John Wansbrough

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John Edward Wansbrough (* 19. Februar 1928 in Peoria (Illinois); † 10. Juni 2002 in Montaigu-de-Quercy, Frankreich) war ein US-amerikanischer Historiker an der London University School of Oriental and African Studies. Er ist ein einflussreicher Denker bezüglich der Anfänge des Islam.

Wansbrough schloss sein Studium an der Harvard Universität ab und arbeitete bis zur Emeritierung an der SOAS. In den 1970ern sorgten seine Forschungen über frühe islamische Manuskripte für Aufregung, darunter die Analyse der wiederholten Verwendung jüdisch-christlicher Vorstellungen im Koran, die ihn veranlassten zu postulieren, der Aufstieg des Islam sei die Mutation einer ursprünglich jüdisch-christlichen Sekte, die versuchte im arabischen Raum Fuß zu fassen. Wansbrough zufolge wurden im Laufe der Zeit die jüdisch-christlichen Texte an eine arabische Perspektive angepasst und verwandelten sich zu dem, woraus dann der Koran zusammengestellt wurde, der über Jahrhunderte hinweg mit Beiträgen verschiedener arabischer Stämme entwickelt wurde. Wansbroughs Forschungsergebnisse besagen, dass ein Großteil der traditionellen Geschichte des Islam eine Konstruktion späterer Generationen ist, mit dem Zweck eine eigene religiöse Identität zu erschaffen und zu rechtfertigen. In diesem Kontext wäre Mohammed ein erfundener Mythos, der geschaffen wurde, um den arabischen Stämmen eine eigene Version jüdisch-christlicher Propheten zu geben.

Werke[Bearbeiten]

  • Quranic Studies: Sources and Methods of Scriptural Interpretation (Oxford, 1977)
  • The Sectarian Milieu: Content and Composition Of Islamic Salvation History (Oxford, 1978)
  • Res Ipsa Loquitur: History and Mimesis (1987)
  • Lingua Franca in the Mediterranean (Curzon Press 1996)

Siehe auch[Bearbeiten]