Klearchos von Soloi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klearchos von Soloi war ein griechischer Philosoph, Schüler des Aristoteles und Peripatetiker der ersten Generation. Die genauen Lebensdaten sind nicht überliefert, doch zu erschließen: geboren vor 340 v. Chr. in Soloi auf Zypern, lebte Klearchos wahrscheinlich bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Unter den Peripatetikern zeichnet er sich dadurch aus, dass er sich nicht von Platon abkehrte. An biographischen und psychologischen Fragen interessiert, schrieb er „Über die Erziehung“ (peri paideias).

Klearchos ist nach Louis Robert der Stifter einer Inschrift, die 1965 bei Ausgrabungen in der griechischen Kolonie in Ai Khanoum in Afghanistan (möglicherweise Alexandreia am Oxus) gefunden wurde. Dort ließ Klearchos eine Steinsäule mit den Sprüchen der „Sieben Weisen“ im heiligen Hain des Stadtgründers Kineas aufstellen. Diese Inschrift ist ein herausragendes Beispiel für die geistige Hellenisierung und die Propagierung griechischer Kultur im Weltreich Alexanders.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Hans Gottschalk: Klearchos [6]. In: Der Neue Pauly, Bd. 6, Stuttgart 1999, S. 502.
  • Fritz Wehrli: Die Schule des Aristoteles. Bd. 3, Heft 2: Klearchos. 2., ergänzte und verbesserte Auflage. Schwabe, Basel 1969 (Sammlung der Fragmente d. Klearchos mit Kommentar).
  • Stavros Tsitsiridis: Beiträge zu den Fragmenten des Klearchos von Soloi. De Gruyter, 2013. ISBN 978-3-11-025967-4 (Printausgabe); ISBN 978-3-11-025968-1 (E-Book).

Zur Inschrift aus Ai Khanoum:

  • Louis Robert: De Delphes à l' Oxus. Inscriptions grecques nouvelles de la Bactriane. In: Comptes rendus de l’Académie des Inscriptions et de Belles Lettres 1968, S. 416–457. Nachdruck in ders.: Opera Minora Selecta. Bd. 5. Hakkert, Amsterdam 1989. S. 510–552 (mit Abbildung).
  • Reinhold Merkelbach, Josef Stauber: Die Steinepigramme des griechischen Ostens. Bd. 2. Saur, München 2001.

Weblinks[Bearbeiten]