Jean Obeid

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Jean Obeid (arabisch ‏جان ‏عُبيد‎ Dschan Ubayyid; * 8. Mai 1939 in Alma, Zgharta[1][2][3]) ist ein libanesischer Rechtsanwalt, Journalist[4] und Politiker, der in verschiedenen Regierungsposten diente, zuletzt von 2003 bis 2004 als Außenminister.[5] Er entstammt einer maronitischen Familie.[6][7]

Leben[Bearbeiten]

Jean Obeid begann seine Karriere mit dem Journalismus, wo er mehrere hochrangige Positionen in verschiedenen Zeitungen und Magazinen erhielt. Er wurde zum Berater über arabische Angelegenheiten für die Präsidenten Élias Sarkis und Amine Gemayel (1983-1987).[1] Gemayel ernannte ihn auch zum Spezialbeauftragten für Syrien.[8][9] Am 11. Februar 1987 traf sich Obeid mit dem damaligen schiitischen Parlamentspräsidenten Hussein Husseini und wurde von neun bewaffneten Männern in West-Beirut entführt.[10][11] Obeid wurde nach vier Tagen unverletzt freigelassen.[12]

Obeid diente als Abgeordneter der Assemblée nationale und vertrat 1991 bis 1992 Chouf und von 1992 bis 1995 Tripoli.[6][7] Er war ab 1993 auch Staatsminister im Kabinett, das von Ministerpräsident Rafic Hariri geleitet wurde. Danach wurde er zum Minister für nationale Erziehung, Jugend und Sport ernannt.[13] In diesem Amt war er von 1996 bis 1998. Am 17. April 2003 wurde er zum Außenminister bei einem Kabinettswechsel des letzten Kabinetts Hariri und ersetzte den bisherigen Amtsinhaber Mahmoud Hammoud.[6][14][15] Obeids Amtszeit endete 2004 und Mahmoud Hammoud wurde wieder eingesetzt.[1][15]

Privates und Sichtweisen[Bearbeiten]

Jean Obeid ist verheiratet und hat fünf Kinder. Obeid wird als gemäßigter Politiker mit exzellenten Beziehungen zu verschiedensten politischen Fraktionen im Libanon betrachtet. 2008 trat er für die Präsidentschaftswahlen an und wurde als möglicher Konsenskandidat betrachtet.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Meet Lebanon's leading presidential candidates. In: Ya Libnan, 24. September 2007. Abgerufen am 8. März 2013. 
  2. Joseph A. Kechichian: The wait for a leader. In: Ya Libnan, 2007-09-237. Abgerufen am 16. März 2013. 
  3. Lebanon leading presidential candidates. In: Lebanon Wire, 23. September 2007. Abgerufen am 24. März 13Vorlage:FormatDate/Wartung/0. 
  4. FPM PM: Salam plans to form a cabinet of ghosts. In: Ya Libnan, 12. April 2013. Abgerufen am 13. April 2013. 
  5. Foreign ministers. Rulers, abgerufen am 30. März 2013.
  6. a b c Lebanon: Ex-foreign Minister Positions Himself As Centrist For Presidency. In: Wikileaks, 18. November 2006. Abgerufen am 8. März 2013. 
  7. a b Nassif Maraoun: Six candidates and one satisfactory seat. All of them extra-judicial. In: Tayyar. Abgerufen am 8. März 2013. 
  8. President Reagan and the world. Greenwood Publishing Group, 1997, ISBN 978-0-313-30115-5, S. 53 (Zugriff am 8. März 2013).
  9. Alan Copps: Lebanese, Syrian leaders to hold summit meeting. In: Observer Reporter, 6. April 1984. Abgerufen am 24. März 2013. 
  10. Gemayel adviser taken captive in west Beirut. In: The Pittsburgh Press, 12. Februar 1987. Abgerufen am 24. März 2013. 
  11. Gemayel Adviser Reported Kidnaped in Beirut. In: Los Angeles Times, 13. Februar 1987. Abgerufen am 1. April 2013. 
  12. Rima Salameh: Druse chief says Waite being held by Shiites. In: Schenectady Gazette, 16. Februar 1987. Abgerufen am 24. März 2013. 
  13. Hariri forms new government in Lebanon. In: Asia Africa Intelligence Wire, 17. April 2003. Abgerufen am 4. Juli 2013. 
  14. Lebanon's new Cabinet: Members list, observations. In: Lebanon Wire, 18. April 2003. Abgerufen am 8. März 2013. 
  15. a b Rola el Husseini: Pax Syriana: Elite Politics in Postwar Lebanon. Syracuse University Press, 15. Oktober 2012, ISBN 978-0-8156-3304-4, S. 250 (Zugriff am 8. März 2013).