Keizersgracht

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Der Grachtengürtel im Westen und Süden der Amsterdamer Altstadt

Die Keizersgracht (dt.: Kaisergraben) ist die mittlere der drei Hauptgrachten des im 17. Jahrhundert in der Altstadt Amsterdams entstandenen Amsterdamer Grachtengürtels. Sie umschließt den mittelalterlichen Stadtkern halbkreisförmig im Westen und Süden. Innerhalb parallel zu ihr verläuft die Herengracht, außerhalb die Prinsengracht.

Querschnitt und Verlauf[Bearbeiten]

Keizersgracht

Die Straße besteht aus einem breiten schiffbaren Kanal in der Mitte, der beiderseits durch eine befahrbare Straße zur Erschließung der Häuser begrenzt und in Höhe von Querstraßen von insgesamt 14 Brücken überspannt wird. Die Fahrdämme sind heute, wie in der Amsterdamer Altstadt üblich, als Einbahnstraßen ausgewiesen, sodass der Kanal einen breiten Mittelstreifen bildet.

Die Grundstücke sind entsprechend der typischen altholländischen Bauweise in der Regel sehr tief, aber besitzen nur eine schmale Straßenfront.

Die Keizersgracht hat eine Länge von 2,7 Kilometern und beginnt im Nordwesten der Altstadt an der Brouwersgracht und verläuft zunächst in südwestlicher Richtung. Kurz vor der Querung der Raadhuisstraat, an der Westerkerk, macht sie einen Knick in südliche Richtung. Weitere Knicke an der Leidsegracht, der Nieuwe Spiegelstraat und der Reguliersgracht lenken den Verlauf in östliche Richtung, bis die Keizersgracht im Süden der Altstadt auf den natürlichen Fluss Amstel stößt.

Etwas südlich der Einmündung der Keizersgracht führt die Magere Brug über die Amstel.

Jenseits der Amstel liegt die kurze Nieuwe Keizersgracht, die bis zur Plantage führt und von zwei weiteren Brücken gequert wird, darunter der Weesperstraat.

Im Zuge von Raadhuisstraat, Leidsestraat, Vijzelstraat und Utrechtsestraat wird die Keizersgracht von Straßenbahnen gekreuzt, mit Ausnahme der Vijzelstraat befinden sich an der Keizersgracht Haltestellen. Die Nieuwe Keizersgracht wird im Zuge der Weesperstraat von der U-Bahn unterquert, der nächste Bahnhof liegt einen Block weiter nördlich am Waterlooplein.

Alle Abschnitte der Gracht gehören zum Stadtteil Amsterdam-Centrum.

Geschichte[Bearbeiten]

Kreuzung Keizers- und Leliegracht

Die Keizersgracht wurde im Jahr 1612 auf Initiative von Bürgermeister Frans Hendricksz Oetgens van Waveren, Stadtbaumeister Hendrick Jacobsz Staets und Stadtvermesser Lucas Jansz Sinck angelegt. Sie ist die breiteste Gracht im Zentrum von Amsterdam.

Mit dem Bau der Straße und des Grabens wurde im Westen der Altstadt begonnen. Der südliche Teil zwischen Leidsegracht und Amstel entstand im Zuge einer Erweiterung im Jahr 1658. Der jüngste Teil ist die Fortsetzung jenseits der Amstel bis zur Plantage, dieser erhielt den Namen Nieuwe Keizersgracht.

Im Haus Keizersgracht 333 befand sich der Querido Verlag, der ab 1933 unter der Leitung von Fritz Helmut Landshoff die Werke bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller verlegte, die in Nazideutschland verboten wurden, und so für die deutsche Exilliteratur eine wichtige Rolle spielte.

Bekannte Bauwerke[Bearbeiten]

Die Westerkerk, Ostfassade zur Keizersgracht

Zu den zahlreichen Baudenkmalen der Straße gehören

Viele der prächtigen barocken Grachtenhäuser in der Keizersgracht wurden durch die Amsterdamer Architekten Philips Vingboons (1607–78) und Adriaan Dortsman (1635–82) errichtet.

An der Ecke Raadhuisstraat befinden sich außerdem die Westerkerk (1620–31) und das weltweit erste Mahnmal gegen die Verfolgung Homosexueller, das Homomonument (1987).

Hausnummern[Bearbeiten]

Die Nummerierung der Häuser in der Keizersgracht beginnt am nordwestlichen Ende der Straße. Die ungeraden Nummern liegen auf der „inneren“ (zur Altstadt hin gelegenen) Straßenseite, die geraden an der Außenseite.

Bekannte Bewohner[Bearbeiten]

Zu den bekannten Bewohnern der Straße gehören:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Haus in der Keizersgracht 333

52.3666666666674.8847222222222Koordinaten: 52° 22′ 0″ N, 4° 53′ 5″ O