Kinau (Mondkrater)

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Kinau
Kinau (Mond Südpolregion)
Kinau
Position 60,76° S, 14,87° OMoon-60.7614.87Koordinaten: 60° 45′ 36″ S, 14° 52′ 12″ O
Durchmesser 42 km
Kartenblatt 127 (PDF)
Benannt nach Gottfried Adolf Kinau (1814–1888)
Benannt seit 1935
Sofern nicht anders angegeben, stammen die Angaben aus dem Eintrag in der IAU/USGS-Datenbank

41.87

Der Mondkrater Kinau liegt auf der erdzugewandten Seite des Mondes in tiefen südlichen Breiten, südöstlich des Kraters Jacobi. Es ist ein kleiner, durch spätere Einschläge stark erodierter Krater.

Der Kraterrand ist stark von späteren Einschlägen beschädigt worden, und wird von 2 kleinen Kratern überlagert. Der Kraterboden ist fast strukturlos, abgesehen von winzigen Einschlagkratern.

Liste der Nebenkrater von Kinau
Buchstabe Position Durchmesser Link
A 62,26° S, 19,92° OMoon-62.2619.92 34 km [1]
B 61,66° S, 19,1° OMoon-61.6619.1 8 km [2]
C 60,72° S, 20,51° OMoon-60.7220.51 30 km [3]
D 60,69° S, 18,49° OMoon-60.6918.49 26 km [4]
E 60,24° S, 20,17° OMoon-60.2420.17 7 km [5]
F 62,22° S, 13,36° OMoon-62.2213.36 10 km [6]
G 61,58° S, 12,63° OMoon-61.5812.63 23 km [7]
H 59,84° S, 19,74° OMoon-59.8419.74 6 km [8]
J 59,61° S, 16,05° OMoon-59.6116.05 5 km [9]
K 58,63° S, 18,1° OMoon-58.6318.1 9 km [10]
L 59,34° S, 18,73° OMoon-59.3418.73 10 km [11]
M 60,64° S, 14,28° OMoon-60.6414.28 11 km [12]
N 61,41° S, 15,31° OMoon-61.4115.31 5 km [13]
P 61,43° S, 17,31° OMoon-61.4317.31 5 km [14]
Q 62,52° S, 20,97° OMoon-62.5220.97 11 km [15]
R 60,3° S, 11,57° OMoon-60.311.57 61 km [16]

Historie[Bearbeiten]

Er wurde ursprünglich 1837 von Johann Heinrich Mädler und Wilhelm Beer in ihrem Buch Der Mond als Jacobi D aufgelistet. 1876 schlug Edmund Neison (Edmund Neville) in The Moon; and the Condition and Configuration of its Surface vor, diesen Krater zu Ehren des Selenographen Kinau zu benennen. Die IAU folgte 1932 diesem Vorschlag.

1938 publizierte die Historische Abteilung der British Astronomical Association (BAA) Who's Who on the Moon. Darin wird als Namensgeber ein Botaniker und Selenograph C.A. Kinau genannt, der ein Beamter auf den südböhmischen Besitzungen der Fürsten Schwarzenberg gewesen sein soll und 1842 zwei Bücher über Pilze und Giftpflanzen veröffentlicht haben soll. Diese Angaben finden sich auch in den offiziellen Listen des US Geological Survey.

Historiker, die zum einen eine Neuauflage des Who's Who... und zum andern unabhängige Bücher über Mondbeobachter vorbereiten, konnten jedoch trotz weltweiter Suche keine Spur eines Botanikers Kinau finden. Im lange einzigen bekannten Artikel Kinaus in Jahns Wöchentlichen Unterhaltungen... wird er als Predigtamts-Candidat Kinau, Lehrer an der Knabenschule in Schönebeck bei Magdeburg vorgestellt. Diese biographischen Details führen eindeutig zu dem späteren Suhler Pfarrer Gottfried Adolf Kinau.

Anfang April 2007 wurde der Namensgeber C. A. Kinau in den Listen des US Geological Survey durch Adolph Gottfried Kinau ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. A. Jahn (Hrsg.): Wöchentliche Unterhaltungen für Dilettanten und Freunde der Astronomie, Geographie und Witterungskunde. 2. Jahr, Nr. 25, 1848, ZDB-ID 516614-7, S. 201–204.
  • Olaf Kretzer: Gottfried Adolf Kinau: Ein Suhler Pfarrer, verewigt auf dem Mond? In: Sterne und Weltraum. 10, 2005, ISSN 0039-1263, S. 84.
  • Robert A. Garfinkel, Bern Pfeiffer: Discovery of the real person behind the name of the lunar crater Kinau. In: Journal of the British Astronomical Association. Vol. 117, 2007, ISSN 0007-0297, S. 81–84.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Kinau im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS