Jerome David Kern

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Jerome David Kern (* 27. Januar 1885 in New York; † 11. November 1945 ebenda) war ein US-amerikanischer Komponist.

Biografie[Bearbeiten]

Jerome Kern erblickte im Sutton Place District von New York City das Licht der Welt. Seine Eltern waren Juden, die von Deutschland in die USA ausgewandert waren. Die Musikalität hatte der Junge von seiner Mutter Fanny geerbt, die Klavierlehrerin war. Jeromes Vater Henry war erst Angestellter, machte sich aber später selbstständig, als die Familie nach Newark im Staat New Jersey umgezogen war. Er handelte mit Möbeln und Klavieren. Henry Kern hätte es gerne gesehen, wenn sein Sohn Jerry bei ihm ins Geschäft eingestiegen wäre; aber daraus wurde nichts. Der Junge wollte unbedingt einen Beruf ergreifen, der mit Musik zu tun hat.

Nach dem High-School-Abschluss studierte er am New York College of Music. Seine Lehrer waren u. a. Alexander Lambert, Austin Pierce und Paolo Gallico. Später setzte er sein Studium in Heidelberg fort. 1904 kehrte er in seine Heimat zurück. Von 1905 an hielt er sich immer wieder längere Zeiträume in London auf. Dort lernte er auch Eva Leale kennen, die er 1910 heiratete.

Obwohl Kern sein Studium mit dem akademischen Grad „Master of Music“ abgeschlossen hatte, begann er seine musikalische Laufbahn mit untergeordneten Arbeiten, bis ihn schließlich eines der vielen Broadway-Theater als Probenpianist engagierte. Es war eine Zeit, in der zahlreiche Operetten aus Europa am Broadway den Beifall des Publikums fanden. Immer wieder musste er dieselben Melodien spielen, bis sie die Sänger auswendig konnten. Einmal leistete er sich dabei einen Scherz, indem er in ein europäisches Operettenlied eine eigene Melodie einschmuggelte. Dadurch wurden ein Regisseur und ein Theaterproduzent auf das junge Talent aufmerksam. Die neue frische Melodie gefiel ihnen besser als die bekannte. Fortan wurden neue Lieder von Jerome Kern in die europäischen Operetten eingebaut.

Nach der 1911 entstandenen Extravaganza „La Belle Paree“, für die er zusammen mit Frank Tours die Musik geschrieben hatte, folgte ein Jahr später seine erste von ihm allein komponierte Operette „The Red Petticoat“. Der Erfolg war gering. Bereits nach zwei Monaten wurde das Stück abgesetzt. 1914 erhielt er den Auftrag, die englische Operette „The Girl From Utah“ für amerikanische Bedürfnisse umzubauen und mit eigenen Liedern zu erweitern. Nun stellte sich der erste richtige Erfolg für ihn ein. Die Noten seines Liedes „They Didn’t Believe Me“, des großen Schlagers dieses Stückes, wurden in millionenfacher Auflage verkauft. In dem folgenden Vierteljahrhundert komponierte Kern die Musik zu 33 Bühnenwerken. Die erfolgreichsten waren „Sally“ (1920) und „Sunny“ (1925). Dabei traten immer mehr Elemente der europäisch klingenden Operette zugunsten von Elementen, die später für die Gattung „Musical Comedy“ typisch wurden, in den Hintergrund.

Das Jahr 1927 bescherte Jerome Kern den Höhepunkt seines Ruhms: In Zusammenarbeit mit dem Librettisten Oscar Hammerstein II entstand der Welterfolg „Show Boat“. Die Premiere fand am 27. Dezember 1927 am Ziegfeld Theatre in New York statt und wurde zu einem triumphalen Erfolg. Erstmals wurden in einem rein amerikanischen Bühnenwerk nicht mehr bloße Musiknummern aneinandergereiht, sondern mehrfach ganze Szenen musikalisch dramatisch aufgebaut.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte betätigte sich Jerome Kern auch oft als Filmkomponist, indem er u. a. viele seiner Musicals für das in Hollywood boomende Genre „Musikfilm“ bearbeitete. Zweimal bekam er den Oscar in der Kategorie „Bester Song“: 1936 für „The Way You Look Tonight“ aus „Swing Time“ und 1941 für „The Last Time I Saw Paris“ aus „Lady Be Good“.

Am 5. November 1945 flanierte Jerome Kern auf der Park Avenue in New York. Dabei erlitt er einen Herzanfall und stürzte bewusstlos auf die Straße. Knapp eine Woche später starb er.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Revuen[Bearbeiten]

  • 1916: The Ziegfeld Follies
  • 1917: Miss
  • 1920: Hitchy-Koo

Musicals[Bearbeiten]

  • 1915: Cousin Lucy
  • 1917: Have A Heart
  • 1918: Oh Lady, Lady
  • 1919: She’s a Good Fellow
  • 1920: The Night Boat
  • 1920: Sally
  • 1921: Good Morning, Dearie
  • 1923: Stepping Stones
  • 1924: Dear Sir
  • 1925: The City Chap
  • 1925: Sunny
  • 1926: Criss Cross
  • 1927: Show Boat
  • 1929: Sweet Adeline
  • 1931: The Cat and the Fiddle
  • 1932: Music in the Air
  • 1933: Roberta
  • 1939: Very Warm for May

Filmmusiken[Bearbeiten]

Orchesterwerke[Bearbeiten]

  • 1931: Scenario for Show Boat
  • 1941: Day Dreaming
  • 1942: Mark Twain Suite

Hits[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]