Johann von Charpentier

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Johann von Charpentier

Johann von Charpentier (* 8. Dezember 1786 in Freiberg, Kursachsen; † 12. Dezember 1855 in Bex, Kanton Waadt, Schweiz) war ein deutsch-schweizerischer Geologe und Gletscherforscher.

Charpentier, der sich auch Jean de Charpentier nannte, war der Sohn des berühmten Bergbauingenieurs Johann Friedrich Wilhelm von Charpentier und der Bruder von Toussaint von Charpentier. Er studierte wie sein Vater Bergbau bei Abraham Gottlob Werner an der Bergakademie Freiberg, arbeitete später in Kupferminen der Pyrenäen und wurde dann 1813 in das Amt eines Salinendirektors in Bex berufen. Daneben hielte er an der Akademie von Lausanne Vorlesungen zur Geologie.

Als 1818 ein Gletschersee durchbrach und viele Menschen dadurch umkamen, wandte er sich der Gletscherkunde zu. Vor allem durch sein Studium der erratischen Blöcke sowie der Moränen stellte er die Hypothese auf, dass die Gletscher früher eine viel größere Ausdehnung hatten.

1841 erschien sein Werk "Essais sur les glaciers", das durch die Schärfe der Beobachtung und der Klarheit der Darstellung noch heute Bewunderung erweckt. Mit dieser Arbeit ist die Theorie einer früheren Vergletscherung weiter Teile der Schweiz mit all ihren Auswirkungen wie Moränenaufschüttungen und Blockverschleppungen bis weit in das Vorland der Alpen wissenschaftlich belegt worden. Seine Erkenntnisse hatte er zusammen mit Ignaz Venetz (1788-1859) gewonnen, dessen Anteil er in seinen Veröffentlichungen stets gewürdigt hat.

Charpentier vertrat im Gegensatz zu Karl Friedrich Schimper (und Louis Agassiz) die Auffassung, dass die Vergletscherung erst nach der Hebung der Alpen erfolgt sei.

Literatur[Bearbeiten]

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