Kamilavkion

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Russische Kamilavka (Schematische Skizze)

Der Name Kamilavkion (auch Kamelaukion) ist schon spätantik belegt; eigentlich: τὸ καλυμμαυχῖον − Nackendecke, Kompositum aus altgr.: τὸ κάλυμμα − Bedeckung; Verhüllung − zum Verbum καλύπτω − Verbergen und ὁ αὐχήν − der Nacken.

In der russischen Sprache (russ.: Kamilawka) bezeichnet es in den orthodoxen Kirchen die Kopfbedeckung der Weltgeistlichen und – mit einem darüber getragenen Schleier – auch der Mönche und Bischöfe. Die spätere Angleichung „aus Kamelhaar“ ist slawische Volksetymologie, die insofern begründet ist, als die Bedeckung wahrscheinlich im Laufe ihrer späteren Geschichte auch aus Kamelhaar gefertigt wurde. Sie entstand, als die Nackenbinde längst vom Kopfteil entfernt war. Die Nackenbinde hatte ursprünglich als Anhängsel der byzantinischen Kaiserkrone die Aufgabe, den nackten Nacken des Autokrators zu verdecken, denn Nacken zeigten nur Unterworfene. Der Name blieb am textilen Inneren der Bügelkrone hängen, deren metallenes Äußeres dem Caesar vorbehalten blieb.

Das Kamilavkion ist zylinderförmig und in den Kirchen griechischer Tradition schwarz und für Nicht-Mönche mit Krempe, während Mönche – und somit auch die stets dem Mönchsstand angehörenden Bischöfe – bei offiziellen Anlässen über dem Kamilavkion mit einem nach hinten fallenden Schleier (griech. epinokamilvchion) tragen, der in der russischen Tradition in der Regel fest mit dem Kamilavkion verbunden ist und nicht abgenommen wird. Diese monastische Kopfbedeckung heißt im Russischen „Klobuk“. Während in der griechischen Tradition alle Diakone und Priester im Alltag und auch zu vielen Teilen des Gottesdienstes das Kamilavchion tragen, ist die russische „Kamilavka“ eine Auszeichnung für besonders geehrte Priester und Diakone. Sie ist auch nicht einfach schwarz, sondern aus rot-violettem Samt gefertigt und ohne Krempe (siehe Abbildung). Einfache Priester, Diakone und Mönche tragen eine faltbare, zumeist schwarze Mütze, die „Skufja“, allerdings in der Regel nur außerhalb des Gottesdienstes. Das Recht, die Skufja auch zu bestimmten Teilen innerhalb des Gottesdienstes zu tragen, ist schon die unterste der Ehrungen in der Russischen Orthodoxen Kirche für Priester.

Leitende Bischöfe einiger Kirchen tragen einen weißen Schleier über dem Kamilavkion beziehungsweise einen weißen Klobuk (so in der russischen Tradition die Metropoliten).

Das päpstliche Kamilavkion wird auch als Camauro bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karel C. Innemée, Heinzgerd Brakmann: Art. Kamelaukion. In: Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. 19, Hiersemann Verlag, Stuttgart 2003, Sp. 1241–1248.
  • Dieter Philippi: Sammlung Philippi – Kopfbedeckungen in Glaube, Religion und Spiritualität. St. Benno Verlag, Leipzig, 2009, ISBN 978-3-7462-2800-6..

Weblinks[Bearbeiten]