Jumpin’ at the Woodside

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Jumpin’ at the Woodside ist eine Jazz-Komposition von Count Basie und den Musikern seiner Band[1] ungefähr aus dem Jahr 1938. Er wurde zu einem beliebten Jazz-Standard des Swing. 1957 verfasste Jon Hendricks einen Text für sein „Vocalese“-Trio mit Dave Lambert und Annie Ross.

Der Titel[Bearbeiten]

Elemente?/i aus Jumpin’ at the Woodside auf der Tonika

Jumpin’ at the Woodside ist eine riffartige Swingnummer für Big Bands mit 32 Takten, in der Form AABA.[2] Benannt ist das Stück nach dem Hotel Woodside, der damaligen „Absteige“ für Musiker in New York. Count Basie nahm es mit seiner damaligen Band, der u.a. Buck Clayton, Harry Sweets Edison, Dicky Wells, Benny Morton, Herschel Evans und Lester Young angehörten, zum ersten Mal am 22. August 1938 und danach noch mehrere Male auf. Im Dezember erreichte das Stück Rang 11 der der Billboard-Charts und blieb vier Woche in der Hitparade. Es entstand unter mehreren Head Arrangements während der vielen Proben im Hotel Woodside, für die dreimal wöchentlich viel Zeit war, und wurde zuerst als Headarrangement von den Musikern auswendig gespielt. Es war also nicht ausgeschrieben. Es war die typische Arbeitsweise der Band um 1936-37. Jede Bläsersektion hatte einen Musiker, der die Ideen vorgab, in die die anderen Musiker einfielen, und die während der Proben gezielt verändert wurden. Basie selbst bemerkt, wie erstaunlich gut die Musiker sich alle diese Arrangements merken konnten und wie präzise, diese nach den Proben, in den Konzerten fast genauso wiedergegeben wurden.[3] Es wurde im späteren Verlauf noch einmal von Neal Hefti arrangiert, der sich dabei aber auf jeden Fall klanglich stark auf das Arrangement von 1938 stütze und nicht viel veränderte. Basie behielt das Stück immer im Repertoire.

Der A-Teil, oft in B-Dur, lebt von der Spannung, die das völlig gleichbleibende viertönige Achtelnotenmotiv [4], mit dem Walkingbass in Vierteln[5] aufbaut. Die rhythmisch prägnant eingestreuten Akkorde ändern sich nur auffällig beim Übergang zur Dominante[6] im harmonischen II-V-I[7] Schema. Die ersten vier Takte der Bridge (B-Teil) steuern die Subdominante an, die zweiten vier wieder die Dominante. Das fehlende Thema der Bridge, es ist ad libitum, wird im festen Arrangement z. B. mit stufenweise steigender Bewegung harmonisiert und melodisch mit fallenden Posaunenläufen angereichert.

Die Komposition gehörte zum klassischen Repertoire des Swing und wurde außer den genannten von vielen Musikern des Jazz wie Bob Brookmeyer, Stan Getz, Benny Goodman, Lionel Hampton, Gene Krupa und vielen weiteren Musikern eingespielt. Mit dem späteren Text von Jon Hendricks wurde es auch von den Dave Lambert Singers interpretiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlo Bohländer, Karl-Heinz Holler, Christian Pfarr: Reclams Jazzführer. Reclam, Stuttgart 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Es war in dieser Zeit keine Frage, dass die in der Band erarbeiteten Stücke auf den Namen des „Brotgeber“-Leaders der Musiker liefen. Basies und Durhams frühe Kompositionen tragen so Motens Namen. Vereinigungen, wie z. B. die Gewerkschafts-Sektion der African-American Musicians Union, die Kansas City’s Local 627, begannen sich um die Rechte der Musiker zu kümmern. Auf Urheberrechte wurde aber vermehrt erst ab den 1940/50ern geachtet.
  2. Das heißt: Thema, Wiederholung des Themas, Überleitung, erneut das Thema
  3. Count Basie, Albert Murray Good Morning Blues, Primus 1985
  4. (f'-g'-b'-g')
  5. (b-d-es-e-f-es-d-c) für I6 (c-d-es-e-f-es-d-c) für IIm7-V7
  6. (V7)
  7. I6///-IIm7-V7-I6 genau