Chouf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Chouf (andere Schreibweisen Shouf, Shuf, Schuf oder Chuf, auf arabisch ‏جبل الشوف‎ Dschebel asch-Schuf, DMG Ǧabal aš-Šūf) wird der südliche Ausläufer des Libanongebirges genannt. Dieser ist eine historisch bedeutsame Region und auch ein Verwaltungsdistrikt im Gouvernement (mohafazat) Libanonberg. Er liegt südöstlich von Beirut und umfasst neben den gebirgigen Regionen einen schmalen Küstenstreifen mit der Stadt Damur.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Chouf ist das Herzland der libanesischen Drusen. Der Drusenführer Walid Dschumblat hat seinen Sitz in Moukhtara. Auch die Emire des Libanon hatten ihre Residenz im Chouf. Am bekanntesten ist der Palast von Bashir Shihab II in Beit ed-Din aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine andere historische Stadt in der Nähe von Beiteddine ist Deir el-Qamar.

Der Chouf war immer wieder Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Drusen und Christen (zumeist Maroniten) - unter anderem in den Jahren 1848 und 1860, aber auch in neuerer Zeit während des libanesischen Bürgerkriegs zwischen 1983 und 1984 (Harb el Jabal - Krieg des Gebirges). Viele christliche Bewohner sind damals geflohen und nur einige sind zurückgekehrt, um die zahlreichen Ortschaften wiederaufzubauen, die durch die Freischärler der drusischen PSP zerstört wurden.

Trotz seiner blutigen Geschichte ist der Chouf eine der ursprünglichsten Regionen im Libanon. Der Natur ist der Bauboom erspart geblieben, der die benachbarten Distrikte al-Mitn und Kesrwan betraf. Ausgedehnte Wälder mit Libanonzedern finden sich an den Flanken des Dschebel Barouk - der Baumbestand ist jedoch längst nicht so alt wie die Zedern des Herrn bei Bsharre im Norden des Libanon.

Literatur[Bearbeiten]

  • Syrien. Libanon. Nelles Guide. Von Gockel, Wolfgang / Bruns, Helga. München 2010. ISBN 3886188248
  • Anke Röhl, Andrea Rosebrock: Libanon. Reisehandbuch. Stein-Verlag, Kronshagen 1998, ISBN 3-89392-213-X, S. 170f.