieser Aufklärer die Geschichte als linearen Fortschritt zur Humanität. Von 1776 bis 1778 und von 1780 bis 1782 war er Herausgeber der Ephemeriden der Menschheit. Iselin war Mitglied der Helvetischen Gesellschaft und wird als Affiliierter des Illuminatenordens angeführt. Iselin war Freund und Förderer Johann Heinrich Pestalozzis.

1761 gehörte Iselin zu den Mitbegründern der Helvetischen Gesellschaft, die er 1764 präsidierte. 1777 war er Hauptinitiant und Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Aufmunterung und Beförderung des Guten und Gemeinnützigen, kurz Gemeinnützige Gesellschaft oder GGG genannt.

Seine über die Heimatstadt weit hinausreichende Bedeutung erlangte Iselin als Begründer der spekulativ-universalistischen Geschichtsphilosophie im deutschsprachigen Raum. Damit wurde Geschichte zum ersten Mal philosophisch verstehbar.

Zusammen mit seiner Gattin Helena Forcart (1740–1810) hatte Isaak Iselin insgesamt neun Kinder, die zweite Tochter war Anna Maria Preiswerk-Iselin.

Werke[Bearbeiten]

  • Philosophische Muthmassungen über die Geschichte der Menschheit. (2 Bände, Frankfurt und Leipzig; zuerst 1764 anonym erschienen, 2. Auflage Zürich 1768)
    • Band 2 enthielt eine „Charte der Menschheit“.
  • Vermischte Schriften. 2 Bände, Zürich 1770.

Literatur[Bearbeiten]

  • August Bernoulli: Iselin, Isaak. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 772–776.
  • Sigrid-Ursula Follmann: Gesellschaftsbild, Bildung und Geschlechterordnung bei Isaak Iselin in der Spätaufklärung. Lit, Münster 2002.
  • Holger Jacob-Friesen (Hrsg.): Profile der Aufklärung, Friedrich Nicolai – Isaak Iselin, Briefwechsel (1767–1782). Edition, Analyse, Kommentar. Haupt, Bern/Stuttgart/Wien 1997 (Dissertation, Universität Basel, 1997).
  • Lucas Marco Gisi, Wolfgang Rother (Hg.): Isaak Iselin und die Geschichtsphilosophie der europäischen Aufklärung (= Studien zur Geschichte der Wissenschaften in Basel. Neue Folge, Bd. 6). Schwabe, Basel 2011, ISBN 978-3-7965-2597-1.
  • Ulrich Im Hof: Isaak Iselin. Sein Leben und die Entwicklung seines Denkens bis zur Abfassung der „Geschichte der Menschheit“ von 1764. 2 Teile. Schwabe, Basel 1947 (Dissertation, Universität Basel, 1944).
  • Ulrich Im Hof: Isaak Iselin und die Spätaufklärung. Francke, Bern/München 1967.
  • Ulrich Im Hof: Iselin, Isaak. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 188 f. (Digitalisat).
  • Ulrich Im Hof: Isaak Iselin im Historischen Lexikon der Schweiz. 2007.
  • August von Miaskowski: Isaak Iselin. Ein Beitrag zur Geschichte der volkswirtschaftlichen, sozialen und politischen Bestrebungen der Schweiz im 18. Jahrhundert. H. Georg, Basel 1876.
  • Andreas Urs Sommer: Geschichte als Trost. Isaak Iselins Geschichtsphilosophie (= Schwabe Horizonte). Schwabe & Co. AG, Basel 2002, ISBN 3-7965-1940-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isaak Iselin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grabtafel des Isaak Iselin-Forcart