Kolligative Eigenschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als kolligative Eigenschaft (von lat. colligere „sammeln“) wird physikochemisch eine Stoffeigenschaft bezeichnet, die nur von der Teilchenzahl (Stoffmenge), nicht aber von der Art der Teilchen oder deren chemischer Zusammensetzung abhängt.

Beispiele hierfür sind die Erscheinungen:

Die Gefrierpunktserniedrigung sowie die Siedepunktserhöhung sind physikalisch aus der Dampfdruckerniedrigung herzuleiten und deshalb nicht als unabhängige Erscheinungen aufgeführt.

Diese sogenannten kolligativen Phänomene treten in verdünnten Lösungen auf und hängen nur vom Stoffmengenanteil der gelösten Komponente ab. Die Aussage, dass die kolligativen Eigenschaften nur von der Teilchenanzahl des gelösten Stoffes und nicht von der Art abhängen, trifft allerdings nur für gelöste Substanzen zu, die im Vergleich zum Lösungsmittel einen vernachlässigbaren Dampfdruck haben, also z. B. für Salze, die in Wasser gelöst sind. Für eine Lösung von Ethanol in Wasser trifft dieser Zusammenhang nicht zu, denn Ethanol hat im Vergleich zu Wasser keinen vernachlässigbaren Dampfdruck.

Die Ursache für die Gefrierpunktserniedrigung und Siedepunktserhöhung ist auch darin zu finden, dass die gelösten Substanzen durch ihre Mischungsentropie das chemische Potential des Lösungsmittels verringern.

Siehe auch[Bearbeiten]